Über die Vergebung

Die Vergebung ist das Gesetz

Der liebe Gott wird nur denjenigen vergeben, die ihrerseits auch vergeben haben: Das ist das Gesetz Gottes. Die Heiligen nähren keinen Hass, keinen Vergeltungsgedanken in ihren Herzen: sie vergeben alles und meinen immer, sie verdienten weitaus mehr, wegen der vielen Kränkungen, die sie dem lieben Gott angetan haben. Sobald man seinen Nächsten hasst, gibt uns Gott diesen Hass an uns zurück: es ist ein Wesenszug, der sich gegen uns selbst richtet. Neulich sagte ich jemandem: „Wollen Sie denn gar nicht in den Himmel kommen, dass Sie diesen Mann nicht mehr sehen wollen?“, der antwortete: „Oh, doch […], aber wir werden versuchen, weit voneinander entfernt zu sein, um uns nicht ansehen zu müssen.“ Diese Mühe können sich die Beiden sparen: denn das Tor zum Himmel ist für jeglichen Hass verschlossen. Im Himmel gibt es keine Rachegelüste. Außerdem werden die guten und demütigen Herzen, die Beschimpfungen und Verleumdungen mit Freude oder Indifferenz ertragen, schon hier auf Erden das Paradies erleben und jene, die Rachegefühle mit sich herumtragen, unglücklich sein. Das Abwehrmittel gegen den Versucher, wenn er in uns Rachegefühle gegen die, die uns weh tun, hochkommen lässt, ist, auf der Stelle für sie zu beten. Und dadurch gelingt es, das Böse mit dem Guten zu besiegen, und genauso machen es die Heiligen. (​Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney (1786-1859), Priester, Pfarrer von Ars, zitiert aus Evangelium Tag für Tag). 

Es geht um Jesus!

Um was geht es eigentlich im christlichen Glauben?

In manchen Gottesdiensten bzw. Predigten habe ich den Eindruck, dass es „nur“ darum geht ein guter Mensch zu sein oder zu werden. Da geht es um Fairness, Hilfe für Bedürftige und Solidarität mit den Schwachen. Alles nicht falsch, aber brauche ich dazu einen Glauben an Gott? Geht das nicht auch ohne?

Oder es wird gesagt, dass Gott uns im Leben begleitet, auch in schweren Zeiten. Auch nicht falsch. Aber ist das alles?

Oder es wird betont, dass Gott uns bedingungslos liebt und uns annimmt wie wir sind. Auch richtig. Aber gibt es nicht auch etwas zu verändern? [Weiterlesen…]