Über die Entstehung der Welt 

Bereits der Kirchenväter Athanasius (295-373) hat die Entstehung der Welt durch den Zufall verworfen und mit nicht vereinbar mit der christlichen Lehre angesehen (die Evolutionstheorie ist demnach nichts wirklich Neues):

2. Die Gründung der Welt und die Erschaffung aller Dinge haben viele verschieden aufgefaßt, und ein jeder hat nach seinem Kopf eine Erklärung gegeben. Die einen behaupten, alles sei von selbst und durch Zufall entstanden, so die Epikureer, die zu ihrem eigenen Verderben die Vorsehung in der Welt wegschwatzen – in direktem Widerspruch mit der hellen, augenscheinlichen Wahrheit. Wäre nämlich alles durch sich selbst ohne Vorsehung entstanden, wie sie meinen, dann hätte alles einfach entstehen müssen, sich gleich, nicht verschieden. Wie in einem Körper müßte alles notwendig Sonne oder Mond sein, und bei den Menschen müßte das Ganze Hand oder Auge oder Fuß sein. Nun ist es aber nicht so. Wir sehen vielmehr da Sonne, da Mond, da Erde, und so wieder bei den menschlichen Körpern da Fuß, da Hand, da Haupt. Solche Ordnung aber zeigt, daß sie nicht von selbst entstanden, weist vielmehr auf eine vorausliegende Ursache für diese Dinge hin, aus der man auf Gott, der alles angeordnet und geschaffen hat, schließen kann. Andere hingegen, zu denen auch der große Grieche Plato zählt, behaupten, aus einer bereits vorliegenden, unerschaffenen Materie hätte Gott das Weltall geschaffen. Gott hätte ja nichts machen können, wenn die Materie nicht bereits vorgelegen hätte, so wie auch dem Zimmermann das Holz zur Verfügung stehen muß, um etwas verfertigen zu können. Doch die so reden, merken nicht, daß sie Gott eine Schwäche beilegen. Ist er nämlich nicht auch Urheber der Materie, schafft er vielmehr überhaupt alle bestehenden Dinge aus einer bereits vorhandenen Materie, so erweist er sich schwach, weil außerstande, ohne die Materie auch nur ein Ding zu schaffen, wie es selbstverständlich auch ein Unvermögen des Zimmermanns verrät, wenn er ohne Holz keinen der unentbehrlichen Gegenstände fertigen kann. Nach dieser Annahme hätte also Gott nichts fertigen können, wenn keine Materie vorgelegen hätte. Wie könnte man ihn dann noch Schöpfer und Baumeister nennen, wenn er einem dritten, der Materie, seine schöpferische Macht verdankt? In diesem Falle wird aber nach ihrer Ansicht Gott nur mehr ein Handwerker sein, nicht mehr eigentlich Schöpfer, wenn er ja nur den vorliegenden Stoff bearbeitet, nicht aber auch dem Stoff das Dasein gibt. Er kann überhaupt nicht Schöpfer genannt werden, wenn er nicht auch den Stoff schafft, aus dem das Geschaffene geworden ist, Die Häretiker träumen sich freilich einen anderen Weltschöpfer als den Vater unseres Herrn Jesu Christi und verraten in ihren Worten eine arge Verblendung. Wenn der Herr zu den Juden sagt: “Habt ihr nicht gelesen, daß Gott im Anfange sie als Mann und Weib schuf und sprach: Deshalb wird der Mann Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden zwei in einem Fleische sein?”, und hernach mit einem Hinweis auf den Schöpfer: “Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen”, warum reden sie denn so, als hätte die Schöpfung mit dem Vater nichts zu tun? Und wenn Johannes zusammenfassend sagt: “Alles ist durch ihn geworden, und ohne ihn ward nichts”, wie könnte es denn neben dem Vater Christi einen anderen Schöpfer geben?

3. So faseln diese Leute. Die göttliche Lehre aber und der christliche Glaube verurteilen solch törichtes Gerede als Gottlosigkeit. Sie sagen uns, daß die Dinge nicht von selbst entstanden sind, da sie ja unter einer Vorsehung stehen, noch auch aus einem bereits vorhandenen Stoff, weil ja Gott nicht schwach, daß vielmehr Gott durch seinen Logos alle Dinge aus dem reinen Nichts ins Dasein gerufen habe, wie es bei Moses heißt: “Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde”, und im sehr nützlichen Buch vom Hirten: “Allererst glaube, daß nur einer Gott ist, der alles erschaffen und angeordnet und aus dem Nichts ins Dasein gerufen hat”. Dasselbe lehrt Paulus mit den Worten: “Im Glauben erkennen wir, daß die Welten durch das Wort Gottes geschaffen worden sind, so daß also nicht das Sichtbare aus der Erscheinungswelt hervorgegangen ist”. (Bibliothek der Kirchenväter, Athanasius in „Über die Menschwerdung des Logos und dessen leibliche Erscheinung unter uns)

Natürlich ist niemand gezwungen die Ansichten des Athanasius zu teilen. Was wohl aber weniger bekannt ist, dass zumindest katholische Christen an der Schöpfungslehre festhalten müssen, sofern sie ihren Glauben nicht verleugnen wollen. Und dieser Glaube ist keineswegs weniger wissenschaftlich oder gar unwissenschaftlich wie Dr. rer. nat. Thomas Seiler in seinen sehr interessanten Aufsätzen und Vorträgen über die katholische Schöpfungslehre darlegt: Sind Evolution und Naturwissenschaft vereinbar?

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