Heute gibt es eine kleine Ermutigung im Glauben vom Priester und Ordensgründer Vinzenz von Paul (1581-1660):

Gott schenkt uns seine Gnaden in dem Maße, wie wir ihrer bedürfen. Er ist eine Quelle, aus der ein jeder Wasser nach seinen Bedürfnissen schöpft: Wer sechs Eimer davon braucht, schöpft sechs; drei schöpfe, wer drei benötigt; ein Vogel braucht einen Schnabel voll Wasser und nimmt auch einen Schnabel voll; ein Pilger schöpft Wasser mit seiner hohlen Hand, um sich zu erfrischen. Genauso geht es uns mit Gott. Unser Gemüt muss zutiefst bewegt sein und uns dadurch fähig machen, ein Kapitel aus dem Neuen Testament gläubig in uns aufzunehmen, damit der Lektüre sogleich Taten folgen: Anbetung als Anbetung des Wortes Gottes und seiner Wahrheit; Empathie mit den Gefühlen, die unser Herr hatte, als er sie verkündete, und ihre Billigung; der Entschluss, diese Wahrheiten in die Praxis umzusetzen […] Vor allem sollte man sich hüten, sie nur studienhalber zu lesen und zu sagen: „Diese Stelle da ist mir für diese und jene Predigt von Nutzen.“ Man darf sie nur zur eigenen Erbauung lesen. Man lasse sich auch nicht entmutigen, wenn man sie mehrmals – ein Monat, zwei Monate, ein halbes Jahr – gelesen hat, ohne von ihr angerührt zu sein. Irgendwann wird uns ein kleines Licht aufgehen, dann ein größeres und ein noch größeres, wenn wir es nötig haben. Ein einziges Wort kann uns schon bekehren; nur ein einziges genügt. (in „Geistliche Unterweisung“ vom 19.01.1642, zitiert aus Evangelium Tag für Tag)

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