Lehre
Auf dieser Seite werden (nach und nach) die Grundzüge der christlichen Lehre dargestellt. Das Ziel ist, möglichst fundiert und ausgewogen die wesentlichen Grundlehren des christlichen Glaubens vorzustellen.
Es wird dabei versucht, zwischen essentiellen, d.h. unverhandelbaren, und nicht essentiellen Lehren zu unterscheiden. Bei letzteren (den nicht essentiellen Lehren) kann und darf es eine Meinungsvielfalt geben, solange sie biblischen Wahrheiten nicht offensichtlich widersprechen (siehe Röm 14,1-10 ).
Grundsätzlich werden alle Artikel zur Diskussion gestellt mit der Bereitschaft, Fehler und Ungenauigkeiten zu korrigieren bzw. Verbesserungsvorschläge einzuarbeiten.
Die einzelnen Artikel stellen in erster Linie die Überzeugungen und Ansichten der jeweiligen Autoren dar, müssen jedoch den Leitlinien des “Projekt Kirche” entsprechen. Vor allem die Wahrheitsliebe, Unparteilichkeit und Korrigierbarkeit müssen beachtet werden.
Wichtiger Hinweis:
Ich werde die Rubrik “Lehre” in den nächsten Monaten komplett überarbeiten bzw. ergänzend eine “Einführung in den christlichen Glauben” veröffentlichen, da ich leider feststellen musste, dass das bisher dargestellte zu komprimiert, verkürzt und damit zum Lehren weniger geeignet ist.
Es geht bei der christlichen Lehre schließlich nicht nur um Fakten oder Bibelauslegungen, sondern vor allem um Beziehungen. Es geht darum, eine Freundschaft zu Gott aufzubauen und Teil einer christlichen, liebevollen Familie zu werden. Deshalb muss auch die Lehre in erster Linie darauf ausgerichtet sein. Hierin ist mir übrigens der “Kirchenvater” Johannes Chrysostomos ein großes Vorbild.
Wenn man die Liebe und Gnade Gottes nicht erfährt oder erfahren kann, wird es schwer werden, die Lehre Christi wirklich annehmen und leben zu können.
Zudem halte ich es für wichtig, dass niemand überfordert wird, sondern Schritt für Schritt im Glauben wachsen kann. Aus diesem Grund sollte die Lehre Christi auch nicht als ein “Gesetzbuch” vorgestellt werden. Sondern es sollte ein Gebot nach dem anderen genau erklärt und die Hintergründe dargestellt werden, warum die Lehre Christi uns hilft und nicht schadet.
Der kostbaren Schatz, den es zu finden gilt, wird jedoch erst im Glauben sichtbar werden.
Update :
Mittlerweile habe ich eine neue Einführung in den christlichen Glauben in Form eines Bibelworkshops auf meinem neuen Bibelkommentar-Blog begonnen.
Übersicht
Vorbemerkungen:
Fragestellungen
Grundregeln
Herzenseinstellung
Warnung vor leichtfertigem Lehren
Fazit
Teil 1: Grundlagen:
I) Jesus Christus
1) Wer war Jesus von Nazareth? 2) Wie war Jesus von Nazareth 3) Was tat Jesus von Nazareth? 4) Was hat Jesus von Nazareth gelehrt? 5) Was wird Jesus von Nazareth tun? 6) Was folgt daraus für uns?
II) Grundlagen zur christliche Gemeinde
1) Was zeichnet die Gemeinde (bzw. Gemeinschaft) Gottes aus? 2) Wie wird man Teil der Gemeinde (bzw. Gemeinschaft) Gottes? 3) Wie sieht das Leben in der Gemeinde (bzw. Gemeinschft) Gottes aus?
Teil 2: Weiterführende Themen
1) Was ist das Reich Gottes? (in Planung)
2) Wie wird man gerettet? (in Planung)
3) Was ist die so genannte Wiedergeburt? (in Planung)
4) Was bedeutet die Taufe? (in Planung)
5) Was bedeutet das Abendmahl? (in Planung)
6) Was ist der Heilige Geist? (in Planung)
7) Was bedeutet die “Dreieinigkeit” Gottes? (in Planung)
8) Was bedeutet Nachfolge Christi? (in Planung)
9) Sünde & Umkehr (in Planung)
10) Gebet und Fasten (in Planung)
11) Jesu Tod & Auferstehung (in Planung)
12) Die Bibel als Wort Gottes (in Planung)
13) Die Liebe Gottes und der Umgang mit Leid (in Planung)
14) Das christliche Verständnis von Mann & Frau (in Planung)
15) Die christliche Ehe (in Planung)
16) Christliche Kindererziehung (in Planung)
17) Der christliche Gottesdienst (in Planung)
18) Organisation und Leitung der christlichen Gemeinde (in Planung)
19) Die Kirchendisziplin (in Planung)
20) Die Prophezeiungen in der Bibel (in Planung)
21) Die Wiederkunft Jesu Christi (in Planung)
22) Die Kindertaufe
Ein E-Book zum Thema “Kindertaufe und Erbsünde”: 

Fragestellungen:
Grundvoraussetzung jeder christlichen Lehre muss die Liebe zu und Ehrfurcht vor Gott und Seinem Wort sein.
Folgende Fragestellungen und Reihenfolge zur Herausarbeitung der Bedeutung und Anwendung der biblischen Lehren wird vorgeschlagen:
- Was lehrt Jesus, Gottes Sohn? (siehe die Evangelien im Neuen Testament in der Bibel)
- Was lehren die Apostel? (siehe die Briefe im Neuen Testament der Bibel)
- Wie verstanden das die ersten Christen? (siehe Schriften der frühen Christen)
Zum Verständnis des Neuen Testaments ist in der Regel eine gute Kenntnis des Alten Testaments notwendig und wird deshalb beim Studium des Neuen Testaments vorausgesetzt.
Hinweise:
Für den Glauben und das Leben der Christen ist allgemein NUR die Bibel (Altes und Neues Testament) maßgeblich und bindend. Problematisch ist jedoch, dass nicht jeder Mensch/Christ das gleiche Verständnis bzgl. der Lehraussagen der Bibel hat bzw. auch nicht immer unvoreingenommen bei der Interpretation der Bibel ist.
Zudem ist das Verständnis der Bibel i.d.R. nicht statisch, sondern kann sich mit der Zeit verändern. Z.B. aufgrund neuer Einsichten etc. Deshalb ist es nicht ausreichend zu sagen, dass man als Christ einfach nur nach der Bibel leben soll, sondern man muss sich auch bemühen, die Bibel “richtig” zu verstehen, d.h. so wie es Gott gemeint hat.
Grundregeln:
Bei der Erarbeitung der Artikel sollten zusätzlich allgemein folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Unvoreingenommenheit
- Wurde versucht, ohne Voreingenommenheit den ursprünglichen Sinn der verwendeten Bibelstellen herauszuarbeiten?
- Wurde versucht zu vermeiden, etwas in die Bibel “hineinzulesen”, was dort eigentlich nicht steht oder offensichtlich nicht ausgesagt wird bzw. gemeint ist?
- Fundierte Argumentation
- Sind alle Aussagen und Schlussfolgerungen ausreichend begründet, ggf. mit Verweisen auf entsprechende Bibelstellen bzw. Sekundärliteratur?
- Ist die Argumentation wirklich schlüssig?
- Sind die Schlussfolgerungen zwingend oder gibt es auch alternative Deutungsmöglichkeiten?
- Wurde zwischen biblische Fakten und der persönlichen Interpretationen bzw. Schlussfolgerungen sauber getrennt?
- Thematischer Kontext
- Wurde bei der Interpretation der Bibelstellen das Thema der betreffenden Bibelabschnitte berücksichtigt?
- Handelt es sich bei den verwendeten Bibelstellen, um allgemein gültige Gebote, Anweisungen für eine spezifische Situation oder lediglich um Vorschläge?
- Historischer Kontext
- Wurde der historische Kontext der verwendeten Bibelstellen berücksichtigt?
- Was war die damalige Situation?
- Was war offensichtlich die Motivation des jeweiligen biblischen Autors?
- Historische(s) Zeugnis/Praxis
- Werden die Aussagen durch konkretes Handeln in der Bibel bzw. durch Zeugnisse der frühen Christen gestützt?
- Wie verstanden die frühen Christen das betreffende Thema?
- Ausgewogenheit
- Wurden ALLE relevanten Bibelstellen berücksichtigt und ergeben sich keine Widersprüche?
- Wurden mehrere Bibelübersetzungen verwendet, um den Sinn der verwendeten Bibelstellen sicher zu erfassen?
- Wurden mehrere Kommentare verwendet, um ein vollständigeres Bild zu erhalten und um Einseitigkeit zu vermeiden?
- Fügen sich die einzelnen Aussagen in die Gesamtaussage der Bibel ein?
- Wurden andere mögliche Interpretationen (ggf. anderer Theologen) mit angeführt?
- Fehlbarkeit
- Wurde erkannt, dass wir auch irren können?
- Wurde erkannt, dass wir bei jeder Arbeit, die wir tun Gottes Hilfe benötigen?
- Wurde im Gebet Gottes Hilfe und Seine Leitung zur Findung der Wahrheit durch den Heiligen Geist erbeten?
Herzenseinstellung:
Eines muss bei der Erarbeitung und dem Verständnis der christlichen Lehre deutlich gesagt werden: Wer die christliche Lehre nur als intellektuelle oder theologisches Sache ansieht, aber nicht wirklich selbst die Bereitschaft hat, diese in die Tat umzusetzen, wird sie weder selbst glauben, noch richtig verstehen können und selbst auch keinen Nutzen daraus ziehen.
Jesus der Herr hatte selbst einmal gesagt: “(...) Wenn ihr euch nach meinen Worten richtet, seid ihr wirklich meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“(Joh 8,31b-32, Neues Leben Übersetzung)
Warnung vor leichtfertigem Lehren:
Wir dürfen nicht leichtfertig irgendwelche (ungeprüfte oder sogar falsche) christliche Lehren verbreiten. Gott warnt uns durch Jakobus, dass jeder christliche Lehrer, besonders streng im (Jüngsten) Gericht beurteilt wird:
Jakobus schrieb in einem Brief:
“Nicht so viele von euch sollen Lehrer werden, meine Brüder. Ihr wisst, dass wir im Gericht strenger beurteilt werden” (Jak 3,1, Einheitsübersetzung).
Auch der Apostel Paulus warnt uns eindringlich, das (ursprünglich verkündete) Evangelium (d.h die Gute Nachricht) von Jesus und Seinem Reich nicht zu verfälschen:
“Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel.” (Gal 1,8, Einheitsübersetzung)
Und schließlich warnt uns Jesus selbst, dass wir Seine Lehre, nicht abschwächen oder verfälschen dürfen, sondern sie halten und auch andere halten lehren sollen:
“Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. ” (Mat 5,19, Einheitsübersetzung)
Übrigens:
Auch der Apostel Petrus warnt uns, dass wir vor allem bei den schwer verständliche Passagen in Paulus’ Briefen aufpassen müssen, dass wir Gottes Botschaft nicht aus Unkenntnis und mangelnder Weisheit zu unserem eigenen Verderben verdrehen:
“Seid überzeugt, dass die Geduld unseres Herrn eure Rettung ist. Das hat euch auch unser geliebter Bruder Paulus mit der ihm geschenkten Weisheit geschrieben; es steht in allen seinen Briefen, in denen er davon spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen und die Unwissenden, die noch nicht gefestigt sind, verdrehen diese Stellen ebenso wie die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben.” (2. Petr 3,15-16, Einheitsübersetzung)
Fazit:
Was schlussendlich zählt ist im Übrigen nicht was wir in der Bibel meinen verstanden zu haben, sondern wie es Gott tatsächlich gemeint hat!
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I. Jesus Christus
1) Wer war Jesus von Nazareth?
a) Sohn eines Zimmermanns aus Nazareth
Jesus wurde vor ca. 2000 Jahren in Bethlehem als Kind von Maria und (Adoptiv-) Sohn des Zimmermanns Josef geboren.
Der Name “Jesus” ist die griech.-lat. Form des hebräischen “Jeschua”, einer späteren Bildung aus Jehoschua oder Joschua und bedeutet »Der Herr ist Heil (Rettung)”.
Der meist gebrauchte Zusatz “Christus” bezeichnet übrigens nicht seinen “Nachnamen” (Nachnamen gab es früher noch nicht). “Christus” ist der Titel, die Amtsbezeichnung Jesu. Das griechische “christos” ist die Übersetzung des aramäischen “meschicha” bzw. des hebräischen “maschiach” und bedeutet »der Gesalbte« (Messias). Priester und Könige wurden in Israel durch eine Salbung mit Öl feierlich in ihr Amt eingesetzt. Die Bezeichnung »der Gesalbte« wurde zunächst vom König gebraucht. Darüber hinaus schauen die Propheten einen kommenden König aus Davids Geschlecht, einen »Gesalbten«, der - Priester und König in einem - alles das erfüllen wird, was Israel von einem wahren Friedenskönig erwartet.
(Quelle: “Lexikon zur Bibel” von Fritz Rienecker)
b) Der Erlöser (“Messias”, ”Christus”, ”Gesalbter”):
Jesus wurde nicht in natürlicher Weise durch Mann und Frau gezeugt, sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes:
“Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.” (Mat 1,18-23, Einheitsübersetzung)
Jesus ist der Erlöser der Menschheit:
“Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.” (Mat 1,16, Einheitsübersetzung)
Bereits im Alten Testament wird dem Volk Israel ein König prophezeit, der auf ewig in Gerechtigkeit herrschen wird.
Der Prophet Jesaja sprach im 8. Jh. v.Chr.:
“Denn uns ist ein Kind geboren, / ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; / man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, / Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß / und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; / er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, / jetzt und für alle Zeiten. Der leidenschaftliche Eifer des Herrn der Heere / wird das vollbringen.” (Jes 9,5-6, Einheitsübersetzung)
Gleich zu Beginn der Menschheitsgeschichte verspricht Gott, dass Jesus als Nachkomme von Adam und Eva (den ersten Menschen) den Teufel bekämpfen wird, der als Schlange Adam und Eva zur Sünde gegen Gott verführte (siehe 1. Mo 3,1-13):
“Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange: Weil du das getan hast, bist du verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes. Auf dem Bauch sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau, zwischen deinen Nachwuchs und ihren Nachwuchs. Er trifft dich am Kopf und du triffst ihn an der Ferse.” (1. Mo 3,14-15, Einheitsübersetzung)
Der Teufel versuchte daraufhin, die Geburt des Erlösers, also von Jesus von Nazareth, zu verhindern bzw. ihn zu töten:
Der Apostel Johannes schrieb darüber in seiner von Jesus gegebenen Vision/Offenbarung:
“Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt.“ (Off 12,4b-5, Einheitsübersetzung)
Mit dem Tod Jesu am Kreuz schien dies zum Schluss sogar geglückt und die Menschheit hätte keine Möglichkeit mehr auf Erlösung aus dieser unter einem Fluch liegenden Welt.
Doch Jesus besiegte den Tod und stand am dritten Tag wieder von den Toten auf. Er schaffte damit die Grundlage, um uns Menschen aus der Herrschaft der Sünde und der Hand des Teufels wieder zu befreien.
Doch der Kampf des Teufels gegen Gott und die Menschen ist damit noch nicht beendet.
Erst wenn Jesus zum zweiten Mal wiederkommt, wird das Böse endgültig vernichtet werden. (siehe Mt 24,14-39)
b) Der Sohn Gottes und Begründer der christlichen Gemeinde:
Jesus ist nicht nur einfach ein Mensch, sondern der “Sohn Gottes”. Er ist der von Gott, dem Vater gesandte göttliche Erlöser.
Zu dieser Erkenntnis kann man nur durch eine Offenbarung Gottes kommen, so wie das bei Petrus der Fall war:
Der Apostel Matthäus schrieb in seinem Evangelium:
“Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.” (Mt 16, 13-17, Einheitsübersetzung)
Aufgrund dieses Bekenntnisses wählte Jesus Petrus als ersten “Stein” seiner Gemeinde aus und übergibt ihm als einem der ersten Leiter der Gemeinde Gottes die Schlüsselgewalt des Reiches Gottes (siehe die erste Predigt von Petrus in Apg 2, 14-42, in der er erklärt wie man gerettet und in das Reich Gottes kommt):
“Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.” (Mt 16,18, Einheitsübersetzung)
Die christliche Gemeinde ist also keine menschliche Erfindung, sondern wurde von Jesus, dem Sohn Gottes selbst begründet.
e) Gott selbst, der als Mensch zu den Menschen auf die Erde kam:
Jesus ist Gott selbst, der als Mensch auf die Erde gekommen ist.
Aufgrund dieser Behauptung von Jesus (“Ich und der Vater sind eins”) wollten ihn die Juden wegen Gotteslästerung steinigen:
“Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.
Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.” (Joh 10,24-33, Einheitsübersetzung)
Jesus behauptet von sich eindeutig wie der zu sein, der ihn gesandt hat, nämlich Gott:
Jesus aber rief aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. (Joh 10,44-45, Einheitsübersetzung)
Fazit: Wer an Jesus glaubt, glaubt an Gott. Wer Jesus kennt (sieht), kennt (sieht) Gott.
2) Wie war Jesus von Nazareth?
a) Jesus war nicht oberflächlich und passte sich nicht einfach den vorherrschenden Meinungen an. Er sah nicht auf das Äußerliche von “guten” oder “schlechten” Menschen, sondern sah auf ihr Herz:
Als Jesus durch die Stadt ging, sah er den Zolleinnehmer Matthäus am Zoll sitzen. Jesus forderte ihn auf: «Komm, geh mit mir!» Sofort stand Matthäus auf und folgte ihm. Später war Jesus mit seinen Jüngern bei Matthäus zu Gast. Matthäus lud viele seiner Kollegen ein und andere Leute, die ebenso verrufen waren. «Weshalb gibt sich euer Lehrer mit solchem Gesindel ab?» empörten sich die Pharisäer. Jesus hörte das und antwortete: «Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken!» (Mt 9,9-13, Bibelübersetzung Hoffnung für Alle)
b) Jesus hatte Mitleid mit Menschen in der Not und heilte viele:
Als Jesus all das hörte, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. (Mt 14,13-14, Einheitsübersetzung)
c) Jesus war ein Mann der klaren Worte:
Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. (Lk 12,13-15, Einheitsübersetzung)
d) Jesus war ein Mann der Tat:
Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! (Joh 2, 13-16, Einheitsübersetzung)
e) Jesus hatte nie gesündigt:
Jesus sagte zu den Juden, die nicht an ihn glaubten:
Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen? (Joh 8, 46a, Einheitsübersetzung)
f) Jesus war entschieden gegen Heuchelei:
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so schlimm ist wie ihr selbst. (Mat 23, 13-15, Einheitsübersetzung)
g) Jesus war barmherzig und voller Vergebung:
Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!
(Joh 8, 3-11, Einheitsübersetzung)
3) Was tat Jesus von Nazareth?
a) Jesus ruft Menschen zur Nachfolge auf und will sie lehren, später andere zu Christen zu machen (“Menschenfischer”):
Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. (Mk 1,16-18, Einheitsübersetzung)
b) Jesus heilte durch Wunder Menschen:
Viele Menschen folgten Jesus, als er den Berg hinuntergestiegen war. Da trat ihm ein Aussätziger in den Weg. Er fiel vor ihm nieder und sagte: "Herr, wenn du willst, kannst du mich gesund machen." Jesus berührte ihn. "Ich will es tun", sagte er. "Sei gesund!" Und im selben Augenblick war der Mann von seiner Krankheit geheilt. (Mt 8,1-3, Neues Leben Übersetzung)
c) Jesus beherrschte die Natur:
Als es Abend wurde, sagte Jesus zu seinen Jüngern: "Wir wollen auf die andere Seite des Sees fahren." Jesus war schon im Boot. So entließen die Jünger die Menge, stiegen zu ihm ins Boot und fuhren los. Einige andere Boote fuhren mit ihnen. Doch bald darauf erhob sich ein heftiger Sturm, und hohe Wellen schlugen ins Boot, bis es fast ganz voll Wasser gelaufen war. Währenddessen schlief Jesus hinten im Boot mit dem Kopf auf einem Kissen. In ihrer Verzweiflung weckten sie ihn schließlich und riefen: "Lehrer, macht es dir denn gar nichts aus, dass wir umkommen?" Jesus erwachte, bedrohte den Wind und befahl dem Wasser: "Schweig! Sei still!" Sogleich legte sich der Wind, und es herrschte tiefe Stille. Und er fragte die Jünger: "Warum seid ihr so ängstlich? Habt ihr immer noch keinen Glauben?" Voll Furcht sagten sie zueinander: "Wer ist dieser Mann, dass ihm sogar Wind und Wellen gehorchen?" (Mk 4,36-41, Neues Leben Übersetzung)
d) Jesus vergab Sünden:
Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: "Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben." Doch einige Schriftgelehrte, die dabeisaßen, dachten: "Wie kann er so etwas sagen? Das ist doch Gotteslästerung! Nur Gott allein kann Sünden vergeben!" Jesus wusste, was in ihnen vorging und sagte: "Warum macht ihr euch in euren Herzen solche Gedanken? Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen, 'Deine Sünden sind dir vergeben' oder: 'Steh auf, nimm deine Matte und geh'? Ich werde euch beweisen, dass der Menschensohn auf der Erde die Vollmacht besitzt, Sünden zu vergeben." Und er wandte sich dem Gelähmten zu und sagte zu ihm: "Steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause, denn du bist geheilt!". Der Mann sprang auf, nahm die Matte und bahnte sich einen Weg durch die staunende Menge. Da lobten sie alle Gott. "So etwas haben wir noch nie gesehen!", riefen sie. (Mk 2,5-12, Neues Leben Übersetzung)
e) Jesus starb für unsere Sünden:
Der Apostel Paulus schrieb in einem Brief an die Gemeinde in Korinth:
Nun will ich euch noch einmal an die gute Botschaft erinnern, liebe Brüder, die ich euch verkündet habe. Ihr habt sie damals angenommen, und sie ist auch heute das Fundament eures Glaubens. Durch sie werdet ihr gerettet, wenn ihr daran festhaltet, genau so, wie ich sie euch verkündet habe - es sei denn, ihr seid vergeblich zum Glauben gekommen. Ich habe euch das weitergegeben, was am wichtigsten ist und was auch mir selbst überliefert wurde - dass Christus für unsere Sünden starb, genau wie es in der Schrift steht... (1. Kor 15,1-3, Neues Leben Übersetzung)
h) Jesus war wie Gott und erniedrigte sich als Mensch auf das Äußerste:
Der Apostel Paulus schrieb in einem Brief an die Gemeinde in Philippi:
Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. (Phil 2,6-8, Einheitsübersetzung)
Der Apostel Johannes schrieb in seinem Evangelium:
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. (Joh 3, 16, Einheitsübersetzung)
f) Jesus stand von den Toten auf:
Der Apostel Paulus schrieb in einem Brief an die Gemeinde in Korinth:
... Er wurde begraben und ist am dritten Tag von den Toten auferstanden, wie es in der Schrift steht. (1. Kor 15,4, Neues Leben Übersetzung)
g) Jesus fuhr in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes (d.h. Jesus erhielt einen Ehrenplatz als Gottes “Repräsentanten”):
(Johannes) Markus, ein zeitweiliger Begleiter des Apostel Paulus schrieb in seinem Evangelium:
Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte, wurde er in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes. (Mk 16,19, Einheitsübersetzung)
4) Was hat Jesus von Nazareth gelehrt?
a) Reich Gottes:
Jesus ist gekommen, um die Evangelium (=gute Botschaft) des Reich Gottes zu verkündigen
Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden.
(Lk 4,43, Einheitsübersetzung)
Jesus ruft die Menschen auf - wie zuvor schon Johannes der Täufer - , sich vom Sündigen abzukehren, um sich für das Kommen des Reiches Gottes vorzubereiten
Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!
(Mk 1,14-15, Einheitsübersetzung)
Jesus erklärt in der sog. Bergpredigt (s.u.) welche Bedingungen an die Menschen von Gott gestellt werden, damit sie in das vor langer Zeit angekündigte Reich Gottes gelangen/eintreten können.
Jesus erklärt in vielen Gleichnissen was die Merkmale des Reiches Gottes sind.
Im Gleichnis vom vergrabenen Schatz macht Jesus deutlich wie kostbar das Reich Gottes ist, so dass es sich lohnt, auch seinen ganzen Besitz dafür einzusetzen.
Das Himmelreich ist wie ein Schatz, den ein Mann in einem Feld verborgen fand. In seiner Aufregung versteckte er ihn wieder und verkaufte alles, was er besaß, um genug Geld zu beschaffen, damit er das Feld kaufen konnte - und mit ihm den Schatz zu erwerben!
(Mt 13,44, Neues Leben Übersetzung)
Jesus forderte eine entschiedene Nachfolge, um für das Reich Gottes geeignet zu sein.
Zu einem anderen sagte er: "Komm, folge mir nach." Dieser jedoch antwortete: "Herr, lass mich zuerst noch nach Hause gehen und meinen Vater begraben." Jesus erwiderte: "Lass die Menschen, die nicht nach Gott fragen, für ihre Toten sorgen. Deine Aufgabe ist es hinzugehen und das Kommen des Reiches Gottes zu verkündigen." Ein anderer sagte: "Ja, Herr, ich will mit dir gehen, aber lass mich zuerst noch von meiner Familie Abschied nehmen." Doch Jesus sagte: "Wer eine Hand an den Pflug legt und dann zurückschaut, ist nicht geeignet für das Reich Gottes."
(Lk 9,59-62, Neues Leben Übersetzung)
Jesus machte den Menschen klar, dass es nicht so einfach ist, in das Reich Gottes zu kommen und dass man dafür auch etwas tun muss.
Jemand fragte ihn: "Herr, werden nur wenige errettet werden?" Er erwiderte: "Die Tür zum Himmel ist eng. Bemüht euch hineinzukommen, denn viele werden es versuchen, doch wenn der Hausherr die Tür verschlossen hat, wird es zu spät sein. Dann werdet ihr draußen stehen, klopfen und bitten: 'Herr, öffne uns!' Doch er wird entgegnen: 'Ich kenne euch nicht.' Ihr werdet sagen: 'Aber wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast in unseren Straßen gelehrt.' Da wird er entgegnen: 'Ich sage euch: Ich kenne euch nicht. Fort mit euch, die ihr böse und ungerechte Dinge tut.' Dann wird lautes Weinen und Zähneknirschen ertönen, denn ihr werdet Abraham, Isaak, Jakob und die Propheten im Reich Gottes sehen, ihr aber werdet hinausgeworfen. Dann werden Menschen aus der ganzen Welt kommen und ihre Plätze im Reich Gottes einnehmen. Und macht euch eines klar: Manche, die jetzt gering geachtet sind, werden dann geehrt sein; und andere, die jetzt geehrt werden, werden dann gering geachtet sein."
(Lk 13,23-30, Neues Leben Übersetzung)
Jesus lehrt, dass man nur durch eine Wiedergeburt aus Wasser und Geist in das Reich Gottes kommen kann.
Eines Nachts kam ein Pharisäer mit Namen Nikodemus zu Jesus, der zu den führenden Juden zählte. "Meister", sagte er, "wir alle wissen, dass Gott dich gesandt hat, um uns zu lehren. Die Wunder, die du tust, beweisen, dass Gott mit dir ist."
Jesus erwiderte: "Ich versichere dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen." "Was meinst du damit?", rief Nikodemus aus. "Wie kann denn ein alter Mensch wieder in den Leib seiner Mutter zurückkehren und zum zweiten Mal geboren werden?"
Jesus erwiderte: "Ich sage dir: Niemand kommt in das Reich Gottes, der nicht aus Wasser und Geist geboren wird. Menschen können nur menschliches Leben hervorbringen, der Heilige Geist jedoch schenkt neues Leben von Gott her. Darum wundere dich nicht, wenn ich sage, dass ihr von neuem geboren werden müsst.
(Joh 3,1-7, Neues Leben Übersetzung)
Die “Wiedergeburt aus Wasser und Geist” ist die Taufe in Wasser und Geist (siehe hierzu den Artikel “Die Heilsbedeutung der Taufe” von Karl Krull.
Um diese Zeit fing Johannes der Täufer an, in der Wüste von Judäa zu predigen: "Kehrt um und wendet euch Gott zu, denn das Himmelreich ist nahe." Schon Jesaja hatte auf Johannes hingewiesen, als er verkündete: "Er ist eine Stimme, die in der Wüste ruft: 'Schafft Raum für das Kommen des Herrn! Ebnet ihm den Weg!' "
Johannes trug Kleider aus gewebtem Kamelhaar und einen Lederriemen um die Hüften; er ernährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. Aus Jerusalem, aus allen Teilen Judäas und aus dem ganzen Jordanland strömten die Menschen hinaus in die Wüste, um ihn predigen zu hören. Und wenn sie ihre Sünden bekannt hatten, taufte er sie im Jordan.
Als er aber sah, dass auch viele Pharisäer und Sadduzäer kamen, um sich von ihm taufen zu lassen, fuhr er sie an. "Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, ihr könntet dem bevorstehenden Gericht Gottes entkommen? Beweist durch euren Lebenswandel, dass ihr eure Sünden hinter euch gelassen und euch Gott zugewandt habt. Es genügt nicht zu sagen: 'Wir sind die Nachkommen Abrahams. Uns kann nichts geschehen.' Das beweist gar nichts. Wenn Gott wollte, könnte er aus diesen Steinen Kinder Abrahams machen. Die Axt wird schon durch die Luft geschwungen, bereit, eure Wurzeln abzuhacken; denn jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
Ich taufe all diejenigen mit Wasser, die ihren Sünden den Rücken kehren und sich Gott zuwenden. Doch bald kommt einer, der ist viel stärker als ich - so viel gewaltiger, dass ich nicht einmal wert bin, sein Diener zu sein. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
Er wird mit seiner Schaufel die Spreu vom Weizen trennen, den Dreschplatz aufräumen und den Weizen in die Scheune bringen; die Spreu aber wird er im ewigen Feuer verbrennen."
Um diese Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen. Doch Johannes weigerte sich. "Eigentlich müsste ich mich von dir taufen lassen", sagte er, "warum kommst du zu mir?" Jesus erwiderte: "Es muss sein. Wir müssen alles so halten, wie es von Gott aus sein soll." Da taufte ihn Johannes. Als Jesus gerade aus dem Wasser stieg, öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabschweben und sich auf ihm niederlassen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: "Dies ist mein geliebter Sohn, an ihm habe ich große Freude."
(Mat 3,1-17, Neues Leben Übersetzung)
Jesus lehrt, dass Glaube UND Taufe für die Seelenrettung und den Eingang in das Reich Gottes notwendig sind. Taufe OHNE Glauben ist jedoch wirkungslos.
Und er sagte zu ihnen: "Geht in die ganze Welt und verkündet allen Menschen die gute Botschaft. Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden. Wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden.
(Mk 16,15-16, Neues Leben Übersetzung)
Weiterführende Informationen zum Thema “Reich Gottes”:
siehe in Jesus von Nazareth: Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung (Joseph Ratzinger)
b) Bergpredigt:
Als Jesus die Menschenmenge sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, seine Jünger versammelten sich um ihn, und er begann sie zu lehren. (Mt 5,1-2, Neue Genfer Übersetzung)
Wer ist glücklich zu preisen?
Er sagte:
»Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Glücklich zu preisen sind die, die trauern; denn sie werden getröstet werden.
Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen; denn sie werden die Erde als Besitz erhalten.
Glücklich zu preisen sind die, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten; denn sie werden satt werden.
Glücklich zu preisen sind die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Glücklich zu preisen sind die, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott sehen.
Glücklich zu preisen sind die, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Glücklich zu preisen sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Glücklich zu preisen seid ihr, wenn man euch um meinetwillen beschimpft und verfolgt und euch zu Unrecht die schlimmsten Dinge nachsagt.
Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch. Genauso hat man ja vor euch schon die Propheten verfolgt.«
(Mt 5,3-12, Neue Genfer Übersetzung)
Salz der Erde und Licht der Welt
»Ihr seid das Salz der Erde. Wenn jedoch das Salz seine Kraft verliert, womit soll man sie ihm wiedergeben? Es taugt zu nichts anderem mehr, als weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Auch zündet niemand eine Lampe an und stellt sie dann unter ein Gefäß. Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt. So soll auch euer Licht vor den Menschen leuchten: Sie sollen eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.«
(Mt 5,13-16, Neue Genfer Übersetzung)
Die Erfüllung des Gesetzes
»Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, um außer Kraft zu setzen, sondern um zu erfüllen. Denn ich sage euch: Solange Himmel und Erde nicht vergehen, wird auch kein einziger BuchstabeB und nicht ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen; alles muss sich erfüllen.
Wer darum eines dieser Gebote - und wäre es das geringste - für ungültig erklärt und die Menschen in diesem Sinn lehrt, der gilt im Himmelreich als der Geringste. Wer aber danach handelt und entsprechend lehrt, der gilt viel im Himmelreich
Denn ich sage euch: Wenn euer Leben der Gerechtigkeit Gottes nicht besser entspricht als das der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr mit Sicherheit nicht ins Himmelreich kommen.«
(Mt 5,17-20, Neue Genfer Übersetzung)
Erfüllung des Gebotes, nicht zu töten
»Ihr wisst, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ›Du sollst keinen Mord begehen!B Wer einen Mord begeht, soll vor Gericht gestellt werden.‹ Ich aber sage euch: Jeder, der auf seinen Bruder zornig ist, gehört vor Gericht. Wer zu seinem Bruder sagt: ›Du Dummkopf‹, der gehört vor den Hohen Rat. Und wer zu ihm sagt: ›Du Idiot‹, der gehört ins Feuer der Hölle
Wenn du also deine Gabe zum Altar bringst und dir dort einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, dann lass deine Gabe dort vor dem Altar; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder! Danach komm und bring ´Gott` deine Gabe dar.
Wenn du jemand eine Schuld zu bezahlen hast, dann einige dich mit ihm, solange du noch mit ihm auf dem Weg ´zum Gericht` bist. Tu es schnell, sonst übergibt er dich dem Richter, und dieser übergibt dich dem Gerichtsdiener, und du wirst ins Gefängnis geworfen.
Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bevor du alles bis auf den letzten Heller bezahlt hast.«
(Mt 5,21-26, Neue Genfer Übersetzung)
Erfüllung des Gebotes, nicht die Ehe zu brechen
»Ihr wisst, dass es heißt: ›Du sollst nicht die Ehe brechen!‹ Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau mit begehrlichem Blick ansieht, hat damit in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Wenn du durch dein rechtes Auge zu Fall kommst, dann reiß es aus und wirf es weg! Es ist besser, du verlierst eines deiner Glieder, als dass du mit unversehrtem Körper in die Hölle geworfen wirst. Und wenn du durch deine rechte Hand zu Fall kommst, dann hau sie ab und wirf sie weg! Es ist besser, du verlierst eines deiner Glieder, als dass du mit unversehrtem Körper in die Hölle kommst.«
(Mt 5,27-30, Neue Genfer Übersetzung)
Auch Ehescheidung ist Ehebruch
»Es heißt: ›Wer sich von seiner Frau scheiden will, muss ihr eine Scheidungsurkunde aushändigen.‹ Ich aber sage euch: Jeder, der sich von seiner Frau scheidet - es sei denn, dass sie ihm untreu geworden ist -, treibt sie in den Ehebruch; und wer eine geschiedene Frau heiratet, begeht ebenfalls Ehebruch.«
(Mt 5,31-32, Neue Genfer Übersetzung)
Erfüllung des Gebotes, den Eid zu halten
»Ihr wisst auch, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ›Einen Eid darfst du nicht brechen; du sollst alles halten, was du dem Herrn geschworen hast.‹ Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Nicht einmal mit deinem eigenen Kopf sollst du dich verbürgen, wenn du schwörst; denn du bist nicht in der Lage, auch nur ein einziges deiner Haare weiß oder schwarz werden zu lassen. Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein; jedes weitere Wort ist vom Bösen.«
(Mt 5,33-37, Neue Genfer Übersetzung)
Erfüllung des Gesetzes, das die Vergeltung regelt
»Ihr wisst, dass es heißt: ›Auge um Auge, Zahn um Zahn.‹ Ich aber sage euch: Setzt euch nicht zur Wehr gegen den, der euch etwas Böses antut. Im Gegenteil: Wenn dich jemand auf die rechte Backe schlägt, dann halt ihm auch die linke hin. Wenn einer mit dir vor Gericht gehen will, um zu erreichen, dass er dein Hemd bekommt, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn jemand von dir verlangt, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Gib dem, der dich bittet, und weise den nicht ab, der etwas von dir ausleihen möchte.«
(Mt 5,38-42, Neue Genfer Übersetzung)
Erfüllung des Gebotes der Nächstenliebe
»Ihr wisst, dass es heißt: ›Du sollst deine Mitmenschen lieben, und du sollst deine Feinde hassen.‹ Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen. Damit erweist ihr euch als Söhne eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne über Bösen und Guten aufgehen und lässt es regnen für Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr ´nur` die liebt, die euch Liebe erweisen, was für einen Lohn habt ihr dafür zu erwarten? Tun das nicht sogar ´Leute wie` die Zolleinnehmer? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht sogar die Heiden, ´die Gott nicht kennen`? Ihr aber sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.«
(Mt 5,43-48, Neue Genfer Übersetzung)
Wahre und falsche Frömmigkeit ...
»Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen! Sonst habt ihr von eurem Vater im Himmel keinen Lohn mehr zu erwarten.«
(Mt 6,1, Neue Genfer Übersetzung)
... beim Geben
»Wenn du zum Beispiel den Armen etwas gibst, lass es nicht vor dir her mit Posaunen ankündigen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten geehrt zu werden. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten. Wenn du den Armen etwas gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut.Was du gibst, soll verborgen bleiben. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen.«
(Mt 6,2-4, Neue Genfer Übersetzung)
... beim Beten
»Und wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler, die sich zum Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken stellen, um von den Leuten gesehen zu werden. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten. Wenn du beten willst, geh in dein Zimmer, schließ die Tür, und dann bete zu deinem Vater, der ´auch` im Verborgenen ´gegenwärtig` ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dich belohnen. Beim Beten sollt ihr nicht leere Worte aneinander reihen wie die Heiden, ´die Gott nicht kennen`. Sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie, denn euer Vater weiß, was ihr braucht, und zwar schon bevor ihr ihn darum bittet.
Ihr sollt so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe auf der Erde, wie er im Himmel geschieht. Gib uns heute unser tägliches Brot. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die an uns schuldig wurden. Und lass uns nicht in Versuchung geraten, sondern errette uns vor dem Bösen. Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, wird euer Vater ´im Himmel` euch eure Verfehlungen auch nicht vergeben.«
(Mt 6,5-15, Neue Genfer Übersetzung)
... beim Fasten
»Wenn ihr fastet, setzt keine Leidensmiene auf wie die Heuchler. Sie vernachlässigen ihr Aussehen, damit die Leute ihnen ansehen, dass sie fasten. Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn damit schon erhalten. Wenn du fastest, pflege dein Haar und wasche dir das Gesicht ´wie sonst auch`, damit die Leute dir nicht ansehen, dass du fastest; nur dein Vater, der ´auch` im Verborgenen ´gegenwärtig` ist, ´soll es wissen`. Dann wird dein Vater, der ins Verborgene sieht, dich belohnen.«
(Mt 6,16-18, Neue Genfer Übersetzung)
Zweierlei Reichtum
»Sammelt euch keine Reichtümer hier auf der Erde, wo Motten und Rost sie zerfressen und wo Diebe einbrechen und sie stehlen. Sammelt euch stattdessen Reichtümer im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie zerfressen und wo auch keine Diebe einbrechen und sie stehlen. Denn wo dein Reichtum ist, da wird auch dein Herz sein.«
(Mt 6,19-21, Neue Genfer Übersetzung)
Licht und Finsternis. Das Gleichnis vom Auge
»Das Auge gibt dem Körper Licht. Ist dein Auge gut, dann ist dein ganzer Körper im Licht. Ist dein Auge jedoch schlecht, dann ist dein ganzer Körper im Finstern. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, welch eine Finsternis wird das sein!«
(Mt 6,22-23, Neue Genfer Übersetzung)
Gott oder der Mammon (=materielle Reichtum)
»Ein Mensch kann nicht zwei Herren dienen. Er wird dem einen ergeben sein und den anderen abweisen. Für den einen wird er sich ganz einsetzen, und den anderen wird er verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Mammon.«
(Mt 6,24, Neue Genfer Übersetzung)
Gottes Reich und irdische Sorgen
»Deshalb sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um das, was ihr an Essen und Trinken zum Leben und an Kleidung für euren Körper braucht. Ist das Leben nicht wichtiger als die Nahrung, und ist der Körper nicht wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte, und euer Vater im Himmel ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann dadurch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern? Und warum macht ihr euch Sorgen um eure Kleidung? Seht euch die Lilien auf dem Feld an und lernt von ihnen! Sie wachsen, ohne sich abzumühen und ohne zu spinnen ´und zu weben`. Und doch sage ich euch: Sogar Salomo in all seiner Pracht war nicht so schön gekleidet wie eine von ihnen. Wenn Gott die Feldblumen, die heute blühen und morgen ins Feuer geworfen werden, so herrlich kleidet, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern, ihr Kleingläubigen? Macht euch also keine Sorgen! Fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um diese Dinge geht es den Heiden, ´die Gott nicht kennen`. Euer Vater im Himmel aber weiß, dass ihr das alles braucht. Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt.«
(Mt 6,25-34, Neue Genfer Übersetzung)
Warnung vor selbstgerechtem Urteilen ...
»Verurteilt niemand, damit auch ihr nicht verurteilt werdet.Denn so, wie ihr über andere urteilt, werdet ihr selbst beurteilt werden, und mit dem Maß, das ihr bei anderen anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden. Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ›Halt still! Ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen‹ - und dabei sitzt ein Balken in deinem eigenen Auge? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen und kannst den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehen.«
(Mt 7,1-5, Neue Genfer Übersetzung)
... aber kein Verzicht auf notwendige Beurteilung
»Gebt das Heilige nicht den Hunden, werft eure Perlen nicht vor die Schweine! Sie könnten sonst eure Perlen zertrampeln und sich dann gegen euch selbst wenden und euch zerreißen.«
(Mt 7,6, Neue Genfer Übersetzung)
Bitten und Empfangen
»Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet. Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet, und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder würde jemand unter euch seinem Kind einen Stein geben, wenn es ihn um Brot bittet? Würde er ihm eine Schlange geben, wenn es ihn um einen Fisch bittet? Wenn also ihr, die ihr doch böse seid, das nötige Verständnis habt, um euren Kindern gute Dinge zu geben, wie viel mehr wird dann euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten.«
(Mt 7,7-11, Neue Genfer Übersetzung)
Eine goldene Regel für den Umgang mit Menschen
»Handelt den Menschen gegenüber in allem so, wie ihr es von ihnen euch gegenüber erwartet. Das ist es, was das Gesetz und die Propheten fordern.«
(Mt 7,12, Neue Genfer Übersetzung)
Der breite und der schmale Weg
»Geht durch das enge Tor! Denn das weite Tor und der breite Weg führen ins Verderben, und viele sind auf diesem Weg. Doch das enge Tor und der schmale Weg führen ins Leben, und nur wenige finden diesen Weg.«
(Mt 7,13-14, Neue Genfer Übersetzung)
Warnung vor falschen Propheten
»Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen im Schafskleid zu euch, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa Trauben von Dornbüschen oder Feigen von Disteln? So trägt jeder gute Baum gute Früchte; ein schlechter Baum hingegen trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte tragen; ebenso wenig kann ein schlechter Baum gute Früchte tragen. Jeder Baum, der keine guten Früchte trägt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb ´sage ich`: An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.«
(Mt 7,15-20, Neue Genfer Übersetzung)
Warnung vor Selbsttäuschung
»Nicht jeder, der zu mir sagt: ›Herr, Herr!‹, wird ins Himmelreich kommen, sondern nur der, der den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ›Herr, Herr! Haben wir nicht in deinem Namen prophetisch geredet, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder getan?‹ Dann werde ich zu ihnen sagen: ›Ich habe euch nie gekannt. Geht weg von mir, ihr mit eurem gesetzlosen Treiben!‹«
(Mt 7,21-23, Neue Genfer Übersetzung)
Auf Fels oder auf Sand gebaut
»Darum gleicht jeder, der meine Worte hört und danach handelt, einem klugen Mann, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es nicht ein; es ist auf felsigen Grund gebaut. Jeder aber, der meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf sandigen Boden baut. Wenn dann ein Wolkenbruch niedergeht und die Wassermassen heranfluten und wenn der Sturm tobt und mit voller Wucht über das Haus hereinbricht, stürzt es ein und wird völlig zerstört.«
(Mt 7,24-27, Neue Genfer Übersetzung)
Die Wirkung der Rede Jesu
Als Jesus seine Rede beendet hatte, war die Menge von seiner Lehre tief beeindruckt, denn er lehrte sie nicht wie ihre Schriftgelehrten, sondern mit Vollmacht.
(Mt 7,28-29, Neue Genfer Übersetzung)
c) Missions- und Lehrauftrag:
Jesus kam und sagte zu seinen Jüngern: "Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch, bis ans Ende der Zeit."
(Mt 28,18-20, Neues Leben Übersetzung)
d) Zusammenfassung:
1. Wir sollen zu allererst Gott, aber genauso wichtig auch unsere Mitmenschen lieben:
"Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz von Mose?"
Jesus antwortete: "'Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken!' Das ist das erste und wichtigste Gebot.
Ein weiteres ist genauso wichtig: 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.'
Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten gründen sich auf diese beiden Gebote."
(Mt 22,36-40, Neues Leben Übersetzung)
2. Jesus lieben drückt sich vor allem darin aus, Seine Gebote zu halten:
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.
(Joh 14,15, Neues Leben Übersetzung)
3. Unser Seelenheil hängt davon ab, ob wir in Jesus sind und aktiv bleiben (und die Welt wird uns für unsere Liebe und unseren Gehorsam zu Ihm hassen):
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner.
Er schneidet jede Rebe ab, die keine Frucht bringt, und beschneidet auch die Reben, die bereits Früchte tragen, damit sie noch mehr Frucht bringen. Ihr seid schon durch die Botschaft, die ich euch gegeben habe, beschnitten. Bleibt in mir, und ich werde in euch bleiben. Denn eine Rebe kann keine Frucht tragen, wenn sie vom Weinstock abgetrennt wird, und auch ihr könnt nicht, wenn ihr von mir getrennt seid, Frucht hervorbringen.
Ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und ich in ihm, wird viel Frucht bringen. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, wird fortgeworfen wie eine nutzlose Rebe und verdorrt. Solche Reben werden auf einen Haufen geworfen und verbrannt. Doch wenn ihr mit mir verbunden bleibt und meine Worte in euch bleiben, könnt ihr bitten, um was ihr wollt, und es wird euch gewährt werden!
Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht hervorbringt und meine Jünger werdet.
Ich habe euch genauso geliebt, wie der Vater mich geliebt hat. Bleibt in meiner Liebe. Wenn ihr mir gehorcht, bleibt ihr in meiner Liebe, genauso wie ich meinem Vater gehorche und in seiner Liebe bleibe. Ich sage euch das, damit meine Freude euch erfüllt. Ja, eure Freude soll vollkommen sein!
Ich gebiete euch, einander genauso zu lieben, wie ich euch liebe. Die größte Liebe beweist der, der sein Leben für die Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Diener, weil ein Herr seine Diener nicht ins Vertrauen zieht. Ihr seid jetzt meine Freunde, denn ich habe euch alles gesagt, was ich von meinem Vater gehört habe.
Nicht ihr habt mich erwählt, ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu berufen, hinzugehen und Frucht zu tragen, die Bestand hat, damit der Vater euch gibt, was immer ihr ihn in meinem Namen bittet.
Ich gebe euch das Gebot, einander zu lieben.
Wenn die Welt euch hasst, dann denkt daran, dass sie mich schon gehasst hat, ehe sie euch gehasst hat. Die Welt würde euch lieben, wenn ihr zu ihr gehören würdet, aber das tut ihr nicht. Ich habe euch erwählt, aus der Welt herauszutreten; deshalb hasst sie euch. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: 'Ein Diener ist nicht größer als sein Herr.' Da sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. Und wenn sie auf mein Wort gehört haben, werden sie auch auf euch hören! Die Menschen in der Welt werden gegen euch sein, weil ihr zu mir gehört, denn sie kennen Gott nicht, der mich gesandt hat.
(Joh 15,1-21, Neues Leben Übersetzung)
5) Was wird Jesus von Nazareth tun?
a) Jesus wird wieder auf die Erde kommen:
Wenn der Menschensohn wiederkommt, wird es sein wie zur Zeit Noahs. In den Tagen vor der Sintflut feierten die Menschen rauschende Feste, Orgien und Hochzeiten, bis Noah in seine Arche stieg. Sie merkten nicht, was geschah, bis die Flut kam und sie alle hinwegschwemmte.
Genauso wird es sein, wenn der Menschensohn kommt. Zwei Männer werden zusammen auf dem Feld arbeiten; einer wird mitgenommen, der andere zurückgelassen. Zwei Frauen werden in der Mühle Mehl mahlen; eine wird mitgenommen, die andere zurückgelassen. Deshalb haltet euch bereit, denn ihr wisst nicht, wann euer Herr wiederkommt.
Macht euch eines klar: Ein Hausbesitzer, der weiß, wann der Dieb kommt, ist wachsam und lässt es nicht zu, dass in sein Haus eingebrochen wird. Ihr müsst jederzeit bereit sein. Denn der Menschensohn wird kommen, wenn ihr es am wenigsten erwartet.
Wer ist also ein vertrauenswürdiger und kluger Diener, dem der Herr sein Haus und die Versorgung seiner Familie anvertrauen kann? Wenn der Herr zurückkommt und feststellt, dass der Diener seine Aufgabe zu seiner Zufriedenheit erfüllt, ist der Diener glücklich zu schätzen. Ich versichere euch: Der Herr wird diesem Diener die Verantwortung für seinen gesamten Besitz übertragen.
Doch wenn der Diener böse ist und glaubt, 'Mein Herr wird ja erst einmal eine Weile fort sein', wenn er anfängt, die anderen Diener schlecht zu behandeln, und Trinkgelage veranstaltet - dann wird sein Herr unangemeldet und völlig überraschend zurückkehren. Und er wird diesen Diener davonjagen und dorthin schicken, wo auch die Heuchler sind. Und an jenem Ort werden sie weinen und mit den Zähnen knirschen."
(Mat 24,37-51, Neues Leben Übersetzung)
b) Jesus wird über die Menschen zu Gericht sitzen:
Jesus rief der Menge zu: "Wenn ihr mir glaubt, glaubt ihr nicht nur an mich, sondern an Gott, der mich gesandt hat. Denn wenn ihr mich seht, seht ihr den, der mich gesandt hat. Ich bin als Licht gekommen, um in dieser dunklen Welt zu leuchten, damit alle, die an mich glauben, nicht im Dunkel bleiben. Wenn jemand mich hört und mir nicht gehorcht, bin ich nicht sein Richter - denn ich bin gekommen, um die Welt zu retten, und nicht, um sie zu richten. Doch wer mich und meine Botschaft ablehnt, wird am Tag des Gerichts durch meine Worte, die ich gesprochen habe, gerichtet werden. Ich spreche nicht aufgrund eigener Vollmacht. Der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen soll. Und ich weiß, dass seine Weisungen zum ewigen Leben führen; deshalb sage ich, was der Vater mir zu sagen gebietet!" (Joh 12,44-50, Neues Leben Übersetzung)
c) Jesus wird die einen zur ewigen Strafe verdammen und die anderen zur ewigen Freude retten:
»Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommen wird und mit ihm alle Engel, dann wird er in königlichem Glanz auf seinem Thron Platz nehmen. Alle Völker werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen in zwei Gruppen teilen, so wie der Hirte die Schafe und die Ziegen voneinander trennt. Die Schafe wird er rechts von sich aufstellen und die Ziegen links.
Dann wird der König zu denen auf der rechten Seite sagen: ›Kommt her, ihr seid von meinem Vater gesegnet! Nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch vorbereitet ist.
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen; ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt euch um mich gekümmert; ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.‹
Dann werden ihn die Gerechten fragen: ›Herr, wann haben wir dich denn hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden bei uns gesehen und haben dich aufgenommen? Oder wann haben wir dich gesehen, als du nichts anzuziehen hattest, und haben dir Kleidung gegeben? Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und haben dich besucht?‹
Darauf wird der König ihnen antworten: ›Ich sage euch: Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt - und wäre er noch so gering geachtet gewesen -, das habt ihr für mich getan.‹
Dann wird er zu denen auf der linken Seite sagen: ›Geht weg von mir, ihr seid verflucht! Geht in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist!
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben; ich war ein Fremder, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und war im Gefängnis, und ihr habt euch nicht um mich gekümmert.‹
Dann werden auch sie fragen: ›Herr, wann haben wir dich denn hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder ohne Kleidung oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht geholfen?‹ Darauf wird er ihnen antworten: ›Ich sage euch: Was immer ihr an einem meiner Brüder zu tun versäumt habt - und wäre er noch so gering geachtet gewesen -, das habt ihr mir gegenüber versäumt.‹
So werden sie an ´den Ort` der ewigen Strafe gehen, die Gerechten aber werden ins ewige Leben eingehen.«
(Mt 25,31-46, Neue Genfer Übersetzung)
6) Was folgt daraus für uns?
Wer Jesus wirklich kennt und liebt, wer wirklich an Jesus glaubt und ihm glaubt, der hält auch seine Gebote. D.h. ein Christ versucht so zu leben, wie auch Jesus (als unser Vorbild) gelebt hat*:
Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner und die Wahrheit ist nicht in ihm. Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet. Wir erkennen daran, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, muss auch leben, wie er gelebt hat. (1. Joh 2,3-6, Einheitsübersetzung)
*) Wichtiger Hinweis:
Dies ist jedoch nur mit Gottes Kraft, Seinem Heiligen Geist wirklich möglich, den wir von Gott nach unserer Bekehrung und Taufe erhalten (siehe auch Wiedergeburt).
Man sollte aber nicht (von sich oder anderen Christen) erwarten, dass man sofort nach der Bekehrung und Taufe vollkommen ist. Es benötigt Zeit und geistliche Erziehung (von Gott und anderen Christen) bis die folgenden Früchte des Heiligen Geiste in ihrer Fülle und Reife herangewachsen sind:
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen. Wir wollen nicht prahlen, nicht miteinander streiten und einander nichts nachtragen. (Gal 5, 22-25, Einheitsübersetzung)
Autor: Stefan Schweizer (30.09.2007)
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II. Grundlagen zur christlichen Gemeinde
1) Was zeichnet die Gemeinde (bzw. Gemeinschaft) Gottes aus?
a) Der Name der Gemeinde?
Nein.
Gemeindenamen gab es am Anfang überhaupt nicht und Gruppenbildung führt zu nicht gottgewollten Spaltungen (siehe 1. Kor 1, 10-13 ).
b) Die einwandfreien moralischen Standards in einer Gemeinde?
Nicht unbedingt.
Moralisches Verhalten zeichnete z.B. die Gemeinde in Korinth nicht aus (siehe z.B. 1. Kor 5, 1-2 ). Dennoch war sie eine Gemeinde Gottes (siehe 1. Kor 1, 1-2 ).
c) Die richtige Art und Weise des Gottesdienstes?
Nicht unbedingt.
Die Zusammenkünften der Korinther Gemeinde machten Gott oft keine Ehre (siehe z.B. 1. Kor 11, 20-21 ). Dennoch war sie eine Gemeinde Gottes (siehe 1. Kor 1, 1-2 ).
d) Die fehlerfreie Lehre?
Nicht unbedingt.
Einige der Korinther glaubten sogar nicht einmal eine solch grundlegende christliche Lehre wie die der Auferstehung der Toten (siehe 1. Kor 15, 12 ). Dennoch war sie eine Gemeinde Gottes (siehe 1. Kor 1, 1-2 ).
e) Die korrekte Organisation bzw. “richtigen” Leiter?
Nicht unbedingt.
Die korinthische Gemeinde hatte sogar falsche Apostel in ihrer Leitung und lehnte den “richtigen” Apostel Paulus ab (siehe c). Dennoch war sie eine Gemeinde Gottes (siehe 2. Kor 11,4-5 ).
f) Der Leib Christi, in den die Gläubigen durch den Empfang des Heiligen Geistes bei bzw. nach der christlichen Taufe aufgenommen wurden?
Ja, das ist zunächst einmal entscheidend (siehe 1. Kor 12,13 ).
Wobei hier klar ist, dass der Heiligen Geist nicht automatisch und zwingend durch ein Wasserbad oder einfaches Wasserbesprengen empfangen wird, sondern dass Gott ihn nur denjenigen Menschen schenkt, die ihre Sünden bereuen, von diesen umkehren und an den Herrn Jesus Christus glauben (siehe Apg 2,38 und Joh 3, 5-8 ).
Fazit:
Auch wenn Einiges in einer christlichen Gemeinde (noch) nicht stimmt und Gott überhaupt nicht gefällt, muss das nicht heißen, dass sie keine Gemeinde Gottes ist.
Dennoch ist klar - und das können wir in den Briefen des Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth deutlich erkennen -, dass diese falschen Dinge bzgl. der christlichen Lehre und des Lebenswandels angesprochen und korrigiert werden müssen. Ansonsten laufen wir Gefahr, von Gott doch noch eines Tages verworfen zu werden.
Autor: Stefan Schweizer (16.06.2007/16.01.2008)
Quelle: “What Makes a Congregation a Church of Christ? (1982) von Bruce Therry
2) Wie wird man Teil der Gemeinde (bzw. Gemeinschaft) Gottes?
Der Apostel Petrus sprach bei seiner ersten Predigt (nach Empfang des Heiligen Geistes an Pfingsten):
”Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.
Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder?
Petrus antwortete ihnen: Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird.
Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation!
Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden (ihrer Gemeinschaft) etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.” (Apg 2,36-41, Einheitsübersetzung)
D.h. also, dass jeder, der Jesus Christus als Herrn und Messias anerkennt, an ihn glaubt , von seinen Sünden umkehrt , sich auf den Namen Jesu Christi (bzw. des dreieinigen Gottes, siehe Mat 28,18-20 ) zur Vergebung der Sünden taufen lässt und den Heiligen Geist empfängt wird der Gemeinde Gottes hinzugefügt werden.
3) Wie sieht das Leben in der Gemeinde (bzw. Gemeinschaft) Gottes aus?
Lukas berichtet in der Apostelgeschichte, wie die ersten Christen nach ihrer Bekehrung und Taufe lebten:
”Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.
Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen.
Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte.
Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens.
Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt.
Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.” (Apg 2,42-46, Einheitsübersetzung)
Die ersten Christen hatten noch kein fertig geschriebenes Neues Testament und mussten sich zunächst von den Aposteln mündlich unterweisen lassen. Sie lebten nach dieser Lehre, die die Apostel selbst von Jesus Christus empfangen hatten (siehe z.B. die Bergpredigt).
Sie trafen sich regelmäßig in ihren Wohnungen, um Gemeinschaft zu pflegen, gemeinsam zu essen, zu Gott zu beten, zu singen (siehe auch 1. Kor 14,26 ) und um das so genannte Abendmahl bzw. das Mahl des Herrn abzuhalten (“Brechen des Brotes”, siehe 1. Kor 11,23-26 ).
Die ersten Christen hatten eine ganz praktisch ausgelebte Liebe füreinander: sie teilten ihren Besitz, so dass niemand Mangel an etwas hatte.
Offensichtlich aufgrund dieser Liebe, ihrer Freude an Gott und sicherlich auch aufgrund ihres insgesamt vorbildlichen Lebenswandels (nach der Lehre der Apostel) waren sie beim ganzen Volk beliebt.
Und Gott ließ diese erste Gemeinde zahlenmäßig stark wachsen.
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Letzte Änderung:20.11.2009
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