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Praxis

Praxis

Auf dieser Seite wird zukünftig die Praxis des christlichen Glaubens erörtert, d.h. Vorschläge gemacht wie wir als Christen heute, d.h. in unserer Zeit praktisch leben können bzw. sollten.

Folgende Themen sind hierbei geplant:

  • “Gottesdienst”
    • Wie können bzw. sollten wir heute “Gottesdienst” feiern?
    • Wie sollen wir unsere christlichen Versammlungen gestalten?
    • Wie sollte das Abendmahl gefeiert werden?
    • Welche Lieder können wir singen?
  • Nachfolge/Jüngerschaft
    • Wie können bzw. sollten wir heute Jesus praktisch nachfolgen?
    • Was bedeutet für uns “Jüngerschaft”?
    • Wie können wir unsere Beziehung zu Gott praktisch pflegen (Gebet, Bibellese etc.)?
  • Mission
    • Wie können bzw. sollten wir heute das Evangelium verkünden?
    • Wie sollen wir den christlichen Glauben praktisch weitergeben, um den  Missionsbefehl Jesu Christ umzusetzen, nämlich Jünger Jesus zu machen?
  • Wohltätigkeit
    • Wie können bzw. sollten wir heute praktisch anderen Menschen Gutes tun gemäß Jesu Gebot, den Nächsten zu lieben wie uns selbst?
  • Freizeit
    • Wie können bzw. sollten wir als Christen heute unsere Freizeit gestalten?
  • Veranstaltungen
    • Welche Veranstaltungen können bzw. sollten wir als Christen uns selbst und Nichtchristen bzw. Interessierten anbieten?


Übersicht

Grundsätzliches

Leitsatz für die Praxis

Mögliche Bewertungskriterien für eine christliche Gemeinde

Konzept eines zeitgemäßen Gottesdienstes

Materialsammlung für die Praxis des christliche Lebens

Das vorbildliche Glaubensleben der frühen Kirche (www.earlychurch.com)


Grundsätzliches:

Wie man den christlichen Glauben praktisch lebt hängt maßgeblich davon ab, was man unter der Gemeinde Gottes bzw. der Gemeinschaft der Heiligen versteht:

  • eine lediglich soziale Einrichtung?
  • eine rein theologische Ausbildungsstätte?
  • eine bloße Tradition?
  • eine strenge Erziehungsanstalt?
  • eine kulturelle Veranstaltung?
  • ein Heilmittel gegen das schlechte Gewissen?
  • etc.

Beim “Projekt Kirche” verstehen wir die Gemeinde Gottes in erster Linie als “heilige Familie Gottes”.

D.h. zwei Dinge sind hierbei grundsätzlich:

  1. Wir sind ein Familie mit allem was dazugehört (zusammen leben, lieben, lachen, trösten, helfen, ermutigen, erziehen etc.)
  2. Wir sind heilig, d.h. geistlich abgesondert und nicht zur Welt, sondern zu Gott gehörig (geistlich statt irdisch gesinnt, Lebenswandel nach den Geboten Gottes etc.)

Um eine solche heilige Familie sein und leben zu können, bietet sich natürlich mehr ein “Hausgemeinde-Stil” wie zu Zeiten der Apostel an als ein mehr institutionalisierter “Kirchen-Stil” der heutigen Zeit.

D.h., dass das christliche Leben mehr sich in kleineren familiären Gruppen mit möglichst echten und verbindlichen Freundschaften abspielt als einmal die Woche an einem eher traditionellen Gottesdienst am Sonntag.

Das heißt aber nicht, dass Gott uns keine Freiheit geben würde wie man in praktischen Dingen sein Leben in der Gemeinde Gottes lebt. Nur manche Dinge sind nützlicher, um Gottes Willen tun zu können als andere.


Leitsatz für die Praxis:

Ein Freund von mir, der mich früher im Glauben betreut hat und mit dem ich zusammen christliche Hilfsprojekte geleitet habe, gab mir folgenden (wie ich finde) guten Leitspruch:

“Keep it simple
and make it happen!”

(sinngemäß auf Deutsch:
“Mach’ es nicht kompliziert
und setz’ es um!”
)

Das heißt, es ist wichtig, dass wir uns auf die wesentlichen Dinge konzentrieren und uns nicht mit “Nebensächlichkeiten” aufhalten lassen. Wir sollten unsere zeitlichen, finanziellen und emotionalen Mittel möglichst effizient einsetzen.

Lieber alles etwas einfacher, simpler und dafür realisierbar. Später kann man ja immer noch an den “Details” feilen...

Folgendes lerne ich zudem in meinem Leben mit Gott immer mehr:
Wenn Du etwas für Gott in Bewegung setzen willst, dann...

...Höre nicht auf davon zu träumen.
...Sei geduldig und hartnäckig.
...Gib nicht auf, auch wenn erstmal nicht viel vorangeht.
...Vertraue darauf, dass Gott eines Tages Deine Bemühungen segnen wird.


Mögliche Bewertungskriterien für eine christliche Gemeinde:

Letztendlich ist es Gott selbst, der uns und die Gemeinden, die wir aufbauen bewertet. Dennoch ist es auch für uns selbst wichtig zu wissen wo wir “stehen”.

Folgende (Selbst-)Bewertungskriterien halte ich persönlich für sinnvoll:

  • Liebe zu Gott
    • echt?
    • tiefgründig?
    • praktische Umsetzung?
    • etc.
  • Authentizität
    • ehrlich?
    • keine Show?
    • etc.
  • Veränderungsbereitschaft
    • Fehler eingestehen?
    • Korrektur?
    • ständiges Wachstum?
    • etc.
  • Freundschaften
    • echt?
    • tief?
    • geistlich?
    • auch offen für neue?
    • etc.
  • Lehre
    • bibeltreu?
    • verständlich?
    • anwendbar?
    • etc.
  • Leitung
    • Vision?
    • Kommunikation?
    • Begeisterungsfähigkeit?
    • Warnehmungsfähigkeit (Erkennung von Missständen, negativen Entwicklungen etc.)?
    • Tiefgründigkeit (Erkennung der Ursachen)?
    • Zielorientierung (das Wesentliche erkennen, konsequent, mutig)?
    • Umsetzungsfähigkeit (Organisationsfähigkeit, Effektivität)?
    • etc.
  • Missionsorientierung
    • Überzeugung?
    • Eifer?
    • Kreativität?
    • besucherfreundliche offene Gottesdienste?
    • etc.
  • Dienst am Menschen
    • Sensibilität für Bedürftige?
    • Hilfsbereitschaft/Tatkräftigkeit?
    • etc.
  • Ausgewogenheit
    • in Lehre?
    • im Gemeindeleben?
    • etc.
  • Gabenorientiert
    • Vielfalt?
    • Kreativ?
    • Mitarbeitereinsatz nach Begabungen?
    • etc.


Konzept eines zeitgemäßen Gottesdienstes:

Wichtiger Hinweis:

Folgende Gedanken hatte ich mir gemacht, bevor ich wieder in die katholische Kirche eingetreten bin. Damit hat sich auch mein Gottesdienst- und Abendmahlsverständnis (Eucharistiefeier) geändert. Bei Gelegenheit werde ich deshalb diesen Abschnitt überarbeiten.

Mit “Gottesdienst” ist hier die wöchentliche Versammlung der Christen einer Stadt bzw. Region gemeint, um Gott anzubeten, aus Gottes Wort, der Bibel zu lernen und das so genannte Abendmahl bzw. Herrenmahl gemeinsam abzuhalten.

Es ist hier mit “Gottesdienst” übrigens nicht der tägliche Lebensstil der Christen gemeint, zu dem Paulus im Brief an die römische Gemeinde auffordert (Röm 12,1-2 ).

Man sollte deshalb aber immer auch bedenken, dass der wöchentliche Gottesdienst nie wichtiger sein kann als das eigene persönliche Leben in der Nachfolge Christi.

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Ansätze einen christlichen Gottesdienst zu gestalten:

  1. traditionell (evangelisch, katholisch etc.)
  2. modern (möglichst attraktiv für die Menschen von heute, auch für Nichtchristen)
  3. konservativ (möglichst so wie man Gottesdienst in der Zeit des NTs feierte)

 

Mein Vorschlag hier ist eine Mischung aus “konservativ” und “modern”.

D.h. der Gottesdienst enthält alle Elemente, die er - soweit man weiß - zur frühester Zeit hatte:

  1. Gemeinschaftliches Singen christlicher Lieder
  2. Gemeinschaftliches Gebet
  3. Bibellesung und Predigt
  4. Abendmahl bzw. Herrenmahl

 

Der Gottesdienst sollte zudem so gestaltet sein, dass er möglichst inhaltsreich (keine Floskeln), interessant (wenig langweilig) und auch für Besucher (verständlich und modern) geeignet ist.

Im Folgenden wird das Grundgerüst des Gottesdienstes vorgestellt:

1. Zeitpunkt: Wöchentlich, jeden Sonntag

Überlegungen hierzu:

Die ersten Christen trafen/versammelten sich zunächst täglich, dann wöchentlich am 1. Tag der Woche (=Sonntag), d.h. am Tag der Auferstehung des Herrn.

Zudem ist heute immer noch der Sonntag für das Abhalten eines Gottesdienstes üblich (wichtig auch für mögliche nichtchristliche Gäste).

2. Ort: angemietete Halle je nach Anzahl der (erwarteten) Teilnehmer und finanzieller Mittel, möglichst mit Nebenräume für Kinderbetreuung etc.

Überlegungen hierzu:

Natürlich kann man sich auch in Privaträumen treffen, diese sind jedoch meist nicht ausreichend groß und man muss i.d.R. wegen möglicher Geräuschbelästigung auf die Nachbarn Rücksicht nehmen.

Zudem ist für nichtchristliche Gäste die Hemmschwelle, einen Gottesdienst an einem “neutralem” Ort zu besuchen oft niedriger.

3. Uhrzeit: z.B. 10.30-12.00Uhr

Überlegungen hierzu:

Der Gottesdienst sollte nicht zu früh sein, damit er möglichst “besucherfreundlich” ist (“Langschläfer”, Familien mit Kindern, ggf. lange Fahrtzeiten) und wegen notwendiger vorheriger Vorbereitungen.

Zudem sollte der Gottesdienst möglichst nicht länger als 1,5h sein, damit er nicht zu anstrengend oder langweilig für alle Beteiligten wird (Ausnahme: bei besonderen (Fest-) Gottesdiensten mit künstlerischen Einlagen etc. mag auch ein 2-stündiger Gottesdienst sinnvoll sein).

Hinweis:

Die ersten Christen trafen sich in der ersten Zeit abends zu einem gemeinsamen Abendessen (“Liebesmahl”) mit anschließendem Abendmahl (“Brot und Wein”). Später wurde die wöchentliche Versammlung in einen Morgengottesdienst (i.d.R. vor Sonnenaufgang!) und einem späteren Abendessen (“Liebesmahl”) aufgeteilt.

4. Ablauf des Gottesdienstes (Bsp.):

  1. Begrüßung (max. 5min; möglichst persönlich; Erläuterung des Sinns und des Ablaufs des Gottesdienstes)
  2. gemeinsames Singen von (zeitgemäßen) christlichen Liedern (mit oder ohne Instrumentalbegleitung; ca. 10-15min.)
  3. Predigt/Vortrag (max. 30min. Lesung/Auslegung der Bibel mit verständlichen und praxisnahen Erläuterungen mit dem Ziel, das Gelernte in die Praxis umzusetzen; ggf. multimediale Veranschaulichung der Rede durch Bildmaterial etc.)
  4. gemeinsames Singen bzw. musikalische Darbietung (ca. 5-10min)
  5. Bericht von der Arbeit für Bedürftige (ca. 5-10min; ggf. auch als “Kurz-Predigt”)
  6. Zeit für gemeinsames Gebet und Mitteilungen von Christen über persönliche Erlebnisse etc. (ca. 5-10min.)
  7. Lied zum Abendmahl
  8. Abendmahl (ca. 10-15min; Erläuterungen zur Bedeutung des Abendmahls; Austeilen von Brot und Wein an alle als Gläubige getauften Christen; ggf. mit musikalischer Untermalung)
  9. gemeinsames Singen zum Abschluss (ca. 5min)
  10. Verabschiedung (ca. 5min; inkl. Hinweise auf weitere Veranstaltungen der Gemeinde)
  11. Ausklang mit Kaffee&Keksen/Kuchen (Möglichkeit, sich kennen zu lernen oder auch sich über die Predigt etc. auszutauschen)

 

Überlegungen hierzu:

Der Gottesdienst sollte keine Elemente enthalten, die für Besucher (Nichtchristen) (unnötig) befremdlich erscheinen könnten. Vor allem auch die Gäste sollten sich wohl und willkommen fühlen können. Dennoch sollte der Gottesdienst ernsthaft und ehrlich sein und keine “Show” für Gäste bzw. eine reine Evangelisationsveranstaltung.

Der Gottesdienst sollte in erster Linie Gott gefallen als eine Feier mit Gesang, Anbetung, biblischer Lehre, Abendmahl und Gemeinschaft mit (dem dreieinigen) Gott.

In zweiter Linie soll er die Christen in ihrem Glauben stärken und eine Möglichkeit der gemeinsamen Danksagung und Bitten an Gott sein.

Zu guter Letzt sollte der Gottesdienst Nichtchristen den christlichen Glauben nahe bringen und Gelegenheit für alle Beteiligte geben, eine herzliche und liebevolle Gemeinschaft zu erleben.


Materialsammlung für die Praxis des christliche Lebens:

Stefans kleine Bibelkonkordanz: Bibelkonkordanz

Beispiel für eine Gruppenarbeit: Was ist das "Wichtigste" im Christentum?

Bibelstudium-Leitfaden: In Planung

Stefans christliche Basis-Bibliothek:

Folgende Minimalauswahl von Büchern ist meine aktuelle persönliche Empfehlung als die wichtigsten und besten Bücher (bzgl. Inhalt und Verständlichkeit) für Christen und Interessierte:

Buchtyp

1. Wahl
(Deutsch)

Alternativen
(Deutsch)

Alternativen
(Englisch)

Bibel

Einheitsübersetzung

Menge-Bibel
Neue Genfer Übersetzung
revid. Elberfelder Bibel
Die Gute Nachricht

New American Bible

New English Translation (NET)

Bibelhandbuch

Handbuch zur Bibel
bzw. Das große Handbuch zur Bibel

 

The New Lion Handbook to the Bibel

Bibelkommentar

Kommentierende Predigtreihen (Homilien) von Johannes Chrysostomus

Kommentar zur Bibel
Begegnung fürs Leben

Homilies by John Chrysostom
The Ancient Christian Commentary on Scripture
Ignatius Catholic Study Bible

Bibelgrund- verständnis

Schriftauslegung:

Aus dem Herzen der Kirche: Die Bibel richtig lesen (Scott Hahn)
Die Patriarchenerzählungen bei den Kirchenvätern (Heither/Reemts)
Das Buch Exodus bei den Kirchenvätern (Heither/Reemts)
Die Psalmen bei den Kirchenvätern (Heither/Reemts)

Bible Basics (Steve Kellmeyer)

The Proof of the Gospel (Eusebius)

Kirchen- geschichte

Kleine Kirchengeschichte (Franzen)
Kirchengeschichte (Eusebius)
Kirchengeschichte des Altertums (Norbert Brox)
Abendländische Kirchengeschichte (Martin Schwarz Lausten)

The Compact History of the Catholic Church


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Letzte Änderung: 25.10.2009

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