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Über mich

Meine bisherige Lebensgeschichte in Kürze

Ich bin 1968 als drittes von vier Kindern in Stuttgart geboren. Zusammen mit meinen beiden älteren Schwestern und meinem jüngeren Bruder wuchs ich in Fellbach-Oeffingen bei Stuttgart in einer eher ländlichen Gegend auf. Oeffingen ist eine katholische “Enklave” im protestantischen Stuttgarter Raum.

Meine Mutter gab mir meinen christlichen (katholischen) Glauben mit. Als Kind hatte ich ein recht tiefes Vertrauen in Gott. Ich war fasziniert von Jesus und seiner vorurteilslosen Liebe und sein Mitgefühl für die Menschen. Meine Ängste vor größeren und stärkeren Kindern brachten mich oft dazu, im Stillen zu Gott zu beten, um mich vor diesen “Gefahren” zu schützen. Später jedoch, als ich größer wurde, legte ich meinen kindlichen Glauben immer mehr ab, da ich mich für schlauer hielt als so manche biblische Wahrheit.

1988 habe ich in Fellbach-Schmiden Abitur gemacht und von 1989 bis 1996 Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtenübertragung an der Universität Stuttgart studiert. Anschließend bin ich nach München gezogen, um dort meinen ersten Job als frisch gebackener Diplom-Ingenieur anzutreten. Kurz zuvor ist meine erste große Liebe zerbrochen und ich wurde ziemlich schwer depressiv. Glücklicherweise konnte ich dennoch recht erfolgreich in meinem Beruf arbeiten.

Mitte 1996 wurde ich dann auf der Straße zu einem Gottesdienst einer freien christlichen Gemeinde eingeladen. Obwohl ich ein eher misstrauischer Mensch bin, nahm ich diesmal das Angebot an und lernte so die Münchner Ortsgemeinde der Internationalen Gemeinden Christi (International Churches of Christ/ICOC) kennen. Das praktisch gelebte Christentum und die Ernsthaftigkeit der Gläubigen dort beeindruckte mich. Nie zuvor hatte ich die Bibel so anschaulich und verständlich erklärt bekommen. Und zum ersten Mal stieß ich auf eine christliche Kirche, bei der ich mich nicht zu Tode langweilte.

Dennoch kam mir einiges merkwürdig und sektenhaft vor. Auch meine Mutter machte sich Sorgen und ließ mir Material vom Sektenbeauftragten zukommen. Darin wurde die aus der amerikanischen Restaurationsbewegung entstandene ICOC als Sekte eingestuft. Da ich jedoch möglichst ohne Vorurteile Gottes Willen herausfinden wollte, entschied ich mich nach einer ziemlich emotionalen Zeit, Gebet und einigen “Zeichen” von Gott, mich in der Münchner ICOC taufen zu lassen.

2002 heiratete ich Connie und ging zusammen mit ihr in einem “Missionsteam” nach Stuttgart zurück. Dort verdichteten sich meine Zweifel an manchen missbräuchlichen Lehren und Praktiken der ICOC, da die aus meiner Sicht notwendigen Korrekturen weiter auf sich warten ließen. Ich fühlte mich in meinen Anliegen auch nicht ernst genommen. Nachdem nach und nach immer mehr “Fakten” über nicht korrigierten Missbrauch in der ICOC zum Vorschein kamen und sich meine Zweifel durch eigene Recherchen im Internet bestätigten (siehe Hinweise zur ICOC), traten Connie und ich 2003 nach endlosen und meist fruchtlosen Diskussionen mit Leitern und Mitgliedern der Gemeinde offiziell aus der ICOC aus.

In den 7 Jahren in der ICOC habe ich eine Menge über Gott, Sein Wort und über praktisch gelebtes Christentum gelernt. Und dafür bin ich auch sehr dankbar. Andererseits habe ich aber auch erfahren müssen wie schnell sich Menschen im Glauben manipulieren und missbrauchen lassen.

Durch den Leistungsdruck in der ICOC und den autoritären Leitungsstil konnte ich mich in dieser Zeit nie wieder so richtig von der bereits 1996 vorhandenen Depression erholen. Ganz im Gegenteil ich wurde nach und nach immer schwerer krank, so dass ich 2000 endlich eine Therapie begann. Es war psychisch gesehen eine schreckliche Zeit, in der ich mich aufgrund meiner starken Depressionen am liebsten umgebracht hätte. Allein mein Glaube an Gott, mein Vertrauen in Ihn haben mich nicht vollständig verzweifeln lassen. 2001 starb zudem meine Mutter an Krebs. Glücklicherweise hatte ich bereits Connie an meiner Seite, die mir in dieser Zeit viel Trost gab.

Von 2002-2006 arbeitete ich als Projektingenieur in Stuttgart und kam dann langsam wieder zur Ruhe. Ich musste eine Menge verarbeiten und hatte starke psychosomatische Störungen wie chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe etc. Nach und nach ging mir dann wieder besser, aber richtig gesund wurde ich dennoch nicht.

Ich bin Gott aber sehr dankbar wie viel ich lernen durfte, sowohl was psychische, psychosoziale als auch geistliche Dinge betrifft. In den Jahren seit 2003 habe ich mein ganzes Glaubensgebilde noch mal auf den Prüfstand gestellt, um das herauszuwerfen was meines Erachtens falsch war und das zu behalten was richtig immer noch ist. Dies tun zu können war und ist ein Privileg, da die meisten Menschen weder die Motivation noch die Zeit dazu haben.

Im Dezember 2004 kam dann unser Sohn Paul zur Welt. Ein wahrer Sonnenschein, der uns mit seiner Fröhlichkeit immer wieder ansteckt. Connie und ich waren von 2004 bis 2005 Teil eines sehr netten Hauskreises einer Stuttgarter Baptistengemeinde. Dort konnten wir auch geistlich wieder auftanken und viel Neues lernen.

Wir möchten jetzt unsere positiven wie negativen Erfahrungen nutzen, um neu anzufangen. Ein Leben zu führen, das Gott gefällt und Freunde (wieder) zu finden, die mit uns zusammen eine christliche Gemeinschaft aufbauen wollen, in der sich nicht nur die Menschen wohl fühlen und sich gesund entwickeln können, sondern in dem Gott und Seine Gebote auch im Mittelpunkt stehen.

Fortsetzung 2006-2007:

Aus beruflichen Gründen bin ich schließlich im August 2006 mit der ganzen Familie wieder in Connies Heimatstadt München umgezogen.

Im Mai 2007 kam dann unser zweiter Sohn Lennart zur Welt.

Fortsetzung 2008:

Nachdem wir in München eine ganze Reihe von (freikirchlichen) christlichen Gemeinden kennenlernen durften, jedoch noch nicht unsere geistliche Heimat gefunden haben, beschäftigen wir uns zur Zeit ziemlich intensiv mit dem katholischen Glauben (siehe auch meine Artikelserie “Warum ich mich mit dem katholischen Glauben beschäftige).

Und das sind wir im Dezember 2008:

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Fortsetzung 2009:

Nach Teilnahme an einem katholischen Glaubenskurs und reiflicher Überlegung haben Connie und ich uns am 4. April 2009 wieder in die katholische Kirche aufnehmen lassen (siehe meinen Artikel “Wieder katholisch” auf meinem Blog).

Am 22. November 2009 wurden unsere beiden Kinder Paul und Lennart (s. Bild unten) in unserer neuen (Wahl-)Heimatgemeinde, der Pfarrei Allerheiligen, getauft.

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Nachtrag:

Auf Robert’s Website “Katholisch Leben!” habe ich eine Zusammenfassung meines “geistlichen Werdegangs” gegeben und kurz begründet, warum ich wieder katholisch bin (inkl. einiger Schlussbemerkungen von Connie) (siehe Geschichte von “Stefan” in der Rubrik Zeugnisse)


Zum Schluss

Folgenden Text hatte ich 1996 zu meiner “Wiedertaufe” als Erwachsener ausgesucht, da er meiner Ansicht nach die “Verquertheit” des von Gott (dennoch) so geliebten Menschen so treffend ausdrückt:

"Immer kommt er zu früh oder zu spät,
immer schläft er, wo er wachen sollte,
immer regt er sich auf, wo er ruhig bleiben dürfte.

Immer schweigt er, wo er reden sollte,
und immer führt er das Wort, wo Schweigen das allein gute Teil wäre.
Immer lacht er, wo er weinen sollte,
und immer weint er, wo er getrost lachen dürfte.

Er will immer eine Ausnahme machen, wo die Regel gelten müsste,
und immer unterwirft er sich einem Gesetz, wo er die Freiheit zu wählen hätte.

Er werkelt immer, wo nur Beten hilft, und betet immer, wo nur Arbeiten hilft.
Immer streitet er, wo es nicht nötig, sondern schädlich ist,
und immer redet er von Liebe und Frieden, wo einmal ernst dreinzuschlagen wäre.

Er führt immer den Glauben und das Evangelium im Munde, wo es gelten würde,
ein Stück gesunden Menschenverstand zur Sprache zu bringen;
und immer vernünftelt er, wo man sich und andere in die Hände Gottes befehlen dürfte und sollte -

dieser grundverkehrte Mensch,
den Gott der Herr doch so liebt wie seinen eigenen Sohn Jesus Christus,
den er für uns in den Tod gegeben hat, damit alles wieder seine Richtigkeit habe."

Karl Barth (Schweizer Theologe, 1886-1968)



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Letzte Änderung: 31.12.2009

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