{"id":3454,"date":"2015-01-11T14:25:02","date_gmt":"2015-01-11T13:25:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?page_id=3454"},"modified":"2020-05-09T04:21:07","modified_gmt":"2020-05-09T02:21:07","slug":"ueber-die-bestrafung-der-boesen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?page_id=3454","title":{"rendered":"\u00dcber die Bestrafung der B\u00f6sen"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"\u00dcber die Bestrafung der B\u00f6sen\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?page_id=3454\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p class=\"Standard-Blocksatz\"><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chrysostomos\">Johannes Chrysostomos (ca. 349 &#8211; 407 n.Chr.):<\/a><br \/>\n(Erzbischof von Konstantinopel, heute <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps?f=q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=istanbul+t%C3%BCrkei&amp;ie=UTF8&amp;ll=41.47566,20.830078&amp;spn=12.667326,27.246094&amp;t=p&amp;z=5\">Istanbul\/T\u00fcrkei<\/a>)<\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>\u201cLasst uns best\u00e4ndig denken an den furchtbaren Richterstuhl, an den Feuerstrom, an die unl\u00f6slichen Ketten, an die Finsternis, die kein Lichtstrahl erhellt, an das Z\u00e4hneknirschen, an den giftgeschwollenen Wurm!<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>\u2014 Aber Gott liebt ja die Menschen, (wendet man ein).<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>\u2014 So sind das also leere Worte? So hat also jener Reiche, der den Lazarus keines Blickes w\u00fcrdigte, keine Strafe zu leiden? So sind also die t\u00f6richten Jungfrauen nicht vom Hochzeitsmahle ausgeschlossen? Und diejenigen, welche Christus nicht gespeist haben, werden nicht in das Feuer wandern, welches dem Teufel bereitet ist? Fiel also jener, der kein hochzeitliches Kleid anhatte, nicht, an H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen gebunden, dem Verderben anheim? Und der Knecht, der von seinem Mitknechte unbarmherzig die hundert Denare forderte, ist also nicht dem Peiniger \u00fcberantwortet? Es ist also nicht wahr, was von den Ehebrechern gesagt ist: \u201eIhr Wurm wird nicht sterben, ihr Feuer nicht erl\u00f6schen\u201c?\u00a0 So sind das alles nur leere Drohungen?<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>\u2014 Jawohl, antwortest du.<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>\u2014 Sag\u2019 mir, wie kannst du dich erk\u00fchnen, \u00fcber eine so wichtige Sache eine so willk\u00fcrliche Behauptung auszusprechen? Ich kann dir sowohl aus den Worten wie auch aus den Taten Christi das Gegenteil beweisen. Wenn du den Drohungen mit zuk\u00fcnftigen Strafen nicht glauben willst, so glaube wenigstens denen, die bereits vollzogen sind; denn die sind eben bereits vollzogen und zu Tatsachen geworden, also gewiss keine blo\u00dfe Drohungen und leeren Worte.<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Wer hat den ganzen Erdkreis unter Wasserfluten begraben, jene entsetzliche \u00dcberschwemmung und den Untergang unseres ganzen Geschlechtes herbeigef\u00fchrt? Wer hat nachher jene Blitze und jenen Vertilgungsbrand \u00fcber das Gebiet von Sodoma herabgesandt? Wer hat die ganze Macht \u00c4gyptens ins Meer versenkt? Wer hat die sechshunderttausend Menschen in der W\u00fcste umkommen lassen? Wer hat die Rotte Abirons durch Feuer vernichtet? Wer hat der Erde geboten, ihren Mund aufzutun und die Gef\u00e4hrten des Kore und Dathan zu verschlingen? Wer hat zur Zeit Davids siebzigtausend Menschen in einem Augenblick dahingerafft? Soll ich noch jene anf\u00fchren, die einzeln gestraft wurden? Den Kain, den nie endende Strafe traf? Den Charmi, der mit seinem ganzen Hause gesteinigt ward? Den Mann, der dasselbe Schicksal erlitt, weil er am Sabbate Holz gesammelt hatte? Jene zweiundvierzig Knaben, die von wilden Tieren zerrissen wurden und nicht einmal mit R\u00fccksicht auf ihr jugendliches Alter Verzeihung erhielten?<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Willst du aber auch Beispiele aus dem Zeitalter der Gnade sehen, so denk daran, was die Juden zu erleiden hatten: wie Weiber ihre eigenen Kinder aufa\u00dfen, manche gebraten, manche auf andere Weise als Speise zubereitet; wie sie unertr\u00e4glicher Hungersnot und vielf\u00e4ltigen schrecklichen Kriegen preisgegeben, durch das \u00dcberma\u00df ihres Ungl\u00fcckes der Welt ein nie gesehenes Trauerspiel darboten. Es war Christus, der diese Leiden \u00fcber sie kommen lie\u00df. H\u00f6re nur, wie er sie ihnen vorausgesagt hatte teils in Parabeln, teils in klaren, deutlichen Worten! In Parabeln, wenn er z. B. sagt: \u201eDie mich nicht zum K\u00f6nige haben wollten, die f\u00fchret her und t\u00f6tet sie!\u201c\u00a0 Ferner in den Parabeln vom Weinstock und vom Hochzeitsmahl. In klaren Worten wenn er droht, dass sie werden fallen durch die Sch\u00e4rfe des Schwertes und gefangen weggef\u00fchrt werden unter alle V\u00f6lker; \u2026 dass sie im fremden Lande Angst ausstehen werden wegen des ungest\u00fcmen Rauschens des Meeres, da\u00df die Menschen verschmachten werden vor Furcht . Ferner: \u201eEs wird alsdann eine gro\u00dfe Tr\u00fcbsal sein dergleichen nicht gewesen ist noch fernerhin sein wird\u201c .<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Was Ananias und Saphira f\u00fcr eine Strafe litten wegen der Unterschlagung weniger Geldst\u00fccke, ist euch allen bekannt. \u00dcbrigens siehst du nicht selbst t\u00e4glich Ungl\u00fccksf\u00e4lle \u00fcber die Menschen hereinbrechen? Oder sind das auch nicht wirkliche Tatsachten? Siehst du nicht auch jetzt Leute vor Hunger umkommen? an Elephantiasis und Aussatz hinsiechen? in bitterer Not und Armut ihr Dasein fristen? tausendf\u00e4ltige Leiden erdulden? Was h\u00e4tte es f\u00fcr einen Sinn, die einen zu strafen, die andern nicht? Wenn Gott nicht ungerecht ist \u2014und er ist es nicht \u2014, dann wirst gewiss auch du f\u00fcr deine S\u00fcnden Strafe erleiden.<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Wenn es wahr w\u00e4re, dass Gott nicht straft, weil er zu lieb dazu ist, dann h\u00e4tte er auch jene nicht strafen d\u00fcrfen. Nun straft aber Gott oft schon hier auf Erden gerade um solcher Reden willen, wie ihr sie f\u00fchrt. Wenn ihr seinen Drohworten nicht glaubt, sollt ihr durch Tatsachen dazu gebracht werden, an seine Strafe zu glauben. Und weil fr\u00fcher Geschehenes euch nicht solche Furcht einjagt, darum l\u00e4\u00dft er in jedem Menschenalter solche Dinge geschehen, um durch das, was sich in der Jetztzeit ereignet, der Vermessenheit jeden Vorwand zu nehmen. <\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Aber, fragst du, warum straft Gott nicht alle schon hier auf Erden? \u2014 Um den andern Frist zur Umkehr zu gew\u00e4hren.<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>\u2014 Und warum straft er nicht alle erst im Jenseits? \u2014 Damit nicht etwa viele an seiner Vorsehung irre werden. \u2014 Wie viele R\u00e4uber werden gefangen, w\u00e4hrend andere straflos entkommen? Wo bleibt da die Liebe Gottes? \u2014 An mir w\u00e4re es, dich so zu fragen. Denn w\u00e4re nie jemand gestraft worden dann h\u00e4ttest du allerdings eine Ausflucht. So aber, wenn die einen bestraft werden, die andern aber trotz schlimmerer S\u00fcnden straflos ausgehen, wo bliebe da die Gerechtigkeit, wenn es f\u00fcr dieselben S\u00fcnden nicht dieselben Strafen g\u00e4be? \u2014 Hat es aber da nicht den Anschein, dass denen, die gestraft werden, unrecht geschieht?<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Warum werden nicht alle hier auf Erden gestraft? \u2014 H\u00f6re die Antwort, die Christus selbst auf diese Frage gibt! Als n\u00e4mlich beim Einsturz eines Turmes einige Leute ums Leben gekommen waren, sprach er zu denen, die dar\u00fcber betroffen waren: \u201eMeint ihr, dass diese gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnder waren als alle andern? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr euch nicht bekehrt, werdet ihr alle auf dieselbe Weise zugrunde gehen\u201c . Er gibt uns eine Mahnung, nicht vermessentlich zu vertrauen, wenn wir trotz unserer vielen S\u00fcnden keine Strafe erleiden, w\u00e4hrend andere gestraft werden. Denn wenn wir uns nicht bekehren, so werden wir gewiss dieselbe Strafe erleiden. <\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Wieso, fragt man, werden wir ewig gestraft werden, da wir doch hienieden nur kurze Zeit ges\u00fcndigt haben?\u00a0 \u2014 Wieso wird, frage ich dawider, ein Mensch f\u00fcr einen Mord, den er in einem Augenblick begangen hat, zu lebensl\u00e4nglicher Zwangsarbeit in den Metallbergwerken verurteilt? \u2014 Aber Gott tut das nicht, sagst du. \u2014 Warum, sagt mir, lie\u00df er aber den Gichtbr\u00fcchigen achtunddrei\u00dfig Jahre lang in so schwerer Strafe schmachten? Dass sein Leiden eine Strafe f\u00fcr S\u00fcnden war, vernimm aus seinem eigenen Munde: \u201eSiehe\u201c, spricht er, \u201edu bist gesund geworden; s\u00fcndige nun ferner nicht mehr!\u201c<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>\u2014 Aber er wurde ja doch davon erl\u00f6st, sagst du. Ja, aber dort wird es nicht so sein. Dass es dort keine Erl\u00f6sung geben wird, daf\u00fcr vernimm den Ausspruch Christi selbst: \u201eIhr Wurm wird nicht sterben und das Feuer nicht erl\u00f6schen\u201c , und: \u201eDiese werden zum ewigen Leben, jene aber zur ewigen Strafe gehen\u201c . Wenn nun das Leben ewig ist, so ist auch die Strafe ewig.<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Siehst du nicht, was der Herr den Juden angedroht hatte? Traf nun diese Drohung nicht ein, oder waren es leere Worte? \u201eEs wird kein Stein auf dem andern bleiben\u201c . Nun, und blieb einer auf dem andern? Und das weitere, was er sprach: \u201eEs wird eine Tr\u00fcbsal sein, wie dergleichen keine gewesen ist\u201c?\u00a0 Hat sich\u2019s nicht erf\u00fcllt? Lies nur die Geschichte des Josephus (Flavius), und der Atem wird dir stehen bleiben beim blo\u00dfen H\u00f6ren der Dinge, die damals die Juden erlitten. Das sage ich, nicht um euch zu betr\u00fcben, sondern um euch nicht in falsche Sicherheit einzuwiegen und euch nicht durch unangebrachte Milde ein ungl\u00fcckliches Los zu bereiten. Warum, sag\u2019 mir, solltest du f\u00fcr S\u00fcnden nicht Strafe verdient haben? Hat dir der Herr nicht alles vorausgesagt? Hat er dir nicht gedroht? Hat er dir nicht Hilfe geleistet? Hat er nicht unendlich viel f\u00fcr dein Heil getan? Hat er dir nicht das Bad der Wiedergeburt geschenkt und alles Fr\u00fchere nachgelassen? Hat er dir nicht auch nach dieser S\u00fcndennachlassung und nach diesem Bad, wenn du wieder ges\u00fcndigt hast, seine Hilfe zur Bekehrung gew\u00e4hrt? Hat er dir nicht den Weg der S\u00fcndenvergebung leicht gemacht? <\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>H\u00f6re nur, welches Gebot er gegeben hat! \u201eWenn du deinem N\u00e4chsten vergibst, so vergebe ich auch dir\u201c , sagt er. Liegt darin eine Schwierigkeit? \u201eSchaffet Recht der Waise und nehmt euch der Witwe an bei Gericht\u201c, spricht er, \u201eund dann werden wir rechten mitsammen. Wenn eure S\u00fcnden rot w\u00e4ren wie Purpur, so will ich sie wei\u00df machen wie Schnee.\u201c\u00a0 Kostet das eine Anstrengung? \u201eBekenne deine S\u00fcnden, auf dass du der Rechtfertigung teilhaftig werdest!\u201c\u00a0 Ist das etwas Schweres? \u201eKaufe dich los von deinen S\u00fcnden durch Almosen!\u201c\u00a0 Geh\u00f6rt dazu besondere M\u00fche? Der Z\u00f6llner sprach blo\u00df: \u201eSei gn\u00e4dig mir S\u00fcnder!\u201c\u00a0 und er ging gerechtfertigt von dannen. Ist es denn schwer, diesem Z\u00f6llner es nachzutun?<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Und doch willst du es immer noch nicht glauben, dass es eine Strafe und eine r\u00e4chende Vergeltung gibt? \u201eGehet hinweg in das Feuer\u201c, hei\u00dft es, \u201edas dem Teufel bereitet ist!\u201c\u00a0 Gibt es keine H\u00f6lle, dann hat auch der Teufel keine Strafe zu erleiden. Wird aber der Teufel gestraft, dann auch wir; denn auch wir haben Gott den Gehorsam verweigert, wenn auch nicht auf dieselbe Weise. Wie du dich nur nicht f\u00fcrchtest und es wagst, eine so vermessene Rede zu f\u00fchren? Denn wenn du sagst: Gott liebt uns Menschen und straft uns darum nicht, und er straft euch dennoch, so erscheint er euch gegen\u00fcber nicht als Gott der Liebe. Siehst du, zu was f\u00fcr t\u00f6richten Reden euch der Teufel verleitet?<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>\u2014 Und was weiter? Werden denn wohl die M\u00f6nche, die einsam in Gebirgen wohnen und ungez\u00e4hlten Tugend\u00fcbungen obliegen, keinen Lohn daf\u00fcr empfangen? Denn wenn die B\u00f6sen nicht bestraft werden und es keine Vergeltung gibt, so k\u00f6nnte jemand mit dem gleichen Recht behaupten, dass es auch keine Belohnung der Guten geben wird. \u2014 Nein, antwortest du. Gerade das geziemt sich f\u00fcr Gott, dass es einen Himmel gebe, aber keine H\u00f6lle. \u2014 Also wird der Unz\u00fcchtige und der Ehebrecher und der schlimmste S\u00fcnder der n\u00e4mlichen Seligkeit teilhaftig werden wie jene, die sich durch ein enthaltsames und heiligm\u00e4\u00dfiges Leben ausgezeichnet haben? Und Paulus wird neben Nero gestellt werden, ja selbst der Teufel neben Paulus? Denn wenn es keine H\u00f6lle gibt, aber doch eine Auferstehung aller, dann werden die B\u00f6sen ja derselben Seligkeit teilhaftig werden wie die Gerechten. Welcher Mensch, und w\u00e4re er auch ganz vom Verstand gekommen, m\u00f6chte so etwas behaupten? Ja, welcher Teufel, frage ich, m\u00f6chte so etwas sagen? Denn auch die b\u00f6sen Geister bekennen, dass es eine H\u00f6lle gibt. Darum schrieen sie (zu Christi Zeiten): \u201eBist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu qu\u00e4len?\u201c\u00a0 F\u00fcrchtest du dich nicht, erschauderst du nicht davor, das zu leugnen, was selbst die b\u00f6sen Geister bekennen? Wie kannst du nur nicht sehen, wer der ist der dich so verderbliche S\u00e4tze lehrt? Es ist der, welcher schon von Anbeginn den Menschen betrogen, ihm Hoffnungen auf Gr\u00f6\u00dferes vorgespiegelt und ihm dabei das Gute, das er in H\u00e4nden hielt, entrissen hat; derselbe ist es auch jetzt, der dir solche Reden und Gedanken einfl\u00fcstert. Seine Absicht, warum er manche \u00fcberreden m\u00f6chte, zu denken, es gebe keine H\u00f6lle, ist die, dass er sie in die H\u00f6lle hinabst\u00fcrze, Gott dagegen droht mit der H\u00f6lle und hat sie vorbereitet, damit du dir die Drohung zu Gem\u00fcte f\u00fchrest und so lebest, dass du nicht in die H\u00f6lle kommst.<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Es k\u00f6nnte noch die Frage entstehen, warum die b\u00f6sen Geister, wenn es keine H\u00f6lle g\u00e4be, doch ihren Glauben an eine solche bekannten, w\u00e4hrend der Teufel dich \u00fcberreden m\u00f6chte, nicht daran zu glauben, obzwar es doch eine gibt? Liegt ja jenen doch auch daran, dass wir nichts dergleichen f\u00fcrchten, damit wir auf diese Weise sorglos und um so leichtsinniger werden und so mit ihnen in jenes Feuer hinabst\u00fcrzen. Warum bekannten sie also, k\u00f6nnte man fragen, zu Jesu Zeit ihren Glauben an die H\u00f6lle? Sie konnten einfach dem Zwang, der sich ihnen aufdr\u00e4ngte, nicht widerstehen.<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>(&#8230;)<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Siehst du denn nicht, was der Heiland schon hienieden getan hat? Wie er von den zwei R\u00e4ubern, die er neben sich hatte, nicht jedem dasselbe Schicksal zuteil werden lie\u00df, sondern den einen in den Himmel einf\u00fchrte, den andern aber zur H\u00f6lle schickte? Doch was spreche ich von einem R\u00e4uber und M\u00f6rder? Hat er doch seines Apostels nicht geschont, als er zum Verr\u00e4ter geworden war! Obzwar er voraussah, dass er dem Stricke zu renne, sich aufh\u00e4ngen und zerbersten werde \u2014 \u201eer barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide fielen heraus\u201c\u00a0 \u2014, obzwar er das alles voraus wusste, so lie\u00df er ihn doch alles das erleiden, um dich zum Glauben an die Strafen im Diesseits und Jenseits zu bewegen.<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Betr\u00fcgt euch also nicht selbst, indem ihr euch vom Teufel beschwatzen lasst! Jawohl, Teufelsgedanken sind das. Denn wenn schon irdische Richter und Herren und Lehrer, auch Heiden, die Guten belohnen und die B\u00f6sen bestrafen, was w\u00e4re das f\u00fcr eine Gerechtigkeit, wenn bei Gott das Gegenteil der Fall w\u00e4re, wenn er den Guten und den B\u00f6sen ganz gleich behandelte? Wie sollten da die Menschen ablassen von der S\u00fcnde? Wenn sie schon jetzt, wo sie doch Strafe zu f\u00fcrchten haben und in best\u00e4ndiger Furcht vor den Richtern und den Gesetzen schweben, nicht abstehen von der S\u00fcnde, wie sollen sie erst dann davon ablassen, wenn sie sich auch noch frei gemacht haben von der Furcht vor einer Strafe nach dem Tode im Jenseits, ja, wenn sie nicht blo\u00df nicht in die H\u00f6lle, sondern sogar noch in den Himmel kommen sollen? Sag\u2019 nun, ist das Liebe, wenn man die Schlechtigkeit f\u00f6rdert, wenn man f\u00fcr die S\u00fcnde noch eine Belohnung in Aussicht stellt, wenn man den Enthaltsamen und den W\u00fcstling, den Gl\u00e4ubigen und den Gottlosen, Paulus und den Teufel ganz gleich einsch\u00e4tzt?<\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><i>Doch was ereifern wir uns noch weiter dar\u00fcber? \u2014 Ich bitte euch also, lasst ab von diesem Wahnsinn, kommt zu euch selbst, lehrt eure Seele Furcht und Zittern! So werdet ihr im Jenseits der H\u00f6lle entgehen, im Diesseits ein eingezogenes Leben f\u00fchren und einst die ewigen G\u00fcter erlangen, was uns allen zuteil werden m\u00f6ge durch die Gnade und Liebe unseres Herrn Jesus Christus, durch den und mit dem Ehre sei dem Vater zugleich mit dem Hl. Geiste bis in alle Ewigkeit. Amen.\u201d <\/i><\/p>\n<p class=\"Standard-Blocksatz\"><a href=\"http:\/\/www.unifr.ch\/bkv\/kapitel2712-3.htm\">(aus \u201cBibliothek der Kirchenv\u00e4ter\u201d, Chrysostomus: Kommentar zum Briefe des hl. Paulus an die R\u00f6mer, 26. Homilie, Kap. 14, 4.-6.)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johannes Chrysostomos (ca. 349 &#8211; 407 n.Chr.): (Erzbischof von Konstantinopel, heute Istanbul\/T\u00fcrkei) \u201cLasst uns best\u00e4ndig denken an den furchtbaren Richterstuhl, an den Feuerstrom, an die unl\u00f6slichen Ketten, an die Finsternis, die kein Lichtstrahl erhellt, an das Z\u00e4hneknirschen, an den giftgeschwollenen Wurm! \u2014 Aber Gott liebt ja die Menschen, (wendet man ein). \u2014 So sind das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3402,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"class_list":["post-3454","page","type-page","status-publish","hentry"],"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P4Sdv6-TI","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3454"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6272,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3454\/revisions\/6272"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}