{"id":1120,"date":"2009-06-22T21:17:42","date_gmt":"2009-06-22T19:17:42","guid":{"rendered":"http:\/\/sschweizer.wordpress.com\/?p=1120"},"modified":"2020-05-08T19:02:10","modified_gmt":"2020-05-08T17:02:10","slug":"bibel-exegese-zum-abgewohnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=1120","title":{"rendered":"Bibel-Exegese zum Abgew\u00f6hnen"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Bibel-Exegese zum Abgew\u00f6hnen\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=1120\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Letzte Woche war ich mal wieder bei einem katholischen Bibelabend (ja sowas gibt es da auch!). Und dieser war wirklich ein echter Schocker! Ich muss sagen ich war total best\u00fcrzt, was da so gelehrt wurde.<\/p>\n<p>Vorweg gesagt, nicht jeder katholische Bibelabend muss so daneben sein wie dieser. Ich wei\u00df zumindest von einem anderen, der zwar auch nicht sonderlich lehrreich war, aber in dem zumindest auch kein Unsinn erz\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Aber jetzt der Reihe nach.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es ging um folgende Erz\u00e4hlung \u00fcber die Auferstehung Jesu im Johannes-Evangelium:<\/p>\n<blockquote><p>1 Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala fr\u00fchmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2 Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem J\u00fcnger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. 3 Da gingen Petrus und der andere J\u00fcnger hinaus und kamen zum Grab; 4 sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere J\u00fcnger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. 5 Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. 6 Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 7 und das Schwei\u00dftuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. 8 Da ging auch der andere J\u00fcnger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. 9 Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste. 10 Dann kehrten die J\u00fcnger wieder nach Hause zur\u00fcck. 11 Maria aber stand drau\u00dfen vor dem Grab und weinte. W\u00e4hrend sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. 12 Da sah sie zwei Engel in wei\u00dfen Gew\u00e4ndern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die F\u00fc\u00dfe des Leichnams Jesu gelegen hatten. 13 Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen und ich wei\u00df nicht, wohin man ihn gelegt hat. 14 Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. 15 Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der G\u00e4rtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. 16 Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebr\u00e4isch zu ihm: Rabbuni!, das hei\u00dft: Meister. 17 Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Br\u00fcdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 18 Maria von Magdala ging zu den J\u00fcngern und verk\u00fcndete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Johannes20%2C1-18\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Joh 20,1-18<\/a>\/E\u00dc)<\/p><\/blockquote>\n<p>Und was nun die beiden vortragenden Herren (ein Benediktiner-Pater und ein kath. Theologe) \u00fcber diese Erz\u00e4hlung den ca. 15 Anwesenden vortrugen muss m.E.\u00a0 jedem ernsthaft gl\u00e4ubigen Christen die Schuhe ausziehen.<\/p>\n<p>Es fing noch relativ harmlos an, n\u00e4mlich damit, dass in dieser Erz\u00e4hlung wie im ganzen Johannes-Evangelium eine gewisse Rivalit\u00e4t zwischen Petrus und Johannes deutlich werden w\u00fcrde (Johannes und Petrus w\u00e4ren ja &#8211; wenn man den griechischen Wortlaut betrachten w\u00fcrde &#8211; <em>getrennt<\/em> zum Grab gelaufen und dann vermutlich auch <em>getrennt<\/em> zu <em>sich<\/em> nach Hause zur\u00fcckgekehrt; Zudem w\u00fcrde Petrus im Johannes-Evangelium zwar zun\u00e4chst eine gewisse Vorrangstellung einger\u00e4umt, dann aber systematisch als schlechter Christ dargestellt &#8211; oder gar sein J\u00fcngersein v\u00f6llig abgesprochen werden wie es in einem neuen Kommentar zum Johannes-Evangelium hei\u00dfen w\u00fcrde).<\/p>\n<p>Selbst wenn dem so w\u00e4re, w\u00fcsste ich nicht, was diese Spekulationen f\u00fcr einen theologischen oder gar praktischen Mehrwert f\u00fcr einen Bibelabend h\u00e4tten!<\/p>\n<p>Was mich vor allem an den beiden Vortr\u00e4gen der Referenten st\u00f6rte war, dass sie fast st\u00e4ndig so ein s\u00fcffisantes L\u00e4cheln auf den Lippen hatten und sich ganz offensichtlich damit br\u00fcsteten, wie viele &#8220;Unstimmigkeiten&#8221; sie in den Berichten gefunden h\u00e4tten und was sie so alles zwischen den Zeilen aus dem Bericht herauslesen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Sie behandelten die Hl. Schrift wie ein profanes Buch, das sie nach eigenem Belieben auseinandernehmen (von &#8220;Auslegen&#8221; will ich da nicht sprechen) und in Frage stellen d\u00fcrften. Letztendlich gaben sie praktisch vor, dass sie sogar besser als der Autor (d.h. Johannes) selbst w\u00fcssten, was der Evangelist &#8220;wirklich&#8221; sagen wollte (zumindest hatten sie f\u00fcr den vorliegenden Text <em>so wie er war<\/em> wenig Interesse).<\/p>\n<p>So behauptete einer der beiden Vortragenden, dass Johannes eigentlich gar nicht gro\u00df das Auferstehungsgeschehen berichten wollte (mit einer zudem angeblich &#8220;v\u00f6llig nutzlosen&#8221; Erw\u00e4hnung der beiden Engel, da diese ja f\u00fcr die Handlung nichts sinnvolles beitr\u00fcgen), sondern dass er mehr oder weniger gezwungen gewesen w\u00e4re bereits vorhandenes &#8220;Traditionsgut&#8221; \u00fcber die Auferstehung mitzuverwenden (das w\u00e4re sogar so gut wie &#8220;sicher&#8221;).<\/p>\n<p>Eigentlich wolle Johannes &#8211; lt. des Referenten &#8211; vor allem \u00fcber seine Rivalit\u00e4t mit Petrus berichten und &#8211; und jetzt kommt der Schocker &#8211;\u00a0 von dem &#8220;z\u00e4rtlichen&#8221; Dialog zwischen Jesus und Maria Magdalena, der ja einen ganz deutlichen &#8220;erotischen Unterton&#8221; h\u00e4tte! Es w\u00e4ren ganz deutlich Parallelen zum Hohelied der Liebe erkennbar und Maria w\u00e4re ja ganz offensichtlich auch die &#8220;Ber\u00fchrung&#8221; Jesu so wichtig gewesen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sprach der Referent nicht deutlich aus, was er damit offensichtlich sagen wollte: Jesus h\u00e4tte eine mehr als nur freundschaftliche Beziehung zu Maria Magdalena gehabt!<\/p>\n<p>Den Mut ganz offen davon zu sprechen, dass er glaube, dass Maria Magdalena eine intime (oder zumindest sehr z\u00e4rtliche) Beziehung zu Jesus pflegte, hatte er dann offenbar aber nicht. Es blieb bei penetranten Andeutungen mit einem wissenden &#8220;L\u00e4cheln&#8221;.<\/p>\n<p>Die Referenten fanden es wohl besonders spa\u00dfig, sich \u00fcber solche m.E. v\u00f6llig haltlosen Theorien auszulassen und machten sogar Witze dar\u00fcber, dass sich fr\u00fchere kath. Kommentatoren, z.B. der 30iger Jahre stattdessen mit so &#8220;v\u00f6llig unwesentlichen&#8221; theologischen Fragen abm\u00fchten wie z.B., warum denn in einem Auferstehungsbericht von 2 Engeln und in einem anderen von nur 1 Engel berichtet wird. Oder was f\u00fcr eine Art von Leib Jesus nach der Auferstehung wohl gehabt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Mir wurde wirklich fast \u00fcbel als ich das alles mit anh\u00f6ren musste. Vor allem schienen sich die Referenten ja <em>so<\/em> sicher zu sein, dass ihre Mutma\u00dfungen der Wahrheit entspr\u00e4chen (&#8220;Nein, es war nicht vielleicht so, es war ziemlich sicher so&#8221;).<\/p>\n<p>Was soll man dazu sagen? Wenn Katholiken (nicht die kath. Kirche!) praktisch behaupten, dass Johannes in seinem Evangelium andeuten wollte, dass Jesus eine (geheimgehaltene) Liebesbeziehung mit Maria Magdalena hatte, dann machen sie m.E. damit Jesus und seine J\u00fcnger bzw. die Evangelisten vollkommen unglaubw\u00fcrdig! Das hat mit dem (offiziellen) Glauben der kath. Kirche nun wahrlich <em>nichts<\/em> mehr zu tun!<\/p>\n<p>Hier sieht man wieder mal ganz deutlich, dass die kath. Kirche <em>dringend<\/em> f\u00e4hige und wirklich gl\u00e4ubige Bibellehrer braucht. Und dass die Toleranzschwelle in der kath. Kirche bzgl. solcher &#8220;Lehrer&#8221; absolut inakzeptabel ist. Da muss man sich ja nicht wundern, warum es in der kath. Kirche an allen Ecken krankt (dar\u00fcber darf man sich hoffentlich auch mal kr\u00e4ftig aufregen, oder?).<\/p>\n<p>Wer sich \u00fcbrigens f\u00fcr eine alternative (und wahrlich katholische) Besprechung diese Bibelpassage interessiert sei z.B. auf die <a title=\"Catena Aurea\" href=\"http:\/\/www.catena-aurea.de\/ljaresdom.html#die\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Catena Aurea<\/a> verwiesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche war ich mal wieder bei einem katholischen Bibelabend (ja sowas gibt es da auch!). 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