{"id":2425,"date":"2006-04-21T11:33:01","date_gmt":"2006-04-21T09:33:01","guid":{"rendered":"https:\/\/sschweizer.wordpress.com\/2006\/04\/21\/schnorrer-in-stuttgart\/"},"modified":"2020-05-09T02:17:01","modified_gmt":"2020-05-09T00:17:01","slug":"schnorrer-in-stuttgart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=2425","title":{"rendered":"Schnorrer in Stuttgart"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Schnorrer in Stuttgart\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=2425\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Als ich gestern vom Sport nach Hause fahren wollte, sprach mich an der U-Bahnhaltestelle eine junge Frau an. Ich dachte mir das schon fast, da man an dieser Ecke &ouml;fters um Geld angebettelt wird. Sie sa&szlig; da an der Treppe zusammen mit einem jungen Mann und fragte, ob ich 10 Cent h&auml;tte. Ich war schon fast an ihr vorbeigelaufen, dreht mich dennoch um und sagte &quot;F&uuml;r was denn?&quot;. Sie antwortete &quot;F&uuml;r Zigaretten&quot;. &quot;F&uuml;r Zigaretten?&quot; sagte ich eher so vor mich hin. &quot;F&uuml;r eine Cola&quot; korrigierte sie sich schnell, wohl aus Angst, dass ich nicht bereit w&auml;re, ihr f&uuml;r Zigaretten Geld zu geben.<\/p>\n<p>Jetzt war ich wieder mal in einer Situation, in der ich eigentlich nicht genau wusste, was ich tun sollte. Macht es Sinn, solchen Bettlern bzw. Schnorrern Geld zu geben? Wie sollte man da als Christ handeln? Jesus sagt an einer Stelle, dass wenn dich einer um etwas bittet, du es ihm auch geben solltest (<a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/go.php?lang=de&amp;bible=EU&amp;ref=Mat5,42\" title=\"Zur Bibelstelle (Einheits&uuml;bersetzung)\" rel=\"noopener noreferrer\">Mat 5,42<\/a>). Gut, ich glaube kaum, dass Jesus dies an dieser Stelle als allgemeine Regel verstanden wissen wollte (man muss den Zusammenhang dieser Aussage ber&uuml;cksichtigen). Zudem kann man ja auch sein Geld an nicht wirklich Bed&uuml;rftige &quot;verschwenden&quot; und hat dann nichts mehr f&uuml;r die wirklich Notleidenden &uuml;brig, oder? Na ja, dieser Fall wird bei der H&ouml;he meiner Spenden jedoch erstmal wohl kaum eintreten&#8230;<\/p>\n<p>Diesmal entschied ich mich, der Frau etwas Geld zu geben, da ich ihr etwas Gutes tun wollte. Nat&uuml;rlich wusste ich, dass sie nicht wirklich Not litt und das Ganze eine &uuml;bliche Schnorrermethode war. Aber ich dachte mir, dass diese Frau dennoch arm dran war mit ihrem Leben und sich &uuml;ber die Geste freuen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Ich holte also mein Geldbeutel heraus woraufhin die Frau sagte &quot;Haben Sie vielleicht auch 1 Euro?&quot;. Daraufhin erwiderte ich &quot;Aha, das wird ja auf einmal immer mehr.&quot;. Ich gab ihr dann 50 Cent, einen Betrag den ich ihr mit gutem Gewissen geben konnte. Nicht zu wenig, dass sie damit gar nichts anfangen konnte, aber auch nicht zu viel, dass ich es als Geldverschwendung betrachten w&uuml;rde. Sie bedankte sich und ich ging weiter.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zum Bahnsteig dachte ich mir, dass es eigentlich besser gewesen w&auml;re, wenn ich mich mit ihr noch ein wenig &uuml;ber sie und ihr Leben unterhalten h&auml;tte. Anteilnahme am Leben des anderen z&auml;hlt doch eigentlich mehr als nur eine kleine Geldspende, die zudem meist nur aus einem gewissen Pflichtbewusstsein entspringt, oder? Schlie&szlig;lich ist das Geldgeben doch die einfachste Art, das &quot;Problem&quot; ohne schlechtes Gewissen zu l&ouml;sen. Ich erinnerte mich an die Zeit in der Gemeinde in M&uuml;nchen, als ich zusammen mit Christoph beim Projekt HOPE Obdachlose auf den Stra&szlig;en besucht habe, um mich mit ihnen bei Kaffee und Keksen &uuml;ber ihre Sorgen und N&ouml;te zu unterhalten. Eigentlich dachte ich, sollte ich das wieder tun. Aber ohne Unterst&uuml;tzung von anderen Christen f&auml;llt mir sowas schon ziemlich schwer. Schlie&szlig;lich kostet es Mut und Kraft, ein solches spontanes pers&ouml;nliches Gespr&auml;ch zu f&uuml;hren. Au&szlig;erdem braucht man oft jemanden, der einem hilft, die eigene Selbstbezogenheit zu &uuml;berwinden. Schlie&szlig;lich hatte ich eigentlich auch gar keine Lust, mir die Zeit f&uuml;r diese Frau zu nehmen, sondern wollte einfach nur schnell nach Hause.<\/p>\n<p>Dann kam mir aber noch eine Gedanke. Wie sind denn damals die Apostel mit Bettlern umgegangen. Ich erinnerte mich an eine Begebenheit in der Bibel, in der ein gel&auml;hmter Bettler Petrus und Johannes um ein Almosen bat (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte3%2C1-9\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 3,1-9<\/a>). Petrus gab dem Mann kein Geld (er hatte n&auml;mlich keines), sondern heilte ihn im Namen von Jesus Christus. Gut, ich habe offensichtlich nicht die &uuml;bernat&uuml;rliche Gabe des Heilens. Aber ich h&auml;tte der jungen Frau doch zumindest von Jesus erz&auml;hlen k&ouml;nnen. Die 50 Cent werden ihr nicht sehr lange weiterhelfen, aber die Rettung aus der Verlorenheit der Menschheit schon.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich wei&szlig; ich nicht, ob diese Frau positiv auf das Evangelium vom Reich Gottes reagiert h&auml;tte. Aber probieren h&auml;tte ich es ja k&ouml;nnen, oder?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich gestern vom Sport nach Hause fahren wollte, sprach mich an der U-Bahnhaltestelle eine junge Frau an. Ich dachte mir das schon fast, da man an dieser Ecke &ouml;fters um Geld angebettelt wird. Sie sa&szlig; da an der Treppe zusammen mit einem jungen Mann und fragte, ob ich 10 Cent h&auml;tte. 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