{"id":2618,"date":"2014-08-27T11:48:58","date_gmt":"2014-08-27T09:48:58","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.projekt-kirche.de\/?p=2618"},"modified":"2020-05-09T07:14:05","modified_gmt":"2020-05-09T05:14:05","slug":"kann-man-der-bibel-glauben-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=2618","title":{"rendered":"Kann man der Bibel glauben? (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kann man der Bibel glauben? (Teil 1)\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=2618\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Kann man der Bibel wirklich vertrauen oder ist sie &#8211; zumindest teilweise &#8211; lediglich ein M\u00e4rchen- oder Mythenbuch? Die moderne Theologie tendiert ja oft zu Letzterem. Was lehrt die Kirche denn dazu?<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Die (kath.) Kirche lehrt (entgegen vieler anders lautender Meinungen), dass die Bibel frei von Irrt\u00fcmern ist (zumindest, wenn sie korrekt interpretiert wird).<br \/>\nGott ist der eigentliche Autor der Hl. Schrift. Die B\u00fccher der Bibel wurden zwar von Menschen geschrieben, diese wurden dabei jedoch vom Hl. Geist &#8220;inspiriert&#8221; (vgl. <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Johannes20%2C31\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Joh 20, 31<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/2.Timotheus3%2C16\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2. Tim. 3,16<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/2.Petrus1%2C19-21\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2. Petr 1, 19-21<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/2.Petrus3%2C15-16\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2. Petr 3,15-16<\/a>). Sie teilen uns damit ohne jegliche Fehler Gottes rettende Wahrheit mit.<br \/>\nDas ist ein ganz wichtiger Punkt, denn ohne diese Sicherheit w\u00e4re die Bibel keine zuverl\u00e4ssige Quelle der Wahrheit, sondern lediglich eine Sammlung von Schriften, die neben einer Menge von \u00dcbertreibungen, Fehlern und Erfindungen auch theologische richtige Gedanken beinhalten w\u00fcrden (wie es leider heute viele &#8220;aufgekl\u00e4rte&#8221; Theologen verstehen und lehren) .<br \/>\nDie Kirche lehrt, dass die Hl. Schrift tats\u00e4chlich das Wort Gottes ist. Durch die Bibel offenbart Gott sich selbst und teilt uns seinen Heilsplan mit.<br \/>\nDie kirchlichen Lehre \u00fcber die biblische Unfehlbarkeit basiert auf der Inspiration durch den Hl. Geist. Die Bibel unterscheidet sich hier von jedem anderen Buch. Sie ist einzigartig, weil sie Gott als Autor hat. Wie auch Paulus sagt:<\/p>\n<blockquote><p>Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch n\u00fctzlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und ger\u00fcstet sein. (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/2.Timotheus3%2C16-17\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2 Tim 3, 16-17<\/a>).<\/p><\/blockquote>\n<p>Inspiration bedeutet w\u00f6rtlich &#8220;Gott-gehaucht&#8221;. Gott benutzte menschliche Autoren, die &#8220;(&#8230;) all das und nur das, was er &#8211; in ihnen und durch sie wirksam &#8211; geschrieben haben wollte (&#8230;) &#8221; \u00fcberlieferten. (Vatikanum II, <a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html\">Dei Verbum<\/a>, Nr. 11). Die Hl. Schrift enth\u00e4lt echte Worte Gottes ausgedr\u00fcckt in Worten von Menschen (ebd., Nr. 13+16).<br \/>\nDa die Worte der Hl. Schrift von Gott selbst inspiriert wurden, hat die Kirche schon immer gelehrt, dass jeder Teil der Bibel ohne Fehler ist. Andernfalls h\u00e4tte man Gott einen Irrtum zuweisen m\u00fcssen, der doch die h\u00f6chste Wahrheit ist und &#8220;weder t\u00e4uschen noch get\u00e4uscht werden kann&#8221;.<br \/>\nPapst Leo XIII hat in seiner Enzyklika &#8220;<a href=\"http:\/\/www.stjosef.at\/dokumente\/providentissimus_deus.htm\">Providentissimus Deus<\/a>&#8221; von 1893 erkl\u00e4rt:<\/p>\n<blockquote><p>Aber weit entfernt, dass bei der g\u00f6ttlichen Inspiration ein Irrtum unterlaufen k\u00f6nne, schlie\u00dft sie schon an und f\u00fcr sich nicht blo\u00df jeden Irrtum aus, sondern schlie\u00dft ihn als verwerflich ebenso notwendig aus, als es notwendig ist, dass Gott, die h\u00f6chste Wahrheit, \u00fcberhaupt nicht Urheber einer Irrtums ist. \u2013 Das ist der alte und best\u00e4ndige Glaube der Kirche, wie er auch durch feierliche Erkl\u00e4rung der Konzilien zu Florenz und Trient ausgesprochen, zuletzt bekr\u00e4ftigt und noch deutlicher erkl\u00e4rt worden ist auf dem Vatikanischen Konzil, welches geradezu gesagt hat: \u201eDie B\u00fccher des Alten und Neuen Testaments m\u00fcssen vollst\u00e4ndig, mit all ihren Teilen, wie sie im Dekret desselben Konzils (von Trient) aufgez\u00e4hlt und in der alten lateinischen Vulgata-Ausgabe enthalten sind als heilige und kanonische anerkannt werden. Die Kirche aber h\u00e4lt sie f\u00fcr heilige und kanonische B\u00fccher nicht deshalb, weil sie durch blo\u00df menschliche T\u00e4tigkeit zustande gekommen, durch ihr Ansehen gutgehei\u00dfen worden w\u00e4ren, noch auch blo\u00df deshalb, weil sie die Offenbarung ohne Irrtum enthalten, sondern aus dem Grund, weil sie unter Eingebung des Heiligen Geistes verfasst, Gott zum Urheber haben.\u201c (Sess. III, c. II de revel.) (<a href=\"http:\/\/www.stjosef.at\/dokumente\/providentissimus_deus.htm#%C3%9Cbersicht8\">Nr. 20<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Papst Pius XII bekr\u00e4ftigte erneut die Irrtumslosigkeit der Bibel in seiner Enzyklika &#8220;<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/pius_xii\/encyclicals\/documents\/hf_p-xii_enc_30091943_divino-afflante-spiritu_ge.html\">Divino Afflante Spiritu<\/a>&#8221; von 1943. Er verglich die Irrtumslosigkeit der Schrift mit der S\u00fcndlosigkeit Christi:<\/p>\n<blockquote><p>Wie n\u00e4mlich das wesenhafte Wort Gottes den Menschen in allem \u00e4hnlich geworden ist, \u201edie S\u00fcnde ausgenommen\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Hebr%C3%A4er4%2C15\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hebr 4,15<\/a>), so sind auch Gottes Worte, durch menschliche Zungen ausgedr\u00fcckt, in allem der menschlichen Sprache \u00e4hnlich geworden, den Irrtum ausgenommen. (Nr. 37)<\/p><\/blockquote>\n<p>Genauso best\u00e4tigen das 2. Vatikanische Konzil als auch der Katechismus der Katholischen Kirche die Tatsache, dass die Inspiration Gottes keinen Raum f\u00fcr irgendeinen Irrtum in der Bibel zul\u00e4sst:<\/p>\n<blockquote><p>Da also alles, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt zu gelten hat, ist von den B\u00fcchern der Schrift zu bekennen, da\u00df sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte (5).<br \/>\n(<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html\">Dei Verbum<\/a>, no. 11; <a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/DEU0035\/_PV.HTM\">Katechismus, Nr. 107<\/a>).<\/p><\/blockquote>\n<p>Ist diese Irrtumslosigkeit der Hl. Schrift nur auf Aussagen \u00fcber den Glauben oder Moral beschr\u00e4nkt? Oder gilt diese auch bzgl. z. B. geschichtlicher Aussagen?<br \/>\nPapst Leo XIII sagte dazu, dass die Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel nicht nur auf religi\u00f6se Aussagen beschr\u00e4nkt sein kann:<\/p>\n<blockquote><p>Doch bei alldem w\u00e4re es durchaus frevelhaft, die Inspiration nur auf einige Teile der Heiligen Schrift zu beschr\u00e4nken, oder zuzugeben, dass der heilige Verfasser selbst geirrt habe. Denn auch das Verfahren jener M\u00e4nner ist nicht zul\u00e4ssig, welche diese Schwierigkeiten dadurch \u00fcberwinden, indem sie ohne Anstand zugeben, dass die g\u00f6ttliche Inspiration sich auf weiter nichts als auf Gegenst\u00e4nde des Glaubens und der Sitten beschr\u00e4nke, weil sie von der falschen Ansicht befangen sind, wenn es sich um die Wahrheit der Lehren handelt, sei nicht so sehr zu erforschen, was Gott gesagt habe, als vielmehr zu erw\u00e4gen, warum er es gesagt habe. Denn die B\u00fccher allesamt und vollst\u00e4ndig, welche die Kirche als heilige und Kanonische anerkennt, mit all ihren Teilen sind unter Eingebung des Heiligen Geistes verfasst. (<a href=\"http:\/\/www.stjosef.at\/dokumente\/providentissimus_deus.htm\">Providentissimus Deus<\/a>, Nr. 20).<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Bibel ist also nicht nur ohne Irrtum bzgl. &#8220;religi\u00f6se Wahrheiten&#8221;, sondern bzgl. aller beabsichtigten Aussagen.<br \/>\nPapst Benedikt XV betont in &#8220;<a href=\"\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xv\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xv_enc_15091920_spiritus-paraclitus_en.html\">Spiritus Paraclitus<\/a>&#8221; (1920) ebenfalls die Freiheit jeglichen Irrtums in der Bibel. Er geht sogar soweit mit dem Hl. Hieronymus zu sagen, dass &#8220;belief in the biblical narrative is as necessary to salvation as is belief in the doctrines of the faith\u201d (<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xv\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xv_enc_15091920_spiritus-paraclitus_en.html\">Nr. 24<\/a>) bzw. in dt. \u00dcbersetzung: \u201c(&#8230;) die Dinge, welche die Bibel als Geschehnisse erz\u00e4hlt, gleichwie die heilsnotwendigem Glauben anzunehmenden Lehren zu glauben verlangt&#8221; (<a href=\"http:\/\/www.kathpedia.com\/index.php?title=Spiritus_paraclitus_(Wortlaut)\">Nr. 24<\/a>).<br \/>\nNach expliziter Verurteilung aller Meinungen, die die Irrtumslosigkeit nur auf sog. &#8220;religi\u00f6se&#8221; Elemente der Bibel zu beschr\u00e4nken, zitiert er den Hl. Hieronymus, den &#8220;Vater der Bibelwissenschaft&#8221;, der vor mehr als<br \/>\nals 1500 Jahren schrieb: \u201c[i]t would be wholly impious to limit inspiration to only certain portions of Scripture or to concede that the sacred authors themselves could have erred\u201d (<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xv\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xv_enc_15091920_spiritus-paraclitus_en.html\">Nr. 21<\/a>) bzw. in dt. \u00dcbersetzung \u201eUnrecht wird es in jedem Falle sein, die g\u00f6ttliche Eingebung nur auf einzelne Teile der Heiligen Schrift zu beschr\u00e4nken und zuzugeben, dass der heilige Verfasser selbst geirrt habe.\u201c (<a href=\"http:\/\/www.kathpedia.com\/index.php?title=Spiritus_paraclitus_(Wortlaut)\">Nr. 21<\/a>)<br \/>\nEs lohnt sich, die zitierten kirchlichen Dokumente vollst\u00e4ndig zu lesen, vor allem wegen der ausf\u00fchrlicheren Begr\u00fcndungen.<\/p>\n<p>Jetzt werden viele aber einwenden, dass die Bibel doch nachgewiesene historische und naturwissenschaftliche Fehler und eine ganze Reihe von inhaltlichen Widerspr\u00fcche enthalte. Diese Thematiken werden wir in den folgendem <a title=\"Kann man der Bibel glauben? (Teil 2)\" href=\"http:\/\/blog.projekt-kirche.de\/?p=2660\">Teil 2<\/a> und <a title=\"Kann man der Bibel glauben? (Teil 3)\" href=\"http:\/\/blog.projekt-kirche.de\/?p=2692\">Teil 3<\/a> dieses Artikels behandeln.<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8220;<a href=\"http:\/\/www.cuf.org\/2004\/04\/taking-god-at-his-word-a-catholic-understanding-of-biblical-inerrancy\/\">A Catholic Understanding of Biblical Inerrancy<\/a>&#8221; (2004-2014), <a href=\"http:\/\/www.cuf.org\/\">Catholics United for the Faith<\/a> (teilweise w\u00f6rtlich in dt. \u00dcbersetzung wiedergegeben)<\/li>\n<li>Enzyklika &#8220;<a href=\"http:\/\/www.stjosef.at\/dokumente\/providentissimus_deus.htm\">Providentissimus Deus<\/a>&#8221; (Papst Leo XIII, 1893)<\/li>\n<li>Enzyklika &#8220;<a href=\"\/\/www.vatican.va\/holy_father\/benedict_xv\/encyclicals\/documents\/hf_ben-xv_enc_15091920_spiritus-paraclitus_en.html\">Spiritus Paraclitus<\/a>&#8221; (Papst Benedikt XV, 1920)<\/li>\n<li>Enzyklika &#8220;<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/pius_xii\/encyclicals\/documents\/hf_p-xii_enc_30091943_divino-afflante-spiritu_ge.html\">Divino Afflante Spiritu<\/a>&#8221; (Papst Pius XII, 1943)<\/li>\n<li>Dogmatische Konsitution\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html\">Dei Verbum<\/a> (2. Vatikanisches Konzil, 1965)<\/li>\n<li><a title=\"Katechismus der Kaholischen Kirche\" href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/DEU0035\/_INDEX.HTM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Katechismus der Katholischen Kirche<\/a> (1997)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kann man der Bibel wirklich vertrauen oder ist sie &#8211; zumindest teilweise &#8211; lediglich ein M\u00e4rchen- oder Mythenbuch? Die moderne Theologie tendiert ja oft zu Letzterem. 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