{"id":2692,"date":"2014-08-30T11:11:47","date_gmt":"2014-08-30T09:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.projekt-kirche.de\/?p=2692"},"modified":"2020-05-09T08:51:58","modified_gmt":"2020-05-09T06:51:58","slug":"kann-man-der-bibel-glauben-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=2692","title":{"rendered":"Kann man der Bibel glauben? (Teil 3)"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kann man der Bibel glauben? (Teil 3)\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=2692\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Im <a title=\"Kann man der Bibel glauben? (Teil 2)\" href=\"http:\/\/blog.projekt-kirche.de\/?p=2660\">Teil 2<\/a> haben wir Probleme behandelt, die sich ergeben, wenn man die Bibel buchst\u00e4blich auslegt bzw. die literarischen Gattungen bei historischen Angaben nicht beachtet.<\/p>\n<p>In diesem letzten Teil werden wir untersuchen, welche Probleme sich bei den Wunderberichten und den (scheinbaren) inhaltlichen Widerspr\u00fcchen ergeben.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>3) Das Problem mit Wunderberichten<\/strong><\/p>\n<p>Manche Theologen behaupten, dass man den Bericht \u00fcber die Brotvermehrung (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Johannes6%2C1-14\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Joh 6,1-14<\/a>) nicht w\u00f6rtlich nehmen d\u00fcrfe, sondern dass dieser nur eine &#8220;religi\u00f6se Aussage&#8221; machen wolle. D.h. sie meinen, dass Jesus nicht wirklich die Brote und Fische auf wundersame Weise vermehrt hat. Sie behaupten, dass die fr\u00fche christliche Gemeinde diese Geschichte nur erfunden habe, um z.B. die Menschen zu lehren ihre G\u00fcter zu teilen.<\/p>\n<p>Ganz abgesehen davon, dass es in dieser Geschichte nichts gibt, was diese Interpretation wirklich rechtfertigen w\u00fcrde, ist bei dieser Auslegungsmethode problematisch, dass das Wort Gottes nicht ernst genommen wird. Es werden Wunder einfach ausgeschlossen. Da diese Passage eine historische Erz\u00e4hlung ist, k\u00f6nnen wir sicher sein, dass sie wahrheitsgetreu ein tats\u00e4chliches Ereignis in Jesu Leben wiedergibt. Es ist keine Legende, die in der fr\u00fchen christlichen Gemeinde entstanden ist. Es ist keine \u00fcbertriebene, teilweise auf Wahrheit basierende Geschichte. Da der biblische Verfasser beabsichtigte ein Ereignis in Jesu Leben zu erz\u00e4hlen, muss die gesamte Geschichte in allen Teilen frei von jedem Irrtum sein und all das mitteilen, was der Autor beabsichtigt hatte auszusagen, da &#8220;alles, was die inspirierten Verfasser (&#8230;) aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt zu gelten hat&#8221; (<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html\">Dei Verbum<\/a> , Nr. 11).<\/p>\n<p>Hierbei muss betont werden, dass sogar die kleinen Details einer historischen Geschichte frei von Fehlern ist. Folglich wissen wir, dass Jesus die Mahlzeit aus f\u00fcnf Gerstenbroten und zwei Fischen vervielfachte und dass 12 K\u00f6rbe mit Brot \u00fcbrig blieben. Genauso wie es eben die Geschichte erz\u00e4hlte. Was als blo\u00dfe &#8220;Hintergrundinformation&#8221; erscheinen mag ist wichtig, weil selbst diese Details von Gott inspiriert wurden und deshalb glaubw\u00fcrdig sind. Falls au\u00dferdem ein biblischer Autor bei &#8220;kleinen Details&#8221; bzgl. Jesu Leben irren k\u00f6nnte, wie k\u00f6nnte man dann ihm vertrauen, wenn er von gr\u00f6\u00dferen und viel schwerer zu glaubenden Dingen wie der Auferstehung berichtet?<\/p>\n<p>Weiterhin darf man nicht vergessen, dass historische Genauigkeit eines Zeugnisses f\u00fcr die Juden wichtig war. Somit k\u00f6nnen wir \u00e4hnliche Standards bzgl. der biblischen Berichte erwarten.<\/p>\n<p><strong>3) Das Problem mit Widerspr\u00fcchen<\/strong><\/p>\n<p>Manche sagen, dass es Widerspr\u00fcche innerhalb der Bibel gibt und folgern daraus, dass die Bibel nicht zu 100% fehlerfrei sein kann. Beispielsweise sagt Jesus in <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Markus2%2C26\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mk 2,26<\/a>, dass Abijatar Hohepriester war als David das Schaubrot a\u00df w\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/1.Samuel21%2C2\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Sam 21,2<\/a> sagt, dass Ahimelech zu jener Zeit Priester war. Auf den ersten Blick scheint eine offensichtlicher Widerspruch vorzuliegen.<\/p>\n<p>Wenn wir jedoch ber\u00fccksichtigen, dass Abijatar der Sohn von Ahimelech war (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/1.Samuel23%2C6\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Sam 23,6<\/a>) und dass die Hohepriesterschaft von Vater und Sohn gemeinsam ausge\u00fcbt wurde (vgl. <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Lukas3%2C2\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lk 3,2<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Johannes18%2C13\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Joh 18,13<\/a>), dann sehen wir, dass Jesu Ausage (wie von Markus aufgezeichnet) korrekt ist. D.h. sowohl <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/1.Samuel21%2C1\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">1 Sam 21,1<\/a> als auch <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Markus2%2C26\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mk 2,26<\/a> ist rich, da sowohl Ahimelech als auch Abijatar als Vater und Sohn Hohepriester genannt wurden.<\/p>\n<p>Es gibt dutzende von schwierigen Passagen in der Bibel, die oberfl\u00e4chlich betrachtet fehlerhaft oder widerspr\u00fcchlich erscheinen.\u00a0 Bei vielen davon kann einfach gezeigt werden, dass sie miteinander vereinbar sind. Bei einigen wenigen ist das etwas schwieriger zu verstehen. Aber wir m\u00fcssen dabei bedenken, dass Gott bewusst Schwierigkeiten in die heiligen Texte gebracht hat, um uns zu dem\u00fctigen. Denn wir sollen Gottes Inspiration der Bibel mehr vertrauen als unseren eigenen F\u00e4higkeiten sie zu studieren und zu verstehen. Papst Pius XII schrieb dazu:<\/p>\n<blockquote><p>Gott habe in den von ihm inspirierten Heiligen B\u00fcchern absichtlich Schwierigkeiten gelassen, damit wir zu eifrigem Studium und Forschen angespornt und, der Grenzen unseres Geistes uns heilsam bewusst, in der geziemenden Demut geschult werden. (<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/pius_xii\/encyclicals\/documents\/hf_p-xii_enc_30091943_divino-afflante-spiritu_ge.html\">Divino Afflante Spiritu<\/a>, \u00a7 4 &#8211; Die Behandlung schwieriger Fragen).<\/p><\/blockquote>\n<p>Schlussendlich fordert uns die Kirche auf eine ehrfurchtsvolle Haltung der Hl. Schrift gegen\u00fcber zu haben. Der Hl. Augustinus w\u00fcrde niemals den biblischen Autoren den kleinsten Fehler vorwerfen, selbst im winzigsten Detail nicht. Wenn er auf Schwierigkeiten in der Bibel sto\u00df &#8211; Schwierigkeiten, die selbst sein gro\u00dfer Intellekt nicht l\u00f6sen konnte &#8211; dann schloss er daraus nicht, dass ein Fehler in der Bibel war. Stattdessen akzeptierte er den schwierigen Test dennoch als wahr, da er dem\u00fctig genug war, seine eigenen Grenzen dem inspirierten und irrtumsfreien Wort Gottes gegen\u00fcber zu begreifen. Er schrieb (an Hieronymus):<\/p>\n<blockquote><p>Ich gestehe deiner Liebe, unter allen B\u00fcchern sind es einzig die Schriften, welche bereits kanonische hei\u00dfen, denen ich eine solche Hochachtung und Verehrung darbringe, dass ich fest glaube, keiner ihrer Verfasser habe beim Schreiben in einem Punkte geirrt. Und wenn ich diesen Schriften auf etwas sto\u00dfe, was mit der Wahrheit in Widerspruch zu sein scheint, so schlie\u00dfe ich daraus ohne Bedenken nur so viel, dass entweder die Handschrift fehlerhaft ist, oder dass der \u00dcbersetzer den Sinn der Worte nicht getroffen, oder dass ich sie gar nicht verstanden habe. (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Epheser6%2C1\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ep. 82, 1<\/a> und sonst \u00f6fter., zitiert aus <a href=\"http:\/\/www.stjosef.at\/dokumente\/providentissimus_deus.htm\">Providentissimus Deus<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>&#8220;<a href=\"http:\/\/www.cuf.org\/2004\/04\/taking-god-at-his-word-a-catholic-understanding-of-biblical-inerrancy\/\">A Catholic Understanding of Biblical Inerrancy<\/a>&#8221; (2004-2014), <a href=\"http:\/\/www.cuf.org\/\">Catholics United for the Faith<\/a> (teilweise w\u00f6rtlich in dt. \u00dcbersetzung wiedergegeben)<\/li>\n<li>Enzyklika &#8220;<a href=\"http:\/\/www.stjosef.at\/dokumente\/providentissimus_deus.htm\">Providentissimus Deus<\/a>&#8221; (Papst Leo XIII, 1893)<\/li>\n<li>Enzyklika &#8220;<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/holy_father\/pius_xii\/encyclicals\/documents\/hf_p-xii_enc_30091943_divino-afflante-spiritu_ge.html\">Divino Afflante Spiritu<\/a>&#8221; (Papst Pius XII, 1943)<\/li>\n<li>Dogmatische Konsitution\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_const_19651118_dei-verbum_ge.html\">Dei Verbum<\/a> (2. Vatikanisches Konzil, 1965)<\/li>\n<li>&#8220;<a href=\"http:\/\/www.vatican.va\/roman_curia\/congregations\/cfaith\/pcb_documents\/rc_con_cfaith_doc_19930415_interpretazione_ge.html\">Die Interpretation der Bibel in der Kirche<\/a>&#8221; (P\u00e4pstliche Bibelkommission, 1993)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Teil 2 haben wir Probleme behandelt, die sich ergeben, wenn man die Bibel buchst\u00e4blich auslegt bzw. die literarischen Gattungen bei historischen Angaben nicht beachtet. 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