{"id":3001,"date":"2014-10-04T09:23:47","date_gmt":"2014-10-04T07:23:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.projekt-kirche.de\/?p=3001"},"modified":"2023-10-22T21:11:35","modified_gmt":"2023-10-22T19:11:35","slug":"praktischer-kommentar-zur-biblischen-geschichte-teil-4-die-erschaffung-des-menschen-das-paradies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=3001","title":{"rendered":"Praktischer Kommentar zur Biblischen Geschichte (Teil 4): Die Erschaffung des Menschen. Das Paradies."},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Praktischer Kommentar zur Biblischen Geschichte (Teil 4): Die Erschaffung des Menschen. Das Paradies.\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=3001\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach <a title=\"Praktischer Kommentar zur Biblischen Geschichte (Teil 3)\" href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=2919\">Teil 3 (Die Erschaffung und der Fall der Engel)<\/a> folgt hier Teil 4 zum &#8220;Praktischen Kommentar zur Biblischen Geschichte&#8221; (1913) von <a title=\"Wikipedia\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Justus_Knecht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dr. Friedrich Justus Knecht<\/a>.<\/p>\n<p>Dieser (und der darauf folgende) Teil ist m.E. sehr wichtig, um den christlichen Glauben mit all den Konsequenzen (\u00fcberhaupt) verstehen zu k\u00f6nnen. Deshalb auf jeden Fall lesen! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Mit diesem Teil habe ich \u00fcbrigens begonnen, den Text leicht an den heutigen Sprachgebrauch anzupassen (z.B. wird statt &#8220;Weib&#8221; jetzt &#8220;Frau&#8221; wiedergegeben).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2 class=\"western\">Die Erschaffung des Menschen. Das Paradies. (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/1.Mose2\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gen 2<\/a>)<\/h2>\n<p class=\"western\">Hier wird erz\u00e4hlt, wie Gott die ersten Menschen \u2014 zuerst den Mann und danach die Frau \u2014 erschaffen und f\u00fcr sie das Paradies eingerichtet hat.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading__1219_584756764\"><\/a>Erz\u00e4hlung und Erkl\u00e4rung<\/h3>\n<p class=\"western\">Als Gott den <i>Menschen<\/i> schaffen wollte, sprach er: ,,Lasset uns den Menschen machen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> <i>zu unsrem Bilde und Gleichnisse<\/i>!<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> Er soll herrschen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> \u00fcber alle Tiere und \u00fcber die ganze Erde!\u201c Und Gott bildete<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> aus Staub der Erde den Menschen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a> und hauchte ihm den Odem des Lebens ein<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a>. So<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> wurde der Mensch zum lebenden Wesen. Gott nannte ihn <i>Adam<\/i>, d. h. Mann aus Erde.<\/p>\n<p class=\"western\">Gott der Herr hatte in Eden das <i>Paradies<\/i> gepflanzt<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a>. Dies war ein herrlicher Garten mit sch\u00f6nen und fruchtbaren B\u00e4umen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a>. In der Mitte standen der Baum des Lebens<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a> und der Baum der Erkenntnis des Guten und des B\u00f6sen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a>. Ein Fluss ging aus von Eden und bew\u00e4sserte den Garten. In diesen Garten der Wonne setzte Gott den Menschen, da\u00df er ihn bebaue<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a> und bewahre<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a>. Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: <i>\u201eVon jedem Baum des Gartens darfst du essen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a>. Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des B\u00f6sen sollst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben!\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a><\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Adam war noch der einzige Mensch. Da sprach Gott: \u201eEs ist nicht gut, dass der Mensch allein sei<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a>. Wir wollen ihm eine Gehilfin machen, die ihm gleiche!\u201c Und Gott f\u00fchrte alle Tiere zu Adam, und Adam gab jedem seinen Namen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a>. Aber es fand sich keine Gehilfin, die ihm gleich war<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a>. Darum lie\u00df Gott einen tiefen Schlaf \u00fcber Adam kommen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a>, nahm eine von dessen Rippen und bildete daraus eine Frau. Als Adam erwachte, f\u00fchrte ihm Gott die Frau zu. Und Adam sprach: \u201eDas ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"western\">So schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde, als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott segnete Adam und seine Frau und sprach: \u201eSeid fruchtbar und vermehrt euch und erf\u00fcllt die Erde und macht sie euch untertan!\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"western\">Adam und Eva lebten im Paradies ganz gl\u00fccklich. Sie waren heilig und gerecht<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a> und wussten nichts vom B\u00f6sen.<\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading__1508_1549345419\"><\/a>Auslegung<\/h3>\n<p class=\"western\"><i>Gott <\/i><i>ist g\u00fctig.<\/i> Z\u00e4hle die Wohltaten und Gnaden auf, welche Gott dem Adam und der Eva erwiesen hat! (Vgl. die Anwendung.)<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Zweifache Ebenbildlichkeit des Menschen.<\/i> Der Mensch ist das vornehmste Gesch\u00f6pf Gottes auf Erden, \u201edenn Gott hat ihn zum Ebenbild seines eigenen Wesens gemacht\u201c (<a class=\"bibleserver extern\" href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/EU\/Weisheit2%2C23\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weish 2,23<\/a>). Und weil der Mensch ein Ebenbild oder Abbild Gottes ist, so ist er Gott \u00e4hnlich. Diese \u00c4hnlichkeit ist aber eine zweifache: eine nat\u00fcrliche und eine \u00fcbernat\u00fcrliche. Darum gebrauchte Gott auch zwei Ausdr\u00fccke: \u201ezu unsrem Bilde und Gleichnisse\u201c. Wenn etwas ein Bild von einer Person oder Sache sein soll, so muss es dieser Person oder Sache einigerma\u00dfen \u00e4hnlich sein Gleichnis kommt her von gleichen (gleich aussehen) und bezeichnet einen h\u00f6heren Grad von \u00c4hnlichkeit. Wenn eine Person einer anderen recht \u00e4hnlich ist, so sagen wir, jene gleiche dieser. Durch den Ausdruck \u201eBild\u201c wird also auf die nat\u00fcrliche, durch das Wort \u201eGleichnis\u201c auf die \u00fcbernat\u00fcrliche \u00c4hnlichkeit des Menschen mit Gott hingewiesen. Die <i>nat\u00fcrliche<\/i> \u00c4hnlichkeit (die nat\u00fcrliche Ebenbildlichkeit) des Menschen mit Gott besteht darin, dass der Mensch einen Geist besitzt, welcher im Leibe wohnt und ihn belebt. Wie nennt man den Geist des Menschen? (Seele). In der Natur des Geistes aber liegt es, dass er 1. unsterblich ist, 2. Vernunft und 3. freien Willen hat. Durch diese drei Eigenschaften ist die menschliche Seele dem ewigen (1) Gott, welcher die h\u00f6chste Vernunft (2) und der h\u00f6chste und freiste Wille (3) ist, einigerma\u00dfen \u00e4hnlich, ein Abbild oder Ebenbild von Gott. Die Seele ist es, die im Menschen denkt und will und ihre Gedanken, W\u00fcnsche und Stimmungen durch Sprache kundgibt. Das Tier hat keine Sprache, weil es keine geistige Seele hat. In der Ebenbildlichkeit mit Gott besteht der Adel und die hohe W\u00fcrde des Menschen.<\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Welches ist das vorz\u00fcglichste Gesch\u00f6pf auf Erden? Wie hei\u00dfen die ersten Menschen, die Gott erschaffen hat? Auf welche Weise schuf Gott den Adam? Woraus bildete Gott den Leib der Eva? Wie hat Gott den Menschen bei seiner Erschaffung ausgezeichnet? Wie vielfach war das Ebenbild Gottes? Worin bestand das nat\u00fcrliche Ebenbild Gottes? (82.-88.)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: large;\">Diese Gaben hei\u00dfen nat\u00fcrliche Gaben, weil sie zur Natur der menschlichen Seele geh\u00f6ren; ebendeshalb k\u00f6nnen sie auch nicht verloren gehen, wohl aber k\u00f6nnen sie verdorben und verunstaltet werden. Gott hat aber in seiner ma\u00dflosen Liebe den Menschen nicht zu einem blo\u00df nat\u00fcrlichen, irdischen Gl\u00fcck bestimmt, sondern zu seiner Anschauung und zur ewigen Teilnahme an seiner g\u00f6ttlichen Herrlichkeit und Seligkeit. Diese Bestimmung (dieses Ziel) ist \u00fcbernat\u00fcrlich, weil der Mensch von Natur aus keinen Anspruch auf die himmlische Seligkeit (die nur Gott nat\u00fcrlich ist) hat und sie mit seinen nat\u00fcrlichen Kr\u00e4ften nicht erreichen kann. Darum hat Gott den Menschen von Anfang an (zu den nat\u00fcrlichen Gaben noch) \u00fcbernat\u00fcrliche Gaben verliehen, durch welche derselbe ein <i>\u00fcbernat\u00fcrliches<\/i> Ebenbild (Gleichnis) Gottes geworden ist. Die vorz\u00fcglichste dieser die menschliche Natur hoch erhebenden Gaben war die heiligmachende Gnade. Gott hat n\u00e4mlich der Seele des ersten Menschen den Heiligen Geist eingehaucht, und dadurch war der Mensch ein Kind Gottes und ein Erbe des Himmels (d.h. der Himmel war ihm sicher, solange er im Gnadenstand verblieb). Die Gnade verlieh der Seele des Menschen eine \u00fcbernat\u00fcrliche Sch\u00f6nheit. Der Heilige Geist erh\u00f6hte auch die nat\u00fcrlichen Kr\u00e4fte der Menschenseele: er erleuchtete die Vernunft des ersten Menschen, so dass dieser eine h\u00f6here Erkenntnis besa\u00df (d.h. dass er Gott und die Werke Gottes viel besser erkannte, als es der nat\u00fcrlichen Kraft seiner Vernunft m\u00f6glich gewesen w\u00e4re), und er heiligte den freien Willen des Menschen, so dass er nur das Gute wollte und keine Lust zum B\u00f6sen hatte (nie von b\u00f6ser Lust versucht war). Darum sagt auch die Heilige Schrift (die Biblische Geschichte): \u201eSie waren (durch) die \u00fcbernat\u00fcrliche Gaben) heilig und gerecht und wussten nichts vom B\u00f6sen.\u201c Wie das Sein, so haben sie auch das Gutsein (die Heiligkeit) von Gott empfangen. Der Leib des erste Menschen besa\u00df ebenfalls \u00fcbernat\u00fcrliche Gaben. Von Natur aus ist er hinf\u00e4llig, den Krankheiten und dem Tode unterworfen, weil er aus Stoffen der Erde zusammengesetzt, alles Irdische aber verg\u00e4nglich ist. Solange aber der erste Mensch im Stande der Gnade blieb, war sein Leib unsterblich und frei von allen Krankheiten und M\u00fchseligkeiten. W\u00e4ren die Stammeltern im Stande der Gnade geblieben, so w\u00e4ren sie nicht gestorben, sondern vom irdischen Paradies mit Leib und Seele in das himmlische Paradies versetzt worden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: large;\">Was ich euch \u00fcber die \u00fcbernat\u00fcrlichen Gaben gesagt habe, ist im Katechismus mit kurzen Worten zusammengefasst in den zwei Fragen: \u201eWorin bestand das \u00fcbernat\u00fcrliche Ebenbild Gottes? Welche anderen Gaben waren bei den ersten Menschen mit diesem \u00fcbernat\u00fcrlichen Ebenbild Gottes verbunden? (89 f.)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Der Leib des Menschen <\/i>ist zwar kein Ebenbild Gottes (und kann keines sein \u2013 warum? Hat denn Gott einen Leib?), aber er hat dennoch <i>hohe Vorz\u00fcge.<\/i> Er ist die Wohnung und das Werkzeug der unsterblichen Seele. Er ist feiner, sch\u00f6ner, vollkommener und zu jedem Werke geschickter als der K\u00f6rper irgend eines Tieres. (Denke z.B. an die Kunstfertigkeit der menschlichen Hand, die \u201edas Werkzeug aller Werkzeuge\u201c ist, und an die Sch\u00f6nheit der menschlichen Stimme!) Er steht und geht aufrecht und erhebt seine Augen zum Himmel, f\u00fcr welchen der Mensch bestimmt ist. Er ist das vorz\u00fcglichste aller k\u00f6rperlichen Wesen, das Meisterwerk der sichtbaren Sch\u00f6pfung. Darum soll der Mensch auch seinen Leib in Ehren halten, ihn nicht durch Schmutz und S\u00fcnde verunreinigen. \u201eVerherrlicht und tragt Gott in eurem Leibe!\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/1.Korinther6%2C20\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1 Kor 6,20<\/a>).<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Der Mensch soll herrschen \u00fcber die Tiere und \u00fcber die ganze Erde.<\/i> Eigentlich geh\u00f6rt die Erde Gott dem Herrn. \u201eDes Herrn ist die Erde und was sie erf\u00fcllt, der Erdkreis und alle, die darauf wohnen\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Psalm23%2C1\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ps 23,1<\/a>). Gott aber hat die Erde dem Menschen \u00fcbergeben, damit dieser als Ebenbild Gottes die G\u00fcter der Erde nach Gottes Willen benutze. Die Fl\u00fcsse und die Berge, die Felder und die W\u00e4lder, die Pflanzen und die Tiere sind zum Besten des Menschen erschaffen und sollen diesem dienen zur Erhaltung und Versch\u00f6nerung seines Lebens und zur Aus\u00fcbung guter Werke. Wir m\u00fcssen deshalb die G\u00fcter der Erde (Gold und Silber, Speise und Trank etc.) zum Guten benutzen und d\u00fcrfen sie nicht zum B\u00f6sen missbrauchen! Herrschen soll der Mensch \u00fcber die irdischen Dinge, nicht ihnen dienen, nicht ihr Sklave sein; sein Sinnen und Trachten soll \u00fcber die Erde hinausgehen und auf die \u00fcbernat\u00fcrlichen, ewigen G\u00fcter gerichtet sein. Wir sollen die irdischen G\u00fcter so gebrauchen, dass wir die \u00fcberirdischen G\u00fcter (welche?) nicht verlieren. (Der Geizige herrscht nicht \u00fcber die Erde, sondern dient ihr.) \u2013 Auch \u00fcber die Tiere soll der Mensch herrschen nach Gottes Willen. Es ist aber Gottes Wille, dass wir gegen die Tiere nicht grausam seien. \u201eDer Gerechte sorgt auch f\u00fcr sein Vieh, aber das Herz des Gottlosen ist grausam\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Spr%C3%BCche12%2C10\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spr. 12,10<\/a>). Also keine Tierqu\u00e4lerei!<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Zweifacher Tod. <\/i>Mit den Worten: \u201eSobald du davon isst, wirst du sterben\u201c, hat Gott dem Menschen einen <i>zweifachen<\/i> Tod angedroht: den Tod der Seele und den Tod des Leibes. Der leibliche Tod ist nicht gleich nach der S\u00fcnde eingetreten, denn Adam lebte noch lange auf Erden und wurde 930 Jahre alt, aber er war von dem Augenblick an, da er die S\u00fcnde vollbracht hatte, dem Tode unterworfen, hinf\u00e4llig und sterblich.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Der Tod der Seele<\/i> hingegen war da, sobald die S\u00fcnde vollbracht war. Ja, kann denn die Seele sterben, d.h. ihr Leben verlieren? Man muss zwischen dem nat\u00fcrlichen und \u00fcbernat\u00fcrlichen Leben der Seele unterscheiden. Das nat\u00fcrlich Leben kann die Seele nie verlieren, weil sie unsterblich ist. Das \u00fcbernat\u00fcrliche Leben aber oder das Gnadenleben (das Leben in der Gnade und Freundschaft Gottes) verliert die Seele, sobald sie eine schwere S\u00fcnde begeht. Dieser Verlust des Gnadenlebens ist der geistige Tod der Seele und f\u00fchrt zum ewigen Tod (zur Verdammnis). Deshalb wird auch die schwere S\u00fcnde, welche den geistigen Tod herbeif\u00fchrt, <i>Tods\u00fcnde<\/i> genannt. Indem Gott also vorhersagte: \u201eSobald du davon isst, wirst du sterben\u201c, hat er dem Adam angedroht, derselbe werde \u2013 wenn er das Gebot \u00fcbertrete \u2013 1. die Unsterblichkeit seines Leibes und 2. die heiligmachende Gnade verlieren.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Sittliche Vollkommenheit. <\/i>Deshalb, sagt der hl. Leo, hat Gott den Menschen zu seinem Bilde erschaffen, damit der Mensch seinem Sch\u00f6pfer als seinem Vorbild in allem nacheifere. So ist schon in der Natur des Menschen seine hohe sittliche W\u00fcrde und jene Forderung begr\u00fcndet, die Jesus in der Bergpredigt (N.T., Nr. 23 Abs. 3; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Matth%C3%A4us5%2C48\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mt 5,48<\/a>) gestellt hat: \u201eSeid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.\u201c Insbesondere sollen wir unsrem Gott und Sch\u00f6pfer \u00e4hnlich werden in der Liebe, im t\u00e4tigen Wohlwollen gegen\u00fcber unseren Mitmenschen. Warum sollen wir den N\u00e4chsten lieben? (250.)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Die himmlische Seligkeit.<\/i> Das Leben des ersten Menschen im irdischen Paradies war ein Vorbild vom Leben der Seligen im Himmel. Im Paradies lebten die Menschen ganz gl\u00fccklich, Friede war in ihnen und au\u00dfer ihnen, weil sie Frieden hatten mit Gott; sie hatten \u00dcberfluss an allem, kannten keinen Mangel, keinen Schmerz, keinen Verdruss und lebten in ungest\u00f6rter Freude und Freundschaft unter sich und mit Gott. So ist auch das Leben der Seligen im Himmel ein \u00fcberaus gl\u00fcckliches; dort ist keine Klage, kein Leiden, nichts als Friede, Freude, Gl\u00fcck und Herrlichkeit. Im Paradies verkehrte Gott mit den ersten Menschen wie ein Vater mit seinen Kindern; im Himmel schauen die Seligen Gott von Angesicht zu Angesicht und sind mit ihm in innigster Liebe vereinigt. Aber nun kommt der Unterschied: Das Gl\u00fcck des irdischen Paradieses konnte verloren gehen (wodurch?), kann aber das Gl\u00fcck der Seligen im Himmel auch verloren gehen? Zudem ist das Gl\u00fcck der Seligen im Himmel unvergleichlich sch\u00f6ner und herrlicher, als das irdische gewesen ist. Wie wird das Leben der Seligen im Himmel beschaffen sein? (236.)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Der Mensch ist wesentlich vom Tier verschieden,<\/i> denn er ist belebt vom Hauche Gottes, von der geistigen Seele. Von keinem Tiere, sondern nur vom Menschen wird gesagt, dass Gott ihm den Odem des Lebens eingehaucht hat.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Dreifaltigkeit. <\/i>In den Worten Gottes \u201eLasst uns \u2026 machen\u201c ist angedeutet, dass in Gott mehrere Personen sind.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Der Zweck des Gebotes (Verbotes) <\/i>war ein zweifacher. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">1. Wie die Engel, so musste auch der Mensch eine Pr\u00fcfung bestehen, weil er ebenfalls mit freiem Willen begabt war. Was tat Gott, um den Menschen zu pr\u00fcfen? Er gab ihm das Verbot und offenbarte ihm seinen g\u00f6ttlichen Willen, damit der Mensch sich diesem in freier Entscheidung unterwerfe. Und da Adam der Stammvater und Vertreter des Menschengeschlechts war, so hing von seiner Entscheidung nicht nur sein eigenes Geschick ab, sondern auch das Schicksal seiner Nachkommen. (Wenn ein Vater sein Verm\u00f6gen verspielt oder verbraucht, so ist es auch f\u00fcr seine Kinder verloren.)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Sodann sollte 2. die \u00fcbernat\u00fcrliche Gl\u00fcckseligkeit, zu welcher der Mensch bestimmt war, f\u00fcr ihn nicht blo\u00df ein unverdientes Geschenk der g\u00f6ttlichen G\u00fcte sein, sondern auch ein verdienter Lohn der g\u00f6ttlichen Gerechtigkeit f\u00fcr seine treue Liebe und seinen Gehorsam.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Einheit der Menschheit. <\/i>Warum hat Gott die Eva aus einer Rippe Adams gebildet? 1. Weil alle Menschen, auch Eva, von Adam abstammen sollten. 2. Weil Mann und Frau (Eheleute) zusammengeh\u00f6ren und <i>ein<\/i> Herz und <i>eine<\/i> Seele sein, d.h. in Liebe und Eintracht leben sollen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Die Ehe. <\/i>Indem Gott dem Adam die Frau als Gehilfin gab und \u00fcber beide seinen Segen aussprach, hat er den Ehestand eingesetzt. Weil dieser von Gott eingesetzt ist, so ist er ein heiliger Stand. Jesus Christus hat ihn noch mehr geheiligt und zu einem heiligen Sakrament erhoben. Gott selbst hat den Mann und die Frau verbunden, \u201ewas aber Gott verbunden hat\u201c, sagt der g\u00f6ttliche Heiland, \u201edas soll der Mensch nicht trennen\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Matth%C3%A4us19%2C6\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mt 19,6<\/a>). Die Ehe ist deshalb unaufl\u00f6slich, d.h. Mann und Frau sollen bis zum Tode in Einigkeit und Liebe verbunden bleiben. Nebst dem Sabbat ist die Ehe die \u00e4lteste und ehrw\u00fcrdigste Einrichtung der Menschheit. Wer hat die Ehe eingesetzt? Was hat Christus zur Heiligung des Ehestandes getan? (616 f.)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Der Mann ist das Oberhaupt der Familie.<\/i> Dem Adam hat Gott selbst den Namen gegeben, wer aber hat der Frau den Namen gegeben? \u2026 Warum wird Gott es so angeordnet haben? Weil der Mann das Oberhaupt der Frau sein und diese dem Mann folgen soll.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Baum der Erkenntnis war ein <i>Vorbild des Kreuzes Christi.<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">1. An jenem hat Satan gesiegt, indem er die Stammeltern zum Ungehorsam gegen Gott verf\u00fchrte; am Holz des Kreuzes ist Satan besiegt worden durch Christus, der \u201egehorsam war bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Philipper2%2C8\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Phil 2,8<\/a>); an jedem hat die S\u00fcnde, an diesem das Heil (die Erl\u00f6sung) seinen Anfang genommen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">2. Auch das Kreuz auf Golgotha ist zum Baume der Erkenntnis geworden, denn aus dem bitteren Leiden und Sterben Jesu Christi erkennen wir die Bosheit und die ungeheure Schuld der S\u00fcnde sowie die unendliche Heiligkeit und Gerechtigkeit unseres Gottes.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">3. Wie es am Baume der Erkenntnis sich entscheiden sollte, ob die Menschen das Gute oder das B\u00f6se erw\u00e4hlten, so ist Christus der Gekreuzigte \u201egesetzt zum Fall und zur Auferstehung\u201c (Nr. 6 des N.T.; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Lukas2%2C34\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lk 2,34<\/a>). Die an den Gekreuzigten glauben und ihm nachfolgen, werden das ewige Leben erlangen, jene aber, die nicht an den gekreuzigten Heiland glauben und ihm nicht nachfolgen, werden zur H\u00f6lle fahren.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Frucht vom Baum des Lebens war ein <i>Vorbild des heiligsten Sakramentes.<\/i> Warum hie\u00df jener Baum Lebensbaum? \u2026 Wie durch seine Frucht das Leben des Leibes erhalten wurde, so wird durch den Genuss des heiligsten Sakramentes, dieser Frucht vom Lebensbaum des Kreuzes, durch die heilige Kommunion das \u00fcbernat\u00fcrliche Leben (das Gnadenleben) der Seele erhalten und vermehrt und die Seele des ewigen Lebens w\u00fcrdig gemacht. \u201eWer von diesem Brot (von welchem?) isst\u201c, sagt der g\u00f6ttlichen Heiland (Nr. 36 des N.T.; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Johannes6%2C51\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Joh 6,51<\/a>), \u201eder wird leben in Ewigkeit.\u201c (\u00dcber den \u201eBaum des Lebens im himmlischen Paradies\u201c s. den letzten Satz in Nr. 110 des N.T.)<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Ebenbild Gottes hat der Mensch eine <i>erhabene Stellung <\/i>in der sichtbaren Welt. Alle K\u00f6rper, sagt Pascal, das Firmament, die Gestirne, die Erde und ihre Reiche sind nicht zu vergleichen mit dem geringsten aus der Geisterwelt, denn der Geist erkennt dies alles und sich selbst, der K\u00f6rper aber nichts. \u00dcber alle K\u00f6rper und alle Geister zusammen mit all ihren Erzeugnissen sind nicht mit der geringsten Bewegung der g\u00f6ttlichen Liebe zu vergleichen, die einer unendlich erhabeneren Ordnung angeh\u00f6rt. Alle K\u00f6rper zusammen w\u00e4ren nicht im Stande, einen einzigen Gedanken hervorzubringen; es ist unm\u00f6glich und geh\u00f6rt einem anderen Gebiet an. Und alle K\u00f6rper und alle Geister w\u00e4ren nicht im Stande, eine einzige Regung wahrer Liebe hervorzubringen; es ist unm\u00f6glich und geh\u00f6rt einem andern, \u00fcbernat\u00fcrlichen Gebiet an.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"__RefHeading__1778_1549345419\"><\/a>Anwendung<\/h3>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Die G\u00fcte Gottes gegen uns Menschen ist unendlich gro\u00df. Bedenke, wie sehr Gott den Menschen erh\u00f6ht und bevorzugt hat! Er hat ihn zu seinem Ebenbild erschaffen und die ganze Erde zu seinem Dienste bestimmt; er hat ihm eine unsterbliche Seele, die heiligmachende Gnade und das sch\u00f6ne Paradies gegeben und dazu ewige Gl\u00fcckseligkeit im Himmel versprochen. Die Menschen sollten jene Throne im Himmel einnehmen, welche die gefallenen Engel verloren hatten. Und alles dieses war nicht blo\u00df f\u00fcr die ersten Menschen bestimmt, sondern auch f\u00fcr die Nachkommen. Seht also, wie gut es der liebe Gott mit allen Menschen gemeint hat! \u201eDankt dem Herrn, denn er ist gut, denn in Ewigkeit w\u00e4hrt (dauert) seine Barmherzigkeit.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Psalm117%2C1\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ps 117,1<\/a>) \u201eLasst uns Gott lieben, weil er uns zuerst geliebt hat! (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/1.Johannes4%2C19\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">1 Joh 4,19<\/a>) Bei allem, was du heute tust, denke: \u201eO Gott, alles dir zuliebe!\u201c<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Ausspruch der g\u00f6ttlichen Majest\u00e4t, dass die Seele nach Gottes Bild geschaffen ist, gen\u00fcgt uns, um uns von der gro\u00dfen W\u00fcrde und Sch\u00f6nheit der Seele eine Vorstellung machen zu k\u00f6nnen (hl. Theresia). Darum halte die edle Seele rein, beschmutze sie nicht mit S\u00fcnden!<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch du sollst ein nat\u00fcrliches und \u00fcbernat\u00fcrliches Abbild von Gott sein, d.h. vern\u00fcnftig und heilig, nicht tierisch und s\u00fcndig&#8230;<\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a>d.h. wir wollen machen. Als Gott die \u00fcbrigen sichtbaren Gesch\u00f6pfe ins Dasein rief, da sprach er einfach: Es werde! (Es werde Licht! Es sollen Fische werden! etc.) Als er aber den Menschen erschaffen wollte, da ging er sozusagen mit sich selbst zu Rate und sprach mit einer gewissen Feierlichkeit: \u201eLasset uns etc. !\u201c Braucht denn Gott sich zu besinnen und lange zu \u00fcberlegen (oder beraten), wie er etwas am besten machen k\u00f6nne ? Warum hat er aber doch vor Erschaffung des Menschen so gesprochen ? Um zum voraus anzuzeigen, da\u00df der Mensch nicht wie die andern sichtbaren Gesch\u00f6pfe sein werde, sondern da\u00df er einen hohen Vorzug vor diesen haben und das vornehmste unter allen sichtbaren Wesen sein werde.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a>d.h. so, da\u00df er ein Bild (Abbild) von uns sei und uns gleiche.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a>d.h. Herr sein.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a>\u201eBilden\u201c hei\u00dft: etwas mit Kunst machen oder verfertigen. Gott selbst hat aus Erde den menschlichen Leib kunstreich gemacht.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a>d.h. den Leib des Menschen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a>d.h. die Seele, die den Leib belebte. Der Mensch besteht also aus Leib und Seele. Die Seele ist nicht aus Erde gebildet, sondern sie ist ein Geist, ein Hauch Gottes.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a>Wie, wodurch ist der Mensch lebendig geworden? (Dadurch, dass Gott, als er den menschlichen Leib bildete, ihm zugleich die Seele einhauchte.) Die Seele ist f\u00fcr den Leib der Grund des Lebens, ohne sie kann der Leib nicht leben. Sobald die Seele vom Leibe scheidet, dann stirbt dieser. Die Seele stirbt nicht, kann nicht sterben, weil sie ein einfaches (nicht zusammengesetztes) geistiges Wesen ist.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a>Dieses Paradies (Lustgarten oder Wonnegarten) war auf der Erde (in Asien). Man nennt es deshalb das irdische Paradies. Gibt es noch ein anderes Paradies? Ja, der Himmel als Ort der ewigen Seligkeit wird ebenfalls Paradies genannt; dies ist das \u00fcberirdische oder himmlische Paradies.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a>d.h. mit Zierb\u00e4umen und Fruchtb\u00e4umen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a>So hie\u00df der Baum, weil seine Frucht den Leib des Menschen vor Krankheit und Tod bewahrte, ihm die Unsterblichkeit sicherte, solange der Mensch Gott gehorchte.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a>Oder Baum der Pr\u00fcfung, an dem sich zeigen sollte, ob der Mensch sich f\u00fcr das Gute oder f\u00fcr das B\u00f6se entscheide. Der Baum an sich war gut, er war ja von Gott gepflanzt, und solange der Mensch von diesem Baum nicht a\u00df, durfte er die Frucht vom Baum des Lebens genie\u00dfen. Durch den Genuss der Frucht vom Baum des Lebens sollte das leibliche Leben und durch Enthaltsamkeit von der Frucht des Baumes der Erkenntnis das geistige (\u00fcbernat\u00fcrliche) Leben erhalten werden.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a>Der Mensch sollte im Paradies arbeiten und so seine geistigen und k\u00f6rperlichen Kr\u00e4fte entwickeln. Vor dem S\u00fcndenfall war die Arbeit dem Menschen nur angenehm.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a>F\u00fcr sich, damit er ihn nicht verliere durch die List des Teufels und \u00dcbertretung des g\u00f6ttlichen Willens.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a>Dieses erste Wort Gottes an den Menschen enth\u00e4lt eine Gabe und ein Gebot. Darin offenbart sich Gott als Vater und als Herr. Als Vater gibt Gott das Paradies mit all seinen Fr\u00fcchten: \u201eIss nach Herzenslust etc.\u201c. Sollte der Mensch diesen g\u00fctigen Vater nicht aus ganzem Herzen lieben? Um ihm zu zeigen, dass er von seinem Sch\u00f6pfer abh\u00e4ngig bleibe und diesem Gehorsam schulde, und ihn zu pr\u00fcfen, ob er dankbar und gehorsam sei, gab ihm Gott auch ein Gebot. Welches? War dieses Gebot leicht zu beachten? Warum? (Weil andere Fr\u00fcchte im \u00dcberfluss da waren). Durch Befolgung dieses einzigen und leichten Gebotes sollte der Mensch Gott als seinen Herrn anerkennen und seine dankbare Liebe gegen den freigiebigen Vater bekunden.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a>d.h. dem Tod verfallen (sterblich) sein. Diese Drohung f\u00fcgte Gott hinzu, damit der Mensch ja das Gebot (bzw. Verbot) halte. Aus der angedrohten Todesstrafe konnte der Mensch erkennen, dass es eine sehr gro\u00dfe S\u00fcnde sein w\u00fcrde, wenn er von dem verbotenen Baum essen w\u00fcrde, dass er eine schwere Verpflichtung habe, das leichte Gebot zu beachten. (So wusste \u2013 erkannte \u2013 der erste Mensch schon vor dem S\u00fcndenfall, dass die Enthaltung von der Frucht des Baume Gott wohlgef\u00e4llig, d.h. gut, der Genuss der Fr\u00fcchte aber Gott missf\u00e4llig, d.h. b\u00f6se sei und den Tod bringe.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a>F\u00fcr wen ist es nicht gut? F\u00fcr den Menschen. Warum nicht? Weil er sich mit den Tieren nicht recht unterhalten und freuen kann, da diese keine Vernunft haben und nicht sprechen k\u00f6nnen. Darum sagt Gott, er wolle ihm eine Gehilfin machen, \u201edie ihm gleiche\u201c, die also die gleiche Natur (einen menschlichen Leib und eine Seele) habe wie Adam. Bevor nun Gott die Frau bildete, lie\u00df er alle Tiere des Paradieses zu Adam kommen; warum wohl? Erstens sollte Adam seine Herrschaft \u00fcber die Tiere dadurch aus\u00fcben, dass er jedem \u201eseinen\u201c, d.h. den passenden (seinen Eigenschaften entsprechenden) Namen gab. Zweitens sollte er sich \u00fcberzeugen, dass kein Tier ihm gleiche, dass er seiner Natur nach hoch \u00fcber den Tieren stehe. Drittens sollte Adam sich einsam f\u00fchlen unter den Tieren und das Bed\u00fcrfnis nach der Gesellschaft eines ihm gleichen Wesens, also eines anderen Menschen, empfinden, damit er Gott dem Herrn f\u00fcr die Erschaffung der Eva um so dankbarer w\u00e4re.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a>Er konnte also sprechen, seine geistige T\u00e4tigkeit durch die von Gott verliehene Sprache offenbaren.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a>Er erkannte, dass zwischen ihm (dem Menschen) und den Tieren eine unausf\u00fcllbare Kluft war, da kein Tier mit ihm sprechen konnte.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a>Es war ein Schlaf der Entz\u00fcckung, in welchem die Bedeutung des g\u00f6ttlichen Werkes f\u00fcr sich und f\u00fcr alle Zukunft erkannte (Reischl).<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a>d.h. ein menschlicher Leib, wie ich einen habe, ein Wesen, das mir ganz gleich ist. Adam hatte eine gro\u00dfe Freude dar\u00fcber, dass er nun nicht mehr der einzige Mensch auf Erden war.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a>d.h. sie sollten Kinder bekommen und diese wieder Kinder usw., so dass nach und nach die ganze Erde von Menschen bewohnt w\u00fcrde, die alle von Adam abstammen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a>weil sie die heiligmachende Gnade besa\u00dfen.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a>\u201eSelig alle, die dieser Kirche angeh\u00f6ren und als lebendige Glieder in ihr verharren! Jesus Christus, der K\u00f6nig der K\u00f6nige, wird sie als seine Br\u00fcder anerkennen. Mit ihm und allen Engeln und Heiligen werden sie wohnen im neuen Himmel und auf der neuen Erde und werden essen vom Baum des Lebens im himmlischen Paradies\u201c, Kurze Biblische Geschichte (f\u00fcr die unteren Schuljahre der katholischen Volksschule), Dr. Friedrich Justus Knecht, 22. Aufl., 1911, Herdersche Verlagshandlung, Freiburg<\/p>\n<p class=\"sdfootnote-western\">Fortsetzung siehe Teil 5 (<a title=\"Praktischer Kommentar zur Biblischen Geschichte (Teil 5): Der S\u00fcndenfall. Die Verhei\u00dfung des Erl\u00f6sers (1. Teil)\" href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=3507\">Der S\u00fcndenfall. Die Verhei\u00dfung des Erl\u00f6sers (1. Teil)<\/a>)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Teil 3 (Die Erschaffung und der Fall der Engel) folgt hier Teil 4 zum &#8220;Praktischen Kommentar zur Biblischen Geschichte&#8221; (1913) von Dr. Friedrich Justus Knecht. 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