{"id":5343,"date":"2018-03-25T14:36:44","date_gmt":"2018-03-25T12:36:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5343"},"modified":"2020-05-08T21:52:54","modified_gmt":"2020-05-08T19:52:54","slug":"kirchengeschichte-der-kampf-des-judentums-gegen-die-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5343","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Der Kampf des Judentums gegen die Kirche"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Der Kampf des Judentums gegen die Kirche\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5343\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem ersten Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5332\">Gr\u00fcndung und erste Wirksamkeit der Kirche<\/a>\u201d gibt es heute das zweite Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr den Augenblick hatte das verst\u00e4ndige Wort Gamaliels den Hohen Rat beruhigt, wenigstens \u00e4u\u00dferlich. Es war aber leicht vorauszusehen, da\u00df die Ruhe nicht lange anhalten und da\u00df es dann nicht bei Bedrohung, Ein kerkerung und Gei\u00dfelung bleiben werde. In der Tat, der Sturm lie\u00df nicht lange auf sich warten. Nur brach er in einer Weise und unter Umst\u00e4nden \u00a0los, womit man vielleicht doch nicht gerechnet hatte.<\/p>\n<p>Wir wissen schon, wie die Christen jener Tage es nicht zulie\u00dfen, da\u00df einer unter ihnen Not litt. Da aber die Zahl der Christen andauernd wuchs, wurde die Versorgung der Armen immer schwieriger und, leicht begreiflich, kam es zuweilen vor, da\u00df ein Bed\u00fcrftiger einmal nicht so bedacht wurde, wie es bei einer genaueren Kenntnis seiner Lage geschehen w\u00e4re. Eine eingehende Pr\u00fcfung aller Verh\u00e4ltnisse und eine pers\u00f6nliche Austeilung der Gaben wurde jedoch den Aposteln selbst von Tag zu Tag immer weniger m\u00f6glich; sie h\u00e4tten sonst f\u00fcr ihre erste und wichtigste Berufsaufgabe, die Ausbreitung des Reiches Gottes durch Predigt und Seelsorge, keine Zeit mehr gefunden. Also beriefen sie eine Versammlung und lie\u00dfen darin sieben M\u00e4nner w\u00e4hlen, deren Hauptaufgabe die Betreuung der Armen wurde, ohne da\u00df sich aber ihre Bedeutung und T\u00e4tigkeit, wie wir gleich sehen werden, in der \u00e4u\u00dferen Sorge f\u00fcr die Armen der Gemeinde ersch\u00f6pfen sollte. Die Gew\u00e4hlten \u2014 es waren nat\u00fcrlich ausgesucht t\u00fcchtige M\u00e4nner \u2014 wurden unter dem Namen \u201eDiakon&#8221; d. h. \u201eDiener&#8221; von den Aposteln best\u00e4tigt, durch Gebet und Handauflegung f\u00fcr ihre Arbeit und ihr Amt mit der Gnade Gottes ausger\u00fcstet und geweiht.<\/p>\n<p>Unter diesen Diakonen war nun \u2014 der heilige Lukas nennt ihn an erster Stelle \u2014 ein junger Mann namens Stephanus, hochgebildet, tiefgl\u00e4ubig und begeistert, dazu ausgezeichnet durch Wunder, die Gott durch seine Hand und auf seine F\u00fcrbitte hin wirkte. Also ein Mann, ganz dazu geschaffen, den feindlichen Angriff mit starker Brust aufzufangen und von den Aposteln, deren Aufgabe ja noch lange nicht erf\u00fcllt war, abzulenken.<\/p>\n<p>Der Kampf begann mit den Waffen des Geistes. Gelehrte Juden traten Stephanus entgegen und fingen an mit ihm zu streiten. Bald mu\u00dften sie einsehen, da\u00df sie Stephanus nicht gewachsen waren. \u00c4rgerlich zogen sie sich zur\u00fcck und berieten, was zu machen sei. Mit den Waffen ihrer Gelehrsamkeit waren sie nicht zum Ziel gekommen. Gut; dann mu\u00dfte man eben zu anderen Waffen greifen. Auf jeden Fall, so dachten sie, mu\u00df Stephanus, dieser feurige und beschlagene Redner, dieser Wundermann, mundtot gemacht werden und von den Stra\u00dfen Jerusalems verschwinden. Helfe, was helfen kann! Und sie stellten Leute auf, die bezeugen sollten Stephanus habe Moses und Gott selbst gel\u00e4stert.<\/p>\n<p>Nun begann das Aufwiegeln und Sch\u00fcren; im Tempel und auf der Stra\u00dfe, bei den Schriftgelehrten und unter dem Volk. So schlimm trieben es die geworbenen Heger, da\u00df schlie\u00dflich ein Auflauf entstand und Stephanus gepackt und vor den Hohen Rat geschleppt wurde.<\/p>\n<p>Da traten auch schon \u2014 alles war trefflich eingef\u00e4delt \u2014 falsche Zeugen vor und sagten: \u201eDieser Mensch h\u00f6rt nicht auf, Reden gegen die heilige St\u00e4tte und das Gesetz zu halten. Wir haben geh\u00f6rt, wie er behauptete: Jesus von Nazareth wird diese St\u00e4tte zerst\u00f6ren und die Br\u00e4uche ab\u00e4ndern, die Moses uns \u00fcberliefert hat&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte6%2C13-14\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 6, 13 f)<\/a>. Nach den Begriffen des Hohen Rates war das nun eine furchtbare Freveltat.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen hier die Gerichtsverhandlung einen Augenblick verlassen, um zu sehen, wie denn eigentlich die Dinge lagen. Die f\u00fchrenden Kreise des Judentums zur Zeit Jesu lebten ganz in dem Gedanken an ihre Auserw\u00e4hlung. Zweitausend Jahre zuvor hatte Gott den Abraham dazu auserw\u00e4hlt, da\u00df er und seine Nachkommen den Glauben an den einen, wahren Gott und seine Gebote sowie die Verhei\u00dfung des Erl\u00f6sers und die Hoffnung auf ihn treu bewahren sollten; auch dazu, da\u00df der Erl\u00f6ser aus einer Tochter Israels seine menschliche Natur annehmen sollte. Israel mu\u00dfte sich dieser Auserw\u00e4hlung immer bewu\u00dft bleiben und es durfte auf diese Auszeichnung vor allen V\u00f6lkern der Erde stolz sein; ohne Zweifel. Nur durfte es nicht vergessen, da\u00df es den Erl\u00f6ser blo\u00df vorbereiten sollte; nur durfte es f\u00fcr den Erl\u00f6ser selbst nicht blind werden. Ohne Zweifel mu\u00dfte es sich, um seinen Glauben nicht in Gefahr zu bringen, gegen die anderen V\u00f6lker abschlie\u00dfen; nur durfte es dabei nicht vergessen, da\u00df der Erl\u00f6ser nicht f\u00fcr Israel allein, sondern f\u00fcr die ganze Welt kommen sollte. Bei den unter den Heidenv\u00f6lkern zerstreut lebenden Juden war es vielleicht weniger der Fall, da\u00df sie das verga\u00dfen; die Juden Jerusalems aber dachten nur an sich und verachteten die anderen V\u00f6lker, sie hingen an ihrem Tempel und ihrem Gesetz, als ob dies die einzigen und endg\u00fcltigen St\u00e4tten der Gottesverehrung seien, und sie schwuren auf die im Lauf der Zeit eingef\u00fchrten Br\u00e4uche wie auf die ewigen Gottesgebote selber.<\/p>\n<p>Diesem alten, starren, in sich selbst zufriedenen Judentum trat nun die junge Christenschar gegen\u00fcber. Wohl gingen die Christen noch in den Tempel zum Gebet, wohl beteiligten sie sich, wenn auch nicht an den Opfern, so doch noch an diesen und jenen j\u00fcdischen Gebr\u00e4uchen; aber sie kamen auch au\u00dferhalb des Tempels, in ihren H\u00e4usern zum Gebet zusammen und wie sie da beteten und opferten, davon stand im Gesetz des Moses nichts geschrieben. \u2014 Ein neues Beten, riefen emp\u00f6rt die Juden, ein neues Opfern! Diese Christen brauchen den Tempel nicht mehr, ja sie wollen Tempel und Gesetz vernichten, Stephanus hat es verraten; er sagte, so riefen die Zeugen, Jesus von Nazareth wird diese St\u00e4tte zerst\u00f6ren und die Br\u00e4uche ab\u00e4ndern, die Moses uns \u00fcberliefert hat.<\/p>\n<p>So hatte nun Jesus nicht gesagt und auch Stephanus hatte nicht so gesagt; aber der Hohe Rat war doch auf der richtigen Spur, wenn ce f\u00fcrchtete. da\u00df die Welt seinen Rat einmal nicht mehr brauchen werde. Noch bezwang sich der Hohepriester f\u00fcr einen Augenblick und fragte auf die Anschuldigung der falschen Zeugen hin den Diakon: \u201eIst dem so?\u201c<\/p>\n<p>\u201eIhr M\u00e4nner\u201c, begann da Stephanus, \u201eIhr M\u00e4nner, Br\u00fcder und V\u00e4ter, h\u00f6rt!\u201c<\/p>\n<p>Und nun entrollte er vor ihren Augen die Geschichte Israels, wohl um damit zu lehren, da\u00df sie eine einzige Vorbereitung auf den Erl\u00f6ser war; eine Vorbereitung, der Israel freilich mehr als einmal undankbar widerstanden hatte. Er wurde jedoch j\u00e4h unterbrochen. Schon als er auf Israels gr\u00f6\u00dfte Gestalt, auf Moses zu sprechen gekommen war, hatte er das Unrecht betont, das ihm die S\u00f6hne des eigenen Volkes antaten, indem sie bei dem Versuch, sie miteinander zu vers\u00f6hnen, ihn anschrien: Wer hat dich zum Vorsteher und Richter \u00fcber uns gesetzt! Als er aber dann bei der Erw\u00e4hnung des Tempelbaues Salomons unter Anf\u00fchrung eines Prophetenwortes es ablehnte, den Tempel als endg\u00fcltige und alleinige Wohnung Gottes auf Erden anzuerkennen, da entstand, so l\u00e4\u00dft der Bericht der Apostelgeschichte vermuten, Unruhe unter den Juden.<\/p>\n<p>Jetzt sagte Stephanus es ihnen gerade heraus. was er sonst vielleicht noch l\u00e4nger vorbereitet h\u00e4tte: \u201eIhr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren&#8221;, rief er, \u201eihr widersteht allezeit dem Heiligen Geist; wie eure V\u00e4ter, so auch ihr! Wo war ein Prophet, den eure V\u00e4ter nicht verfolgt h\u00e4tten? Sie haben jene get\u00f6tet, die von der Ankunft des Gerechten weissagten. Ihr nun&#8221; \u2014 und damit meinte er die Kreuzigung Jesu \u2014 \u201eihr seid seine Verr\u00e4ter und M\u00f6rder geworden.<\/p>\n<p>Nun war es heraus, nun mu\u00dfte er auf alles gefa\u00dft sein. Ruhig stand er da und blickte zum Himmel empor. Von dorther winkte ihm der Herr und verz\u00fcckt rief er aus: \u201eIch sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte7%2C55\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 7, 55<\/a>).<\/p>\n<p>Da hielten sich die Juden die Ohren zu, schrien und st\u00fcrzten sich auf ihn, zerrten und stie\u00dfen ihn zur Stadt hinaus und eins, zwei, drei, immer schneller flogen die Steine auf ihn. \u201eHerr Jesus\u201c, rief er, in die Knie zusammensinkend, \u201enimm meinen Geist auf; Herr, rechne ihnen dies nicht zur S\u00fcnde an\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte7%2C59\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 7, 59<\/a>)!<\/p>\n<p>Gottesf\u00fcrchtige M\u00e4nner bestatteten den Helden und hielten gro\u00dfe Klage (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte8%2C2\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 8, 2<\/a>).<\/p>\n<p>Stephanus hei\u00dft der Kranz. Einen sch\u00f6neren Namen h\u00e4tte der erste Tote der streitenden Kirche nicht tragen k\u00f6nnen. Das ist ja die Fanfare, womit die Krieger des Reiches Gottes auf Erden in den Kampf st\u00fcrmen und durch das Siegestor in den Himmel einziehen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p>Deinen Soldaten, o Menschensohn, \/ Bist Du der Sold, der Kranz und Lohn. <em>(Nach einem Vesperhymnus eines M\u00e4rtyrerfestes)<\/em><\/p>\n<p>Fortsetzung folgt mit dem Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5353\">Die Ausbreitung des Christentums in Jud\u00e4a und Samaria<\/a>&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem ersten Kapitel \u201cGr\u00fcndung und erste Wirksamkeit der Kirche\u201d gibt es heute das zweite Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-5343","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Sdv6-1ob","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5343"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5343\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8526,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5343\/revisions\/8526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}