{"id":5353,"date":"2018-04-02T14:58:16","date_gmt":"2018-04-02T12:58:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5353"},"modified":"2020-05-10T21:02:19","modified_gmt":"2020-05-10T19:02:19","slug":"kirchengeschichte-die-ausbreitung-des-christentums-in-judaea-und-samaria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5353","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Die Ausbreitung des Christentums in Jud\u00e4a und Samaria"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Die Ausbreitung des Christentums in Jud\u00e4a und Samaria\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5353\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem zweiten Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5343\">Der Kampf des Judentums gegen die Kirche<\/a>\u201d gibt es heute das dritte Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<!--more--><\/p>\n<p>Der Tod des heiligen Stephanus griff tief in die Entwicklung der jungen Kirche ein. Auf den ersten Blick schien er ein schwerer Verlust und ein gro\u00dfes Ungl\u00fcck zu sein. Aber schon nach wenigen Tagen zeigte sich, da\u00df er ein Segensopfer war. Unter dem Druck von au\u00dfen schlie\u00dft sich ja jede Gemeinschaft fester zusammen, wird von Halbheiten gereinigt und wird in sich selbst wertvoller! Hier aber, bei dem ersten Blutopfer des geheimnisvollen Leibes Christi, trat zu dieser inneren Kr\u00e4ftigung eine zweite Wirkung. Sie f\u00e4llt noch mehr in das Auge als die erste; denn sie leitet geradezu einen neuen Abschnitt im Leben der Urkirche ein. Es waltete schon hier das Gesetz, das die Christen sp\u00e4terer Zeit in die Worte fa\u00dften: das Blut der M\u00e4rtyrer ist der Same der Christen.<\/p>\n<p>Mit der Steinigung des Stephanus hatte sich n\u00e4mlich der Sturm des Judentums auf die Christengemeinde nicht gelegt; im Gegenteil, die Steinw\u00fcrfe vor der Mauer drau\u00dfen waren das Zeichen zu einer Verfolgung der Christen im ganzen Stadtbereich. Die Christen duckten sich und schl\u00fcpften zu den Toren hinaus. Wem das nicht gelang, der mu\u00dfte allerdings jeden Augenblick darauf gefa\u00dft sein, da\u00df ihm die H\u00e4scher die T\u00fcren einschlugen und ihn \u00fcber die Schwelle zerrten. M\u00e4nner und Frauen verschwanden hinter den Gef\u00e4ngnismauern. Nur die Apostel nicht\/Wo sie sich aufhielten? \u2014 Wer wei\u00df es? Aber sie waren da, mitten in Jerusalem.<\/p>\n<p>Die gefl\u00fcchteten Christen blieben nat\u00fcrlich nicht beieinander; der eine hierhin, der andere dorthin zerstreuten sie sich in die Umgegend. Haus und Habe hatten sie im Stich lassen m\u00fcssen; aber ihr h\u00f6chstes Gut, den Glauben an Christus, trugen sie im Herzen mit sich Dorf zu Dorf, \u00fcber die ganze Landschaft Jud\u00e4a. Oft genug werden sie gefragt worden sein \u201eWoher&#8221; und \u201eWohin&#8221;; auch ohnedies, wo immer sie hinkamen, sprang ihnen der Name Jesus aus dem Herzen in die Welt hinaus. \u201eDie Versprengten&#8221;, berichtet der heilige Lukas, \u201ezogen umher und verk\u00fcndeten die frohe Botschaft des Wortes Gottes\u201c (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte8%2C4\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 8, 4<\/a>). Die Juden Jerusalems hatten auf die Christen eingeschlagen, um sie zu vernichten; und siehe da, jct5t flogen die Christen wie Samenk\u00f6rner rechts und links in Furchen hinein, die sie ohne die Verfolgung niemals gefunden h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Die auf diese Weise herbeigef\u00fchrte Ausbreitung des Evangeliums \u00fcber ganz Jud\u00e4a war aber nur der erste Schritt \u00fcber Jerusalem hinaus; der Weg lief weiter. Dabei gewann einer der Versprengten eine ganz besondere Bedeutung; wiederum einer der sieben Diakone, die zur Leitung der Armenf\u00fcrsorge in Jerusalem aufgestellt worden waren. Er hie\u00df Philippus.<\/p>\n<p>Dieser Philippus, wohl zu unterscheiden von dem Apostel Philippus, wandte sich nach Norden und kam bis zur Grenze zwischen Jud\u00e4a und dem n\u00f6rdlich an Jud\u00e4a ansto\u00dfenden Samaria. Grenze? Ja, es war schon eine Grenze, auch wenn Samaria, ebenso wie Jud\u00e4a und Galil\u00e4a nur ein\u00a0 Teil, der mittlere Teil von Pal\u00e4stina war. Die Bewohner Samarias waren n\u00e4mlich ein Mischvolk, die Nachkommen der Juden, die von jeher in Samaria gewohnt hatten, und der Heiden, die nach der Eroberung des Landes durch die Assyrer im achten Jahrhundert vor Christus hier angesiedelt worden waren. Auch religi\u00f6s waren sie von den Juden getrennt. Zwar hatten sie sich den Glauben an den einen wahren Gott bewahrt und auch die Hoffnung auf den Erl\u00f6ser lebte in ihnen; aber ihre \u00e4u\u00dfere Gottesverehrung hatte viel heidnischen Einschlag, stand jahrhundertelang in keiner Beziehung zu Jerusalem und wenn die Samariter auch zur Zeit Christi die Verbindlichkeiten des mosaischen Gesetzes anerkannten und den heidnischen Einflu\u00df zur\u00fcckdr\u00e4ngten, so wurden sie doch von den Juden nicht als religi\u00f6s gleichwertig anerkannt.<\/p>\n<p>Philippus stand also an der Grenze von Samaria. Sollte er sie \u00fcberschreiten? Auch den in den Augen der Juden minderwertigen Samaritern das Evangelium verk\u00fcnden? Er \u00fcberschritt die Grenze, unmittelbar in die Hauptstadt ging er. Hier \u2014 die Hauptstadt trug damals den gleichen Namen wie die Landschaft, obwohl schon Herodes der Gro\u00dfe ihr f\u00fcnfzig Jahre zuvor zu Ehren des Kaisers den Namen Sebaste d. h. die Kaiserliche gegeben hatte \u2014 hier in Samaria lebte nun Jesus durch das Wort des Philippus auf. Der Diakon begann zu predigen und schon durch die wunderbaren Krankenheilungen angezogen, die Gott zur Best\u00e4tigung seiner Predigt wirkte, str\u00f6mten die\u00a0\u00a0 auf Philippus zu, lauschten willig seinen Worten und lie\u00dfen sich taufen. Damit war die zweite gro\u00dfe Christengemeinde gegr\u00fcndet und in Samaria herrschte, wie die Apostelgeschichte berichtet, viel Freude (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte8%2C9\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 8, 9<\/a>).<\/p>\n<p>W\u00e4hrend also die Juden in Jerusalem das Christentum t\u00f6dlich treffen wollten, war ihr Hieb vorbeigegangen und ein Lufthieb geblieben; ja, er war ein Hieb geworden, der sie selber traf. Die Apostel sa\u00dfen mit ihrer wenn auch f\u00fcr den Augenblick kleineren Heldenschaar in Jerusalem fest, und gleichzeitig, vielmehr noch gerade durch die Verfolgung, war das Evangelium \u00fcber ganz Jud\u00e4a gedrungen und war jetzt sogar jenseits der Grenze bei den Samaritern.<\/p>\n<p>Damit ist die Bedeutung des Schrittes \u00fcber die Grenze noch nicht ausgemessen. Jerusalem bedeutete den Zusammenschlu\u00df der einzelnen Christen zu einer Christengemeinde; mit Samaria begann die Verbindung von <em>Gemeinde zu Gemeinde<\/em>. Denn als die Apostel in Jerusalem h\u00f6rten, da\u00df Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, ordneten sie zwei aus ihrer Mitte nach Samaria ab, um den dort Getauften das heilige Sakrament der Firmung zu spenden. Sie hatten ja an sich selbst die Wunderkraft des Heiligen Geistes erfahren und waren, viel mehr als wir es jetzt vielleicht sind, sich dessen bewu\u00dft, da\u00df der Heilige Geist es ist, der Christus in den Gotteskindern lebendig macht. Darum machten sich die zwei Apostel ohne Verzug auf den Weg. Da\u00df der eine von ihnen Petrus war \u2014 der andere war Johannes \u2014 ist leicht begreiflich. Zu Petrus hatte ja der Herr gesagt: Weide meine L\u00e4mmer, weide meine Schafe; Petrus mu\u00dfte also auch die gefundenen L\u00e4mmer auf den Gefilden Samarias der Herde Christi eingliedern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Aufenthaltes der Apostel in Jerusalem kam es zu einem Zwischenfall, der nach zwei Richtungen hin bedeutungsvoll wurde. Die junge Kirche stie\u00df da zum erstenmal auf einen Feind, der sich ihr sp\u00e4ter immer wieder entgegenstellte und ihr viel zu k\u00e4mpfen und zu leiden gab. Der Zwischenfall gewann ferner dadurch an Bedeutung, da\u00df wie bei der Zuwahl des Apostels Matthias, am Pfingstfest und bei anderen Gelegenheiten, so auch hier der heilige Petrus als Wortf\u00fchrer auftrat.<\/p>\n<p>Schon l\u00e4ngere Zeit bevor Philippus nach Samaria kam, hatte n\u00e4mlich ein gewisser Simon sein Unwesen in der Stadt getrieben, sich als h\u00f6heres Wesen ausgegeben, die Leute mit allerlei Zauberk\u00fcnsten verf\u00fchrt und es dahin gebracht, da\u00df man ihm allgemein den Namen gab \u201edie gro\u00dfe Kraft Gottes&#8221;. Als nun dieser Simon den Diakon Philippus predigen h\u00f6rte und die Wunderzeichen sah, womit Gott dessen Predigt unterst\u00fctzte, lie\u00df er sich taufen und schlo\u00df sich sogar eng an Philippus an. Wie staunte er erst, als die zwei Apostel kamen und er erfuhr, da\u00df durch die Handauflegung der Heilige Geist mitgeteilt werde! Jetzt brachen die Machtgier und der Ehrgeiz, die ihn schon an die Seite des Philippus gef\u00fchrt hatten, hemmungslos durch und entlarvten ihn. \u201eGebt auch mir die Vollmacht&#8221;, so sprach er zu den Aposteln, \u201eda\u00df jeder, dem ich die H\u00e4nde auflege, den Heiligen Geist empfange!\u201c Dabei \u2014 und das war das Furchtbare \u2014 bot er ihnen Geld an; mit Geld wollte er sich die Vollmacht, den Heiligen Geist mitzuteilen, erkaufen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns gut vorstellen, wie Petrus bei einem solchen Ansinnen\u00a0 erschrak und mit welch ersch\u00fctterndem Ernst er den Simon wie einen Satan zur\u00fcckwies und von sich schleuderte. \u201eDein Geld\u201c, sprach er zu ihm, \u201efahre mit dir ins Verderben, weil du geglaubt hast, die Gabe Gottes mit Geld erkaufen zu k\u00f6nnen.&#8221; Daran f\u00fcgte er eine Strafpredigt, so eindringlich und drohend, da\u00df Simon ihn sogar um seine F\u00fcrbitte bei Gott anflehte (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte8%2C9\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 8, 9<\/a> bis 24).<\/p>\n<p>Noch der Heimweg der Apostel war eine kleine Missionsreise (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte8%2C25\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 8, 25<\/a>). So froh waren Petrus und Johannes fr\u00fcher niemals vom Fischfang auf dem See Genezareth zur\u00fcckgekehrt, so froh, wie sie jetzt waren, als sie wieder nach Jerusalem kamen und Hunderte zu Kindern Gottes und Streitern Christi gemacht hatten. F\u00fcr alle Zeit bleibt diese Samariareise denkw\u00fcrdig; denn hier leuchteten zwei Grundlinien in der Entwicklung der Kirche auf: die Linie, die \u00fcber die Grenzen zur r\u00e4umlichen Allgemeinheit f\u00fchrt, und die Linie zum Zusammenschlu\u00df der Christengemeinden unter die von Petrus geleiteten Apostel: Auseinander und doch zueinander.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt mit Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5368\">Die erste Begegnung mit dem Heidentum<\/a>&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem zweiten Kapitel \u201cDer Kampf des Judentums gegen die Kirche\u201d gibt es heute das dritte Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-5353","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Sdv6-1ol","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5353","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5353"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5353\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8641,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5353\/revisions\/8641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5353"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5353"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5353"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}