{"id":5368,"date":"2018-04-04T18:14:27","date_gmt":"2018-04-04T16:14:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5368"},"modified":"2020-05-09T07:38:46","modified_gmt":"2020-05-09T05:38:46","slug":"kirchengeschichte-die-erste-begegnung-mit-dem-heidentum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5368","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Die erste Begegnung mit dem Heidentum"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Die erste Begegnung mit dem Heidentum\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5368\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem dritten Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5353\">Die Ausbreitung des Christentums in Jud\u00e4a und Samaria<\/a>\u201d gibt es heute das vierte Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Petrus und Johannes waren nun wieder in Jerusalem. Wo aber war der Diakon Philippus geblieben?<\/p>\n<p>Wie er der erste Vermittler der Botschaft und Gnade Christi nach Norden geworden war, so wurde er auch ihr erster Vermittler nach dem S\u00fcden zu. Der Heilige Geist, von dem gef\u00fchrt die junge Kirche \u00fcber die n\u00f6rdliche Grenze Jud\u00e4as gewandert war, bediente sich ebenfalls des Philippus, um das Licht \u00fcber die s\u00fcdliche Grenze zu senden.<\/p>\n<p>Der neue Auftrag wurde dem Diakon durch einen Engel zugestellt. Wir wissen nicht, wo und wann es geschah; die Apostelgeschichte berichtet nur, da\u00df ein Engel des Herrn Philippus gebot: \u201eMach dich auf und zieh gegen S\u00fcden!&#8221; Das war also wieder in die Landschaft Jud\u00e4a zur\u00fcck. Aber nicht nach Jerusalem sollte er gehen, sondern immer s\u00fcdw\u00e4rts sollte er wandern, bis er auf die Stra\u00dfe tr\u00e4fe, die von Jerusalem nach Gaza, einer von alters her bekannten Handelsstadt am Mittelmeer, f\u00fchrte. Diese Stra\u00dfe hatte einen eigenen Namen; sie hie\u00df: \u201eDie Einsame&#8221;.<\/p>\n<p>Als nun Philippus von Norden her auf diese \u201eEinsame Stra\u00dfe&#8221; traf, sah er auf derselben einen Reisewagen fahren, darin ein vornehmer Mann sa\u00df und eifrig in einer Rolle las. Der Diakon kannte ihn nicht; es war ein Fremder, ein Ausl\u00e4nder, Weit aus dem S\u00fcden war er gekommen, aus dem Lande \u00c4thiopien an den Ufern des Nil. Dieses Land war damals von K\u00f6niginnen beherrscht, die alle den Titel Kandake f\u00fchrten. Der Reisende auf der \u201eEinsamen Stra\u00dfe&#8221; war, wir w\u00fcrden sagen, der Finanzminister der K\u00f6nigin von \u00c4thiopien. Er hatte Jerusalem aufgesucht, um dort im Tempel zu beten. Vielleicht hatte er durch Juden, die, wie man sich ausdr\u00fcckte, in der Zerstreuung, d. h. vereinzelt in den Heidenl\u00e4ndern wohnten, von dem einen wahren Gott, den Israel in seinem Tempel zu Jerusalem verehrte, geh\u00f6rt und war dabei, wer wei\u00df aus welcher Not heraus, auf den Gedanken gekommen, im Tempel zu Jerusalem dem Gott Israels seine Verehrung zu bezeigen.<\/p>\n<p>Als nun Philippus auf der \u201eEinsamen Stra\u00dfe&#8221; den Wagen mit dem Schatzmeister der K\u00f6nigin Kandake sah, h\u00f6rte er eine Stimme in seinem Innern: \u201eGeh hin und halte dich in der N\u00e4he des Wagens! &#8221; Er lief hin und sah den Schatzmeister in die Rolle vertieft. Es waren die Schriften des Propheten Jesajas. Da der Schatzmeister laut vor sich hin las, erkannte Philippus die Prophetenworte und fragte ihn: \u201eVerstehst du auch, was du liest?&#8221;<\/p>\n<p>\u201eWie kann ich das&#8221;, erwiderte jener, \u201ewenn mich niemand unterweist?&#8221;<\/p>\n<p>Und er lud Philippus ein, in den Wagen zu steigen und bei ihm Platz zu nehmen und ihm zu helfen. Die Stelle, die der Schatzmeister gerade aufgeschlagen hatte, war die Weissagung \u00fcber den Opfertod des Herrn, die mit den Worten beginnt: \u201eWie ein Schaf sich zur Schlachtbank f\u00fchren l\u00e4\u00dft und wie ein Lamm vor dem, der es schert, keinen Laut von sich gibt, so \u00f6ffnet er seinen Mund nicht&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Jesaja53%2C7\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jes 53, 7<\/a>).<\/p>\n<p>Der \u00c4thiopier konnte sich nicht denken, wer damit gemeint sei und sprach zu Philippus: \u201eIch bitte dich, von wem sagt dies der Prophet? Von sich oder von einem anderen?&#8221;<\/p>\n<p>Nun hatte Philippus einen Anfang. Von dieser Schriftstelle ausgehend war es ihm leicht, dem gelehrigen Sch\u00fcler die Geheimnisse des Heiles zu enth\u00fcllen. Er tat es so \u00fcberzeugend, da\u00df der \u00c4thiopier ein heiliges Verlangen nach Christus in seinem Herzen f\u00fchlte und, als sie an einem Wasser vorbeikamen, sehns\u00fcchtig ausrief: \u201eDa ist ja Wasser; was steht meiner Taufe noch im Weg?&#8221;<\/p>\n<p>\u201eWenn du von ganzem Herzen glaubst&#8221;, erkl\u00e4rte Philippus, \u201edann kann es geschehen.&#8221;<\/p>\n<p>Feierlich der \u00c4thiopier: \u201eIch glaube, da\u00df Jesus Christus der Sohn Gottes ist&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte8%2C36-37\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 8, 36 f)<\/a>.<\/p>\n<p>Der Wagen hielt. Philippus ging mit dem Fremden zu dem Wasser. Von Friede und Freude \u00fcberflutet stieg der Schatzmeister als Kind Gottes aus dem Wasser empor und fuhr seines Weges weiter nach S\u00fcden.<\/p>\n<p>Freu dich, \u00c4thiopien! Jetzt kommt dein Schatzmeister als ein Schatzmeister der Seelen zur\u00fcck; als ein Licht, gegen das selbst deine s\u00fcdliche Sonne Finsternis ist; ein Licht, angez\u00fcndet nicht an dem d\u00e4mmernden und abgebrannten mosaischen Gesetz, sondern an dem Licht, das in die Welt kam, um jeden Menschen zu erleuchten, auch die dunklen Kinder der K\u00f6nigin Kandake.<\/p>\n<p>Wiederum, wo war Philippus geblieben?<\/p>\n<p>Ganz pl\u00f6tzlich tauchte er in der Stadt Azot auf; sp\u00e4ter begegnen wir ihm noch einmal in der Stadt C\u00e4sarea. Im Augenblick m\u00fcssen wir ihn seinen Weg ruhig weitergehen lassen und auf den Weg schauen, den die gesamte junge Kirche jetzt zu gehen hatte und f\u00fcr den Philippus wie ein geheimnisvolles Zeichen war: den Weg zu den Heiden. Ehe wir aber den Aposteln, diesen \u201eS\u00e4leuten der Ewigkeit&#8221;, wie der heilige Hilarius sie nennt, in die Heidenwelt folgen, sei ein Blick auf das Feld geworfen, das ihrer Arbeit wartete; ohne Blick auf das Feld kann weder Arbeit noch Ernte gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p>Heiden, das sind die Menschen, die nicht an den einen wahren Gott und an seine \u00fcbernat\u00fcrliche Offenbarung glauben. In der Zeit vor Christus waren das alle Menschen mit Ausnahme des kleinen Volkes Israel. Wie die Menschen dazu kamen, den Glauben an den einen wahren Gott zu verlieren, nachdem er doch von den Stammeltern her in der Welt war, das schildert bis auf den heutigen Tag immer noch am sichersten und klarsten der heilige Apostel Paulus im R\u00f6merbrief. \u201eDas Unsichtbare an Gott&#8221;, so sagte er, \u201eist seit Erschaffung der Welt in den erschaffenen Dingen erkennbar und sichtbar, n\u00e4mlich seine ewige Kraft und Gottheit, so da\u00df sie keine Entschuldigung haben. Denn nachdem sie Gott erkannt haben, haben sie ihn nicht als Gott verherrlicht, noch ihm gedankt, sondern sie wurden eitel in ihrem Glauben und ihr unverst\u00e4ndiges Herz wurde verfinstert. Sie gaben sich f\u00fcr Weise aus, waren aber Toren. Sie vertauschten die Herrlichkeit des unverg\u00e4nglichen Gottes mit dem Gleichnis und Bild des verg\u00e4nglichen Menschen, auch der V\u00f6gel, und vierf\u00fc\u00dfiger und kriechender Tiere. Darum \u00fcberlie\u00df sie Gott den L\u00fcsten ihres Herzens, der Unreinigkeit, so da\u00df sie ihren eigenen Leib an sich selbst sch\u00e4ndeten, sie, welche die Wahrheit Gottes mit der L\u00fcge vertauschten und mehr das Gesch\u00f6pf verehrten und anbeteten als den Sch\u00f6pfer, welcher gepriesen sei in Ewigkeit. Amen&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/R%C3%B6mer1%2C20-25\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R\u00f6m 1, 20-25<\/a>).<\/p>\n<p>Danach entstand das Heidentum erst allm\u00e4hlich in der Welt und zwar durch den Abfall von Gott und durch die Hingabe an die Erdendinge, durch ein Herabfallen aus dem Geistigen in das Sinnliche. Begonnen wurde dieser Abfall durch die erste S\u00fcnde. Durch die S\u00fcnde wurde es im Menschengeist dunkel. Der Menschenwille wurde schwach. Je mehr S\u00fcnden, umso dunkler wurde es, umso schw\u00e4cher wurde der Wille. Der Weg f\u00fchrte umso tiefer in das Heidentum, je tiefer die Welt in S\u00fcnden sank. Die Heidenv\u00f6lker, mit denen das Christentum zuerst in Ber\u00fchrung kam, wohnten in den L\u00e4ndern um das Mittelmeer, vor allem an seiner Ostk\u00fcste und Nordk\u00fcste. Soweit nun auch die Heiden von dem einen wahren Gott entfernt waren, so hatte doch die g\u00f6ttliche Vorsehung sie auf den Sohn Gottes, der mit seiner Erl\u00f6sung auch zu ihnen kommen sollte, vorbereitet. Schon dadurch, da\u00df bei ihnen die Erkenntnis oder wenigstens das Gef\u00fchl geweckt wurde, es k\u00f6nne auf der Welt nicht mehr so weiter gehen. Die Verehrung ihrer vielen falschen G\u00f6tter war mit der Zeit immer unsinniger und trostloser geworden. Die Philosophie, d. h. die Lebensweisheit, wie sie der menschliche Verstand rein aus sich selbst finden kann, war in stumpfe Ermattung, in tr\u00fcbselige Zweifel oder auf der anderen Seite in eine hemmungslose Hingabe an die Erdenfreuden ausgeartet. Die Kraft, die von einem geordneten und starken Staatsleben und von einem begeisterten Volksbewu\u00dftsein ausgeht, war schw\u00e4cher geworden. Wenn auch noch unbestimmt, so sprach man doch schon vielfach sehns\u00fcchtig davon, da\u00df ein \u201eJemand&#8221; aus einer anderen und h\u00f6heren Welt kommen und helfen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Dieser Erkenntnis kam zustatten, da\u00df die Heiden auch ohne \u00fcbernat\u00fcrliche Offenbarung manches K\u00f6rnlein der verlorenen Wahrheit wiedergefunden und gepflegt hatten. Der heilige Klemens von Alexandrien sagt geradezu, die Heidenwelt sei durch die Philosophie zu Christus erzogen worden. Manches F\u00fcnklein Licht war auch dadurch in die Finsternis des Heidentums gefallen, da\u00df das auserw\u00e4hlte Volk in seiner wechselvollen Geschichte mit einzelnen Heidenv\u00f6lkern in Ber\u00fchrung gekommen war. Und noch eine dritte Vorbereitung der Heiden f\u00fcr Christus: der Verkehr mit den Mittelmeerl\u00e4ndern, auf deren heidnische Bewohner die Christen ja zuerst trafen, war allm\u00e4hlich wesentlich erleichtert worden. Man konnte \u00fcberall mit einer einzigen Sprache durchkommen. Die \u00e4u\u00dferen Schranken zwischen Volk und Volk waren gefallen; fast die ganze damals bekannte Welt war in dem einen r\u00f6mischen Reich vereinigt, das Weltreich des irdischen Kaisers war so die Vorbereitung f\u00fcr das Reich Gottes geworden. Die vielen Stra\u00dfen um das Mittelmeer, auf denen der Weltverkehr hin und her flutete und die doch alle \u201eEinsame Stra\u00dfen&#8221; waren, weil die Heiden, die darauf gingen, fern von Gott gingen und sich in die Erde verloren \u2014 schon streckten sich diese einsamen Stra\u00dfen dem entgegen, der sagen konnte: \u201eIch bin der Weg&#8221;, und schon h\u00f6rten sie in der Ferne die Schritte der Gottesboten, die kamen, um nach dem Wort des Zacharias die m\u00fcdgeirrten F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt mit Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5382\">Petrus wird von Gott \u00fcber die Berufung der Heiden belehrt<\/a>&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem dritten Kapitel \u201cDie Ausbreitung des Christentums in Jud\u00e4a und Samaria\u201d gibt es heute das vierte Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-5368","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Sdv6-1oA","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5368","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5368"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5368\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8567,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5368\/revisions\/8567"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5368"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5368"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5368"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}