{"id":5382,"date":"2018-04-05T10:31:58","date_gmt":"2018-04-05T08:31:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5382"},"modified":"2020-05-09T05:37:36","modified_gmt":"2020-05-09T03:37:36","slug":"kirchengeschichte-petrus-wird-von-gott-ueber-die-berufung-der-heiden-belehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5382","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Petrus wird von Gott \u00fcber die Berufung der Heiden belehrt"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Petrus wird von Gott \u00fcber die Berufung der Heiden belehrt\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5382\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5368\">Die erste Begegnung mit dem Heidentum<\/a>\u201d gibt es heute das f\u00fcnfte Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<!--more--><\/p>\n<p>Die Heidenwelt war \u00e4u\u00dferlich und, soweit es bei ihr m\u00f6glich war, auch innerlich auf die Verk\u00fcndigung des Evangeliums vorbereitet. F\u00fcr diese Verk\u00fcndigung mu\u00dften aber auch die Apostel selbst vorbereitet werden. Immer wieder hatte der g\u00f6ttliche Meister es versucht, sie von der j\u00fcdischen Vorstellung zu befreien, als ob der verhei\u00dfene Erl\u00f6ser ein weltliches Reich gr\u00fcnden und damit dem Volk Israel eine irdische Vormachtstellung schaffen w\u00fcrde. Bei der Himmelfahrt des Herrn war die Erziehung der Apostel noch nicht abgeschlossen. Wie der Herr gesagt hatte, sollte ja der Heilige Geist sie in alles einf\u00fchren, was sie von ihrem Meister geh\u00f6rt, aber noch nicht vollst\u00e4ndig begriffen hatten. Wohl in keinem Punkte war die Hilfe von oben so notwendig wie in der Frage, ob die Heiden ohne weiteres in das Reich Christi aufgenommen werden k\u00f6nnten. Hielt es schon bei den Aposteln als Kindern des Volkes, die sie nun doch einmal waren, schwer, die L\u00f6sung im Geiste Christi zu begreifen, dann mu\u00dfte dies noch viel schwerer sein bei den erst durch die Apostel bekehrten Juden. Aber die Hand Gottes griff zur rechten Zeit selber ein und ri\u00df die Pf\u00e4hle aus, hinter denen sich der Geist des Judentums eingeengt hatte. Gott tat dies in einem wunderbaren Vorgang, der weithin den gro\u00dfen Gang der Weltgeschichte bestimmte.<\/p>\n<p>In C\u00e4sarea, so berichtet der heilige Lukas im zehnten Kapitel der Apostelgeschichte, lebte ein Mann mit Namen Kornelius; er war Hauptmann in der sogenannten italienischen Abteilung. Samt seinem ganzen Hause war er fromm und gottesf\u00fcrchtig, spendete dem Volk reichlich Almosen und betete unabl\u00e4ssig zu Gott. Dieser Hauptmann, noch ein Heide, aber ein sehr guter Mensch und auch schon gottgl\u00e4ubig und gottesf\u00fcrchtig, hatte eines Nachmittags um drei Uhr ein wunderbares Gesicht (Vision). Er sah, wie ein Engel Gottes bei ihm eintrat.<\/p>\n<p>\u201eKornelius!&#8221; redete der Engel ihn an.<\/p>\n<p>Der Hauptmann war ganz starr und fragte erschrocken: \u201eWas gibt es, Herr?&#8221;<\/p>\n<p>Der Engel antwortete: \u201eDeine Gebete und deine Almosen sind als Opfergaben zu Gott emporgestiegen. Sende nun M\u00e4nner nach Joppe und la\u00df einen gewissen Simon mit dem Beinamen Petrus kommen. Er ist Gast bei einem Gerber Simon, dessen Haus am Meer liegt. Er wird dir sagen, was du tun sollst.&#8221; \u2014 Und der Engel war verschwunden.<\/p>\n<p>Eilig rief der Hauptmann zwei Diener und einen gottesf\u00fcrchtigen Soldaten aus seiner st\u00e4ndigen Umgebung, setzte ihnen alles auseinander und schickte sie nach Joppe. Am n\u00e4chsten Mittag kamen sie in die N\u00e4he der Stadt, gerade um die Stunde, in der Petrus auf dem flachen Dach seines Gastgebers sa\u00df und auf die Mahlzeit wartete. Da sah der Apostel etwas vom Himmel herabschweben. Es war wie ein gro\u00dfes Leinentuch, das an den vier Enden auf die Erde herabgelassen wurde. In dem Leinentuch waren allerlei vierf\u00fc\u00dfige und kriechende Tiere und V\u00f6gel und er h\u00f6rte eine Stimme: \u201eAuf, Petrus, schlachte und i\u00df!&#8221;<\/p>\n<p>Nun mu\u00df man daran denken, da\u00df Israel seine besonderen Speisegesetze hatte, wonach manche Tiere als unheilig und unrein galten und nicht\u00a0 gegessen werden durften. \u201eO nein, Herr!&#8221; erwiderte darum Petrus; \u201enoch nie habe ich etwas Unheiliges und Unreines gegessen.&#8221; Aber die Stimme rief: \u201eWas Gott f\u00fcr rein erkl\u00e4rt hat, sollst du nicht unrein nennen!&#8221; Und noch ein drittes Mal mahnte die Stimme. Dann wurde das Leinentuch emporgehoben und verschwand in der H\u00f6he.<\/p>\n<p>Was war das? \u2014 Petrus dachte nach. Mitten in sein Nachdenken klang eine Stimme: \u201eSiehe, drei M\u00e4nner suchen dich. Wohlan, gehe hinab und ziehe ohne Bedenken mit ihnen; denn ich habe sie gesandt!&#8221;<\/p>\n<p>Wirklich, unten standen drei M\u00e4nner. Es waren die Abgesandten des Hauptmannes Kornelius, sie hatten sich bis zum Hause des Simon durchgefragt und richteten nun ihren Auftrag aus.<\/p>\n<p>Gleich am folgenden Tag machte sich Petrus mit ihnen nach C\u00e4sarea auf und einige Christen aus Joppe schlossen sich ihnen an. Als der sehns\u00fcchtig wartende Hauptmann Petrus sah, ging er ihm entgegen, fiel vor ihm nieder und bezeigte ihm seine Verehrung. Petrus richtete ihn auf und sagte: \u201eSteh auf, auch ich bin nur ein Mensch.&#8221; Mit ihm in das Haus eintretend fand er dort viele Leute versammelt. Um ihnen zu erkl\u00e4ren, warum er so ohne Scheu in das Haus eines Heiden gehe, er, von dem sie doch wu\u00dften, da\u00df er aus Israel stammte, hub er an: \u201eWie ihr wi\u00dft, ist es einem Juden nicht erlaubt, mit einem Fremden zu verkehren oder ihm zu nahen. Mir aber hat Gott gezeigt, da\u00df man keinen Menschen unheilig und unrein nennen darf. Deshalb bin ich auch ohne Bedenken mitgegangen, als ihr mich rufen lie\u00dfet. Nun frage ich: Warum habt ihr mich rufen lassen?&#8221; Kornelius hatte es schnell erz\u00e4hlt und f\u00fcgte bei: \u201eDu hast recht getan, da\u00df du gekommen bist, und jetzt stehen wir alle vor Gott da, um alles zu vernehmen, was dir vom Herrn aufgetragen ist.&#8221;<\/p>\n<p>Petrus begann. \u201eIch erkenne&#8221;, sagte er, \u201eich erkenne in Wahrheit, da\u00df Gott nicht auf die Person sieht. Vielmehr ist ihm in jedem Volk angenehm, wer ihn f\u00fcrchtet und recht tut.&#8221;<\/p>\n<p>Das war die tiefe Erkenntnis, die er aus dem Geheimnis des gro\u00dfen Leinentuchs gewonnen hatte. Dann stellte er kurz das Leben, das Leiden, die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu dar und hob hervor, da\u00df er selbst alles gesehen und geh\u00f6rt habe.<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4hrend er noch redete&#8221;, so berichtet der heilige Lukas, \u201ekam der Heilige Geist auf alle herab, die auf sein Wort h\u00f6rten und die Christen, die fr\u00fcher Juden gewesen waren, staunten gar sehr dar\u00fcber, da\u00df auch f\u00fcr die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen Sie h\u00f6rten n\u00e4mlich die nun gl\u00e4ubig gewordenen Heiden in fremden Sprachen reden und Gott lobpreisen. Da sprach Petrus: \u201eKann man denen das Wasser der Taufe versagen, die gleich uns den Heiligen Geist empfangen haben?&#8217; Und so lie\u00df er sie denn im Namen Jesu Christi taufen. Darauf baten sie ihn, noch einige Tage bei ihnen zu bleiben.&#8221;<\/p>\n<p>Petrus mu\u00dfte aber bald wieder nach Jerusalem zur\u00fcck. Kaum war er da, machten ihm die Christen, die ja ehedem Juden gewesen waren, Vorw\u00fcrfe dar\u00fcber, da\u00df er zu den Heiden gegangen und gar noch mit ihnen gegessen habe. Petrus aber legte ihnen den Hergang dar und berief sich auf den Heiligen Geist. Dreimal habe ihm die Stimme vom Himmel befohlen, nicht unrein zu nennen, was Gott, wie ja das Gesicht des gro\u00dfen Leinentuchs mit den Tieren beweise, f\u00fcr rein erkl\u00e4rt habe. Als dann schlie\u00dflich sogar \u00a0der Heilige Geist auf die Heiden im Hause des Kornelius herabgekommen sei, habe er sich an das Wort des Herrn erinnert: Johannes taufte mit Wasser, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geiste getauft werden. \u201eWenn also Gott&#8221;, so schlo\u00df er, \u201eden Heiden, als sie an den Herrn Jesus Christus glaubten, die gleiche Gabe wie uns verliehen hat, wie h\u00e4tte ich mich da erk\u00fchnen d\u00fcrfen, Gott zu hindern.&#8221;<\/p>\n<p>Darauf konnten denn auch die Judenchristen in Jerusalem nichts mehr antworten. \u201eSie beruhigten sich&#8221;, hei\u00dft es in der Apostelgeschichte; \u201esie priesen Gott und sagten: also hat Gott auch den Heiden die b\u00fc\u00dfende Umkehr verliehen, die zum Leben f\u00fchrt.&#8221;<\/p>\n<p>Das war die erste Vorbereitung und Wegbereitung f\u00fcr die Aufnahme der Heiden in die Kirche. Damit nahm die \u00e4u\u00dfere Geschichte des Reiches Gottes die von dem Herrn befohlene und von dem Diakon Philippus schon angebahnte entschiedene Wendung aus der Enge in die Weite, aus der \u00f6rtlichen Bindung in die weltbeherrschende Freiheit, vom Einzelvolk zur Menschheit, von der Besonderheit, ohne die berechtigte Besonderheit aufzuheben, zur Allgemeinheit, zur katholischen Kirche.<\/p>\n<p>Unterdessen freilich hatte Gott noch auf eine andere, nicht weniger\u00a0wunderbare Weise vorgesorgt. Alle, die davon erfuhren, staunten dar\u00fcber; ja, sie konnten es im Anfang kaum glauben. Es war aber auch wirklich eine jener g\u00f6ttlichen Gro\u00dftaten, von denen die Christen aller Zeiten ehrf\u00fcrchtig in die Knie sinken.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt mit dem Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5397\">Die Berufung des Saulus zur Heidenmission<\/a>&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Kapitel \u201cDie erste Begegnung mit dem Heidentum\u201d gibt es heute das f\u00fcnfte Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-5382","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Sdv6-1oO","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5382","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5382"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5382\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6260,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5382\/revisions\/6260"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5382"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5382"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5382"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}