{"id":5397,"date":"2018-04-15T19:25:42","date_gmt":"2018-04-15T17:25:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5397"},"modified":"2020-05-08T16:32:41","modified_gmt":"2020-05-08T14:32:41","slug":"kirchengeschichte-die-berufung-des-saulus-zur-heidenmission","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5397","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Die Berufung des Saulus zur Heidenmission"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Die Berufung des Saulus zur Heidenmission\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5397\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5382\">Petrus wird von Gott \u00fcber die Berufung der Heiden belehrt<\/a>\u201d gibt es heute das sechste Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<!--more--><\/p>\n<p>Auf welchen Wegen das Evangelium sich so schnell von Samaria aus nach Norden und \u00fcber Galil\u00e4a hinaus verbreitete, dar\u00fcber berichtet uns die Apostelgeschichte nichts. Genug, da\u00df wir wissen: ein bis zwei Jahre nach der Himmelfahrt des Herrn war in Damaskus, hoch oben in Syrien, ungef\u00e4hr zweihundertf\u00fcnfzig Kilometer von Jerusalem entfernt, eine kleine Christengemeinde, mitten unter den Juden und Heiden. Durch diese Gemeinde fuhr eines Tages ein j\u00e4her Schrecken. Es hie\u00df, Saulus komme von Jerusalem nach Damaskus. Erbleichend fragten die Christen einander: Saulus? \u2014 Der Saulus, der unsere Br\u00fcder mordet?<\/p>\n<p>Ja, dieser Saulus, der dabei war, als die Juden den Stephanus t\u00f6teten, zu dessen F\u00fc\u00dfen sie ihre Obergew\u00e4nder ablegten, als sie nach den Steinen griffen.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr drei\u00dfig Jahre war Saulus damals alt. In Tarsus, der Hauptstadt von Zilizien, zwanzig Kilometer vom Mittelmeer in das Land hinein, war er geboren worden. Saulus, d. h. der Erbetene, hatte wohl schon von zu Haus aus auch den r\u00f6mischen Namen Paulus; sein Vater, aus dem Stamme Benjamin, besa\u00df n\u00e4mlich neben dem tarsischen auch das r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht. In dem Bericht der Apostelgeschichte tritt der r\u00f6mische Name Paulus an die Stelle des j\u00fcdischen Saulus in dem Augenblick, als der Apostel mit der r\u00f6mischen Welt in Ber\u00fchrung kommt. Sein Vater, ein Zelttuchmacher, hatte zuerst in Jerusalem gewohnt und war von da nach Tarsus ausgewandert. Seine Beziehungen zu Jerusalem aber waren damit nicht geschwunden; denn eine Schwester des Apostels war in Jerusalem verheiratet.<\/p>\n<p>Saulus wurde als Kind ganz streng im Geist der Pharis\u00e4er, deren Richtung sein Vater angeh\u00f6rte, erzogen und kam sp\u00e4ter zur weiteren Ausbildung auch in die Schule der Pharis\u00e4er nach Jerusalem. Hier entwickelte er sich zu einem au\u00dferordentlich geschickten Vertreter strengsten Pharis\u00e4ertums; dabei war er wie kein zweiter voll Eifer f\u00fcr die j\u00fcdischen Gesetze und voll Ha\u00df gegen die Christen. Nicht zufrieden damit, da\u00df er Stephanus unter den Steinw\u00fcrfen seiner Ankl\u00e4ger hatte zusammenbrechen sehen, lie\u00df er sich von dem Hohenpriester die Vollmacht ausstellen, alle Gewalt gegen die Christen gebrauchen zu d\u00fcrfen. Gr\u00fcndlich n\u00fctzte er diese Vollmacht aus. \u201eSaulus w\u00fctete furchtbar gegen die Kirche&#8221;, berichtet die Apostelgeschichte; \u201eer drang in die H\u00e4user ein, schleppte M\u00e4nner und Frauen fort und warf sie ins Gef\u00e4ngnis&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte8%2C3\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 8, 3<\/a>). Aber auch damit war er noch nicht zufrieden. \u201eNoch immer brannte er voll Wut und Mordgier gegen die J\u00fcnger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen von Damaskus. Anh\u00e4nger der christlichen Lehre, die er f\u00e4nde, M\u00e4nner und Frauen, wollte er gefesselt nach Jerusalem bringen. (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte9%2C1-2\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 9, 1f)<\/a>. Kein Wunder, da\u00df die Christen in Damaskus erbleichten, als sie h\u00f6rten, Saulus k\u00e4me. Den gr\u00f6\u00dften Schrecken hatte wohl ein J\u00fcnger des Herrn, der Ananias hie\u00df. Ihm gab Christus selber den Befehl, er solle geradezu auf Saulus zugehen; Saulus sei schon in der Stadt, er wohne in der \u201eGeraden Stra\u00dfe&#8221;, im Hause des Judas. \u201eHerr&#8221;, rief da Ananias, \u201edas ist doch der Saulus, der in Jerusalem den Christen so viel B\u00f6ses angetan hat und auch hier alle Christen fesseln lassen will!&#8221;<\/p>\n<p>Ja, das war der n\u00e4mliche Saulus, und doch war er nicht mehr der n\u00e4mliche. Der niedersinkende Stephanus hatte auch f\u00fcr ihn gebetet und drau\u00dfen vor der Stadt Damaskus hatte der Herr ihn in den Staub geworfen und ihn zu dem dem\u00fctigen Wurm gemacht, der gew\u00f6hnlich der Vater des heiligen Helden ist. Vor einem pl\u00f6tzlich vom Himmel herabfallenden Licht war er niedergest\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Saulus, warum verfolgst du mich?&#8221;<\/p>\n<p>\u201eWer bist du, Herr?&#8221;<\/p>\n<p>\u201eIch bin Jesus, den du verfolgst.&#8221;<\/p>\n<p>\u201eHerr, was willst du, das ich tun soll?&#8221;<\/p>\n<p>\u201eSteh auf, geh in die Stadt; dort wird man dir sagen, was du tun sollst!&#8221;<\/p>\n<p>Es gab forthin selten ein Zwiegespr\u00e4ch zwischen Gott und Mensch, das so tief und weithin die Geschichte des Reiches Gottes bestimmte.<\/p>\n<p>Die Gef\u00e4hrten des Saulus, die wohl die Worte des Herrn geh\u00f6rt, aber niemand gesehen hatten, f\u00fchrten den hilflosen, geblendeten Mann nach Damaskus, in das Haus des Judas. Da sa\u00df er nun drei Tage lang, sah nichts, a\u00df nichts, trank nichts \u2014 und betete. Nur im Geiste lie\u00df ihn Gott sehen, wie ein Mann hereintrat und ihm die H\u00e4nde auflegte und ihm das Augenlicht wiedergab. Auf diesen Mann wartete nun Saulus.<\/p>\n<p>Endlich \u00f6ffnete sich die T\u00fcre und er h\u00f6rte eine Stimme: \u201eBruder Saulus, der Herr Jesus, der dir auf dem Weg hierher erschienen ist, hat mich gesandt; du sollst das Augenlicht wieder erhalten und mit dem Heiligen Geist erf\u00fcllt werden.&#8221;<\/p>\n<p>Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen. Er sah wieder, stand auf und empfing die heilige Taufe. Dann nahm er Nahrung zu sich und erholte sich (<a class=\"bibleserver extern\" href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/text\/EU\/Apostelgeschichte9%2C17\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 9, 17-<\/a>19).<\/p>\n<p>Als Ananias bei dem Namen Saulus zusammengefahren und mit Einwendungen gekommen war, hatte der Herr ihn beruhigt und gesagt: \u201eGeh nur hin; denn er ist mir ein <em>auserw\u00e4hltes Werkzeug<\/em>, um meinen Namen vor Heiden und K\u00f6nige und die Kinder Israels zu bringen. Ich will ihm zeigen, wieviel er f\u00fcr meinen Namen leiden mu\u00df&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte9%2C15-16\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 9, 15 f)<\/a>.<\/p>\n<p>Es dauerte aber noch drei Jahre, bis die Welt in Saulus das auserw\u00e4hlte Werkzeug erkannte. Drei Jahre n\u00e4mlich lebte nun Saulus in einer geheimnisvollen Verborgenheit in Arabien. Als er aber dann wieder nach Damaskus zur\u00fcckkehrte, kam die Stadt aus der \u00dcberraschung nicht mehr heraus; denn sofort ging Paulus in die Synagogen und predigte, da\u00df Jesus von Nazareth der Sohn Gottes sei.<\/p>\n<p>Die Juden stutzten, stie\u00dfen sich an und sprachen: \u201eIst denn das nicht der Mann, der in Jerusalem die Bekenner des Namens Jesu verfolgte? Ist er nicht hierhergekommen, um sie gefesselt zu den Hohenpriestern zu bringen?&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte9%2C21\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 9, 21<\/a>). Was sie aber auch sagten, Saulus k\u00fcmmerte sich nicht darum; immer eindringlicher redete er auf die Juden ein, immer \u00fcberzeugender bewies er ihnen, da\u00df Jesus von Nazareth der verhei\u00dfene Messias sei, und schlie\u00dflich kam die ganze Judenschaft von Damaskus in eine heillose Verwirrung. Der Weg, den Saulus vorher gegen die Christen gezeigt hatte, wurde nun gegen ihn selber eingeschlagen: die Juden planten, ihn zu ermorden und, weil sie f\u00fcrchteten, er k\u00f6nne ihnen entwischen, lie\u00dfen sie Tag und Nacht die Tore bewachen. Er entwischte ihnen aber doch. Die Christen lie\u00dfen ihn n\u00e4mlich bei Nacht in einem Korb \u00fcber die Mauer hinab. Gar nicht lang und er war in Jerusalem.<\/p>\n<p>Hier eine \u00e4hnliche Verwirrung, hier besonders bei den Christen. Als n\u00e4mlich Saulus auf sie zuging, stoben sie auseinander und wenn er ihnen\u00a0 nachrief, er sei jetzt selbst ein J\u00fcnger Jesu, glaubten sie es nicht. Seine Rettung war Barnabas, ein Vetter des heiligen Markus. Barnabas wu\u00dfte, was mit Saulus geschehen war. Er kannte die Ereignisse, die sich nach der Bekehrung des Saulus in Damaskus abgespielt hatten. Auf sein Zeugnis hin verloren die Christen von Jerusalem ihr Mi\u00dftrauen und nahmen Saulus wie einen der Ihrigen auf. Durch Barnabas wurde Saulus dann den Aposteln vorgestellt und wie in Damaskus begann er jetzt auch in Jerusalem, den Namen Jesu zu verk\u00fcnden. Wer mit Jesus geredet hat, kann ja niemals mehr von ihm schweigen.<\/p>\n<p>Hier in Jerusalem wandte er sich jedoch nicht blo\u00df an die Juden, er ging auch an die Heiden heran. Dazu war er wohl vorbereitet durch die griechische Bildung, die er in Tarsus genossen hatte. Wiederum zeigte ihm der Herr, wieviel er f\u00fcr ihn leiden solle. Auch hier wie in Damaskus: man wollte ihn umbringen. Die Christen erfuhren jedoch von dem Plan und brachten ihn mit sicherem Geleit in die Hafenstadt C\u00e4sarea am Mittelmeer; dort bestieg er ein Schiff und kehrte in seine Heimat Tarsus zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Aber um in Tarsus zu bleiben, dazu hat dich der Herr nicht auserw\u00e4hlt, Saulus!<\/p>\n<p>Eine kleine Weile und wir werden dich wiedersehen.<\/p>\n<p>So war es mit den drei verborgenen Jahren in Arabien, die der ersten Predigt in Damaskus vorangingen, so ist es im Leben der Helden und Heiligen: Die Hand zur\u00fccknehmen hei\u00dft ausholen, nur auf der zur\u00fcckgespannten Sehne kann der Pfeil vorschnellen und der R\u00fcckzug dient nur dem Anlauf zum k\u00fchnen, entscheidenden Sprung.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt mit Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5417\">Die erste Missionsreise des heiligen Paulus<\/a>&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Kapitel \u201cPetrus wird von Gott \u00fcber die Berufung der Heiden belehrt\u201d gibt es heute das sechste Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-5397","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Sdv6-1p3","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5397"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5397\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8439,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5397\/revisions\/8439"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}