{"id":5422,"date":"2018-05-08T20:47:32","date_gmt":"2018-05-08T18:47:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5422"},"modified":"2020-05-09T05:36:13","modified_gmt":"2020-05-09T03:36:13","slug":"kirchengeschichte-das-apostelkonzil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5422","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Das Apostelkonzil"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Das Apostelkonzil\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5422\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5417\">Die erste Missionsreise des heiligen Paulus<\/a>\u201d gibt es heute das achte Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<!--more--><\/p>\n<p>Der Vorsto\u00df in das Heidentum war gegl\u00fcckt. Jesus lebte in Zypern, in Pamphylien und Galatien. Das auserlesene Werkzeug hatte sich bew\u00e4hrt. Zwar hatte Paulus mehr als einmal den Staub von den F\u00fc\u00dfen sch\u00fctteln und fliehen m\u00fcssen, aber er war wieder gekommen; er war unter den Steinw\u00fcrfen vor Lystra zusammengebrochen, aber er war wieder aufgestanden; kurz, \u201ePaulus und Barnabas hatten&#8221;, wie die Apostelgeschichte sagt, \u201edas Werk vollbracht, zu dem sie von der Gnade Gottes \u00fcbergeben worden waren&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte14%2C25\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 14, 25<\/a>).<\/p>\n<p>In Antiochia, wohin sie zur\u00fcckgekehrt waren, tauchte aber schon bald\u00a0 eine neue Sorge auf. Die Angelegenheit mutet uns jetzt vielleicht fremdartig an; aber in Wirklichkeit hing daran die ganze Entwicklung des Christentums und ihre L\u00f6sung war richtunggebend f\u00fcr alle Zeiten. Es war die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Christentum, Judentum und Heidentum.<\/p>\n<p>Juden waren Christen geworden und Heiden waren Christen geworden. Sie kamen von entgegengesetzten Seiten zu Christus hin und sollten sich nun in Christus zusammenfinden. Ihre Herkunft aber konnten sie nicht verleugnen. In den Augen der Judenchristen hatten die Heidenchristen immer noch etwas Heidnisches an sich, solange sie vorher nicht auf das j\u00fcdische Gesetz verpflichtet waren. Den Juden hatte eben auch das Taufwasser ihr j\u00fcdisches Denken und F\u00fchlen nicht spurlos abgewaschen. Gewi\u00df, es war menschlich und verst\u00e4ndlich, da\u00df sie ihre althergebrachten religi\u00f6sen Anschauungen und Gebr\u00e4uche mit in das Christentum hineinzunehmen suchten und einen gewissen Vorrang vor den Heidenchristen f\u00fcr sich beanspruchten. Die erste Christengemeinde war ja in den Mauern Jerusalems entstanden, die ersten J\u00fcnger waren aus dem Judentum gekommen, die Apostel waren S\u00f6hne Israels und gingen auch nach der Herabkunft des Heiligen Geistes zum Gebet immer noch in den Tempel.<\/p>\n<p>Solange die Judenchristen nur j\u00fcdische Gebr\u00e4uche beobachteten, die mit der Offenbarung Christi nicht in Widerspruch standen, und solange sie das Heil nicht von ihren j\u00fcdischen Gebr\u00e4uchen, sondern einzig von dem Kreuzestod Jesu erwarteten \u2014 gut! Sobald sie aber ihre Gebr\u00e4uche als Wesensbestandteil des christlichen Lebens ansahen und die von ihren V\u00e4tern ererbten und jetzt noch beobachteten Gesetz als auch f\u00fcr die Heidenchristen verbindlich erkl\u00e4rten, sobald sie darlegten, der Weg zum Christentum f\u00fchre \u00fcber das Judentum und niemand k\u00f6nne ein Christ sein, der nicht auch die Zeichen der Kinder Israels an sich trage \u2014 in diesem Augenblick mu\u00dfte eine grunds\u00e4tzliche Kl\u00e4rung geschaffen werden. Der Augenblick kam.<\/p>\n<p>Eines Tages trafen n\u00e4mlich einige Judenchristen aus Pal\u00e4stina in Antiochia ein und sagten zu den Heidenchristen: \u201eWenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Moses beschneiden la\u00dft, k\u00f6nnt ihr nicht zum Heil kommen&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte15%2C1\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 15, 1<\/a>). Da waren aber auch schon Paulus und Barnabas auf dem Plan und wehrten diese Zumutung von den Heidenchristen ab. Sie hatten keinen leichten Stand; denn die Judenchristen wollten ihre Forderung nicht preisgeben. Aber auch Paulus und Barnabas gaben nicht nach; durch den Anspruch der Judenchristen schien ihnen der ganze Erfolg der Heidenmission in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Wer konnte da entscheiden? Doch nur die Apostel. Also \u201ebeschlo\u00df man, Paulus und Barnabas nebst einigen anderen aus ihrer Mitte sollten wegen dieser Streitfrage nach Jerusalem zu den Aposteln und den Vorstehern hinaufziehen&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte15%2C2\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 15, 2<\/a>).<\/p>\n<p>Wo immer diese Abordnung hinkam, erz\u00e4hlte sie von den sch\u00f6nen Erfolgen der ersten Missionsreise und \u00fcberall freute man sich dar\u00fcber, erst recht in Jerusalem. Aber hier in Jerusalem verdichtete sich auch der Widerstand gegen Paulus und Barnabas; hier standen Christen auf, die ehedem zu den Pharis\u00e4ern, also zu den hartn\u00e4ckigsten und kleinlichsten Verteidigern des mosaischen Gesetzes geh\u00f6rt hatten, und verlangten geradezu: \u201eMan mu\u00df die Heiden beschneiden und anhalten, das Gesetz des Moses zu beobachten&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte15%2C5\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 15, 5<\/a>). Da versammelten sich die Apostel, die in Jerusalem weilten, \u00fcberlegten und berieten. Christus, das Haupt seines geheimnisvollen Leibes, der Kirche, schaltet ja die T\u00e4tigkeit der Glieder nicht aus und der Heilige Geist, der in die Wahrheit einf\u00fchrt und die Unfehlbarkeit in Glaubens- und Sittenlehren verb\u00fcrgt, entbindet keineswegs die sichtbare Kirche von der geistigen Arbeit. So war es schon im Jahre 50\u00a0 bei dieser ersten Kirchenversammlung, dem Apostelkonzil.<\/p>\n<p>Nach gr\u00fcndlicher Untersuchung und reiflicher \u00dcberlegung der Frage trat der heilige Petrus auf und erkl\u00e4rte, da\u00df Gott den ehemaligen Heiden und den ehemaligen Juden in gleicher Weise den Heiligen Geist gegeben habe. Wenn die Last des mosaischen Gesetzes schon f\u00fcr viele Juden zu schwer gewesen sei, um wieviel mehr m\u00fc\u00dfte sie es f\u00fcr die Heiden sein. Judenchristen und Heidenchristen w\u00fcrden auf gleiche Weise selig, n\u00e4mlich durch die Gnade des Herrn Jesus Christus.<\/p>\n<p>Kein Widerspruch erhob sich: die Apostelgeschichte berichtet: \u201eDie ganze Versammlung schwieg&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte15%2C12\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 15, 12<\/a>). Wenn Petrus als der Oberhirte spricht, dann schweigt in Ehrerbietung die Kirche.<\/p>\n<p>Um jedoch die Verschmelzung der Judenchristen mit den Heidenchristen und ihr Zusammenleben zu erleichtern, beantragte der Apostel Jakobus der J\u00fcngere, der seit der Abreise des heiligen Petrus aus Jud\u00e4a Bischof von Jerusalem war und wohl am meisten die Schwierigkeiten des Zusammenlebens von Juden- und Heidenchristen zu f\u00fchlen hatte, die ehemaligen Heiden sollten R\u00fccksicht auf die Judenchristen nehmen und sich besonders einiger Handlungen und Gebr\u00e4uche enthalten, an denen die ehemaligen Juden Ansto\u00df nahmen. Zum Teil waren das Handlungen, die jedem Christen an und f\u00fcr sich schon verboten waren, auf deren Vermeidung das Judentum aber von jeher besonderen Wert legte, weil sich darin die Heiden am meisten umwandeln mu\u00dften; es waren die Teilnahme an den Mahlzeiten aus G\u00f6tzenopfern und die bei den Heiden allgemeine, schwere Unzucht. Zum andern Teil waren es rein j\u00fcdische Gebr\u00e4uche, zu denen die aus dem Heidentum Bekehrten nicht kraft des allgemein verbindlichen Willens Christi verpflichtet waren, deren Befolgung aber die Apostel f\u00fcr eine bestimmte Zeit und ein bestimmtes Land anordnen konnten, um Schwierigkeiten und Reibungsfl\u00e4chen in den ersten Christengemeinden auszuschalten und eine friedliche Entwicklung zu f\u00f6rdern; das war die Enthaltung vom Blutgenu\u00df und dem Genu\u00df des Fleisches erstickter Tiere. Dieser Beschlu\u00df wurde Paulus und Barnabas schriftlich mitgegeben, als sie mit zwei J\u00fcngern des Herrn namens Judas und Silas nach Antiochia zur\u00fcckkehrten.<\/p>\n<p>Nein, der Weg zu Christus lief f\u00fcr die Heiden nicht \u00fcber Moses. Der erste Abschnitt des Kampfgebietes war schon fr\u00fcher mit der Aufnahme des Hauptmannes Kornelius erobert; auch die Heiden konnten, das war damals klar geworden, so gut wie die Israeliten Kinder des Reiches Gottes werden. Jetzt ging der Kampf um den zweiten Abschnitt: die Juden durften sich nicht zwischen die Heiden und Christus stellen, freie Bahn f\u00fcr alle! Grunds\u00e4tzlich war der Kampf schon mit dem Apostelkonzil entschieden; im wirklichen Leben nahmen die Apostel, wo es dem Frieden zu dienen schien und ohne die Heiden zu verlegen geschehen konnte, noch R\u00fccksicht auf die Juden. Sogar Paulus, wie wir sp\u00e4ter sehen werden; um so leichter ist es bei Petrus zu begreifen.<\/p>\n<p>Nicht lange nach dem Apostelkonzil kam n\u00e4mlich auch der heilige Petrus nach Antiochia. Wenn er jetzt mit den Heidenchristen der Stadt zusammen war, k\u00fcmmerte er sich nicht um die alttestamentlichen Speisegesetze. Freilich, als ihm das die Judenchristen aus Pal\u00e4stina \u00fcbel nahmen, mied er gemeinschaftliche Mahlzeiten mit den Heidenchristen, um nach keiner Seite Ansto\u00df zu erregen. Das war eine rein pers\u00f6nliche, gutgemeinte R\u00fccksichtnahme; aber sie konnte gegen die Heidenchristen ausgebeutet werden, zumal nach seinem Beispiel auch Barnabas und andere Judenchristen den Verkehr mit den Heidenchristen aufgaben. Darum sprang der heilige Paulus f\u00fcr die Heidenchristen ein und die Vorstellungen, die er Petrus machte, f\u00fchrten dazu, da\u00df auch die Judenchristen wenigstens au\u00dferhalb Pal\u00e4stinas sich immer mehr von den Vorschriften des mosaischen Gesetzes losl\u00f6sten und in die christliche Freiheit hin\u00fcber strebten.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt in Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5427\">Bedeutung und Geschichte der Apostel<\/a>&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Kapitel \u201cDie erste Missionsreise des heiligen Paulus\u201d gibt es heute das achte Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-5422","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Sdv6-1ps","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5422","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5422"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5422\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8564,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5422\/revisions\/8564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5422"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5422"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5422"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}