{"id":5440,"date":"2018-05-20T20:21:56","date_gmt":"2018-05-20T18:21:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5440"},"modified":"2020-05-09T04:46:02","modified_gmt":"2020-05-09T02:46:02","slug":"kirchengeschichte-die-dritte-missionsreise-des-apostel-paulus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5440","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Die dritte Missionsreise des Apostel Paulus"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Die dritte Missionsreise des Apostel Paulus\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5440\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5427\">Bedeutung und Geschichte der Apostel<\/a>\u201d gibt es heute das 10. Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<!--more--><\/p>\n<p>Schon in dem Bericht \u00fcber die zweite Missionsreise klang leise das Wort <em>Rom<\/em> an; in dem Bericht \u00fcber die dritte Missionsreise steht ausdr\u00fccklich, da\u00df Paulus geradezu sagte: \u201eIch mu\u00df nach Rom sehen.&#8221; Er sagte das zu Ephesus, einer Hafenstadt an der kleinasiatischen K\u00fcste. Bereits zweieinviertel Jahr wirkte er in dieser Stadt; aber schon vorher hatte er reiche Arbeit geleistet. Im Fr\u00fchjahr 54 hatte er n\u00e4mlich vernommen, da\u00df bei den von ihm gegr\u00fcndeten Christengemeinden in Galatien einige Judenchristen sich wieder mit ihren Anspr\u00fcchen breit machten und behaupteten, alle Christen m\u00fc\u00dften das Gesetz des Moses halten. Darum war er sogleich von Antiochia aufgebrochen, hatte Galatien und Phrygien durchwandert, nach dem Rechten gesehen und die Christen in ihrem Glauben gest\u00e4rkt. Von da war er nach Ephesus gekommen. Seiner alten Gewohnheit gem\u00e4\u00df predigte er auch hier zuerst in den Synagogen. Nach drei Monaten w\u00e4hlte er aber einen anderen Versammlungsort, weil die Juden ihn vielfach st\u00f6rten. Auch in Galatien hatten sie nach seiner Abreise sofort Unruhen hervorgerufen. Viele Gl\u00e4ubigen waren durch j\u00fcdische Lehrer dazu gebracht worden, sich wieder j\u00fcdischen Gebr\u00e4uchen zu unterziehen. Sie standen ja zwischen zwei Feuern. Auf der einen Seite hatten sie die Heiden zu Feinden, auf der anderen Seite die Juden. Stellten sie sich und ihre Kinder unter die j\u00fcdischen Gebr\u00e4uche, so war dadurch wenigstens der Angriff der Juden etwas gemildert. Sie glaubten das umso eher tun zu k\u00f6nnen, weil ja auch, wie sie betonten, die ersten und Hauptapostel, die in Jerusalem lebten, noch nach j\u00fcdischem Brauch lebten. Damit verd\u00e4chtigten sie den heiligen Paulus; er habe nicht so in der N\u00e4he Jesu gelebt wie die anderen Apostel, er habe erst sp\u00e4ter die Predigt des Evangeliums auf sich genommen. Blitzartig werden damit die Schwierigkeiten beleuchtet, die dem V\u00f6lkerapostel durch seine au\u00dferordentliche Berufung zum Apostel in den christlichen Gemeinden selbst entstanden. Aber der Apostel war Mann genug, die Angriffe auf sich und die christliche Freiheit zu entkr\u00e4ften und abzuwehren.<\/p>\n<p>In Ephesus selbst war seine durch viele Wunder bekr\u00e4ftigte Predigt reich gesegnet und auch in der Umgegend entstand eine Reihe von Christengemeinden.<\/p>\n<p>Dem Evangelium war hier etwas vorgearbeitet worden. Bei seiner Ankunft fand der Apostel eine Gruppe von M\u00e4nnern vor, die behaupteten, schon die Taufe empfangen zu haben; es stellte sich aber heraus, da\u00df sie blo\u00df die Bu\u00dftaufe des Johannes, nicht aber die sakramentale Taufe empfangen hatten. Paulus spendete ihnen also das Sakrament der Taufe und sofort auch das Sakrament der Firmung.<\/p>\n<p>Wie so vielfach in der Urkirche, begleitete der Heilige Geist auch hier sein Kommen in die Menschenseele mit au\u00dferordentlichen Gnadengaben; sie waren ein sichtbares Zeichen f\u00fcr die unsichtbare Einwohnung des Heiligen Geistes und bildeten f\u00fcr den Glauben der mit den heiligen Geschehnissen noch wenig vertrauten Bekehrten eine starke St\u00fctze. Wunderbare Krankenheilungen kamen hinzu, so da\u00df das Vertrauen auf die Apostel von Tag zu Tag wuchs und das religi\u00f6se Leben in Ephesus herrlich emporbl\u00fchte und auch reiche Fr\u00fcchte trug. Viele Gl\u00e4ubige kamen, bekannten und legten offen dar, was sie fr\u00fcher B\u00f6ses taten. Viele andere, die sich mit Zauberk\u00fcnsten abgaben, machten ihre abergl\u00e4ubischen B\u00fccher zu und verbrannten sie vor aller Augen. Man sch\u00e4tzte ihren Wert auf f\u00fcnfzigtausend Silberdrachmen, das sind vierzigtausend Mark (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte19\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 19<\/a>, IS f). So konnte der heilige Lukas feststellen: \u201eDer Name des Herrn Jesus kam hoch zu Ehren; m\u00e4chtig wuchs und erstarkte das Wort des Herrn&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte19%2C17.20\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 19, 17.20<\/a>). Die Arbeit des Apostels in Ephesus schien also getan, und er wollte nun auf einem Umweg nach Rom. Er mu\u00dfte jedoch seine Abreise pl\u00f6tzlich verschieben, weil aus Korinth beunruhigende Nachrichten und Anfragen kamen. Es galt, die kirchliche Einheit zu st\u00e4rken, gegen die Gefahren der \u00fcppigen, unz\u00fcchtigen Stadt zu wappnen, zu tadeln und zu warnen, zu belehren und zu berichtigen. Der Apostel tat es in einem Brief und gab ihn den Boten, die von Korinth gekommen waren, mit in die Heimat zur\u00fcck. Nach Mazedonien, wo seine Anwesenheit auch notwendig geworden war, sandte er einstweilen den Timotheus und den Erastus voraus. Vielleicht h\u00e4tte er noch l\u00e4nger in Ephesus verweilt, um weitere Nachrichten aus Korinth abzuwarten; aber Unruhen in der Stadt zwangen ihn \u2014 es war im Mai oder Juni 57 \u2014 die Stadt zu verlassen und einstweilen seinen Mitarbeiter Titus nach Korinth zu schicken; in der Stadt Troas, so machte Paulus mit Titus aus, wollten sie einander treffen. Da aber die Ankunft des Titus sich verz\u00f6gerte, reiste ihm Paulus nach Mazedonien entgegen und so trafen sie sich in Philippi. Mit einem zweiten Brief schickte der Apostel den Titus nach Korinth zur\u00fcck, w\u00e4hrend er selbst nachkam, im Winter 57\/58 in Korinth blieb und von da den Brief an die Christen in Rom schrieb. Gern w\u00e4re er jetzt auf dem n\u00e4chsten Weg \u00fcber Syrien nach Jerusalem gereist; aber wiederum waren es Anschl\u00e4ge der Juden, die ihn n\u00f6tigten, einen Umweg einzuschlagen, so da\u00df er erst gegen Pfingsten des Jahres 58 in Jerusalem eintraf. Das sind die gro\u00dfen Linien der dritten Missionsreise.<\/p>\n<p>Wer den Apostel von Stadt zu Stadt genau verfolgen und \u00fcber die einzelnen Ereignisse sich unterrichten will, der mu\u00df die Apostelgeschichte des heiligen Lukas zur Hand nehmen und die Kapitel 18\u201421 aufschlagen. Wer aber hinter die trockenen Namen und Zahlen sehen und erkennen will, was f\u00fcr eine Heldenfahrt diese Missionsreise war, der lese etwa den zweiten Brief nach, den Paulus von Mazedonien aus an die Korinther schrieb. Darin hei\u00dft es: \u201eIch habe M\u00fchseligkeiten \u00fcberreichlich ertragen, Kerkerstrafen \u00fcberreichlich, Mi\u00dfhandlungen \u00fcber die Ma\u00dfen, Todesgefahren gar oft. F\u00fcnfmal erhielt ich von den Juden vierzig Streiche weniger einen, dreimal wurde ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt. dreimal erlitt ich Schiffbruch, eine Nacht und einen Tag trieb ich auf hoher See umher. Auf Reisen war ich oftmals in Gefahren durch Fl\u00fcsse, in Gefahren durch R\u00e4uber, in Gefahren durch Volksgenossen, in Gefahren durch Heiden, in Gefahren in den St\u00e4dten, in Gefahren in der W\u00fcste, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren durch falsche Br\u00fcder. Ich ertrug M\u00fchsal und Beschwerden, h\u00e4ufige Nachtwachen, Hunger und Durst, viele Fasten, K\u00e4lte, und Bl\u00f6\u00dfe. Zu allem anderen kommt noch der t\u00e4gliche Andrang zu mir, die Sorge um alle Gemeinden. Wer wird schwach, ohne da\u00df ich schwach werde? Wer nimmt Ansto\u00df, ohne da\u00df ich entbrenne? Soll denn einmal ger\u00fchmt sein, so will ich mich meiner Schwachheit r\u00fchmen. Gott, der Vater des Herrn Jesus, wei\u00df, da\u00df ich nicht l\u00fcge. Er sei gepriesen in Ewigkeit&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/2.Korinther11%2C23\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">2 Kor 11, 23<\/a>\u201431).<\/p>\n<p>Als Paulus diese Worte schrieb, war er mitten im Lauf, noch nicht in Jerusalem. Er konnte sich denken, da\u00df er dort von den Juden nichts Gutes zu erwarten hatte. Aber er f\u00fcrchtete sich nicht. W\u00e4hrend er in Milet von den Gl\u00e4ubigen und auch von den Christen, die aus Ephesus herbei geeilt waren, Abschied nahm, sagte er: \u201eNun f\u00fchle ich mich in meinem Innern gedr\u00e4ngt, nach Jerusalem zu reisen. Was mir dort begegnen wird, wei\u00df ich nicht; nur das versichert mir der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, da\u00df Bande und Drangsale meiner warten. Aber das alles f\u00fcrchte ich nicht und ich achte mein Leben gering, wenn ich nur meine Laufbahn vollende\u00a0 und die Aufgabe erf\u00fclle, die ich vom Herrn Jesus erhalten habe: die frohe Botschaft von der Gnade Gottes zu verk\u00fcnden&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte20%2C22\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 20, 22<\/a>\u201424).<\/p>\n<p>Treu seiner Aufgabe reiste Paulus von Milet nach C\u00e4sarea. Schon in Milet hatte ihm der Heilige Geist geoffenbart, da\u00df in Jerusalem Schlimmes seiner warte. In C\u00e4sarea wurde es ihm noch einmal angek\u00fcndigt. Er wohnte in dem Hause des Diakons Philippus, der den Schatzmeister der K\u00f6nigin Kandake getauft hatte. Einige Tage nach seiner Ankunft traf bei Philippus ein mit prophetischen Gaben begnadeter frommer Christ namens <em>Agabus<\/em> aus Jud\u00e4a ein. Kaum hatte er Paulus gesehen, nahm er den G\u00fcrtel des Apostels, fesselte sich H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe damit und sagte: So spricht der Heilige Geist: \u201eDen Mann, dem dieser G\u00fcrtel geh\u00f6rt, den werden die Juden in Jerusalem also binden und der Gewalt der Heiden ausliefern&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte21%2C11\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 21,11<\/a>). Dar\u00fcber eine gro\u00dfe Best\u00fcrzung im Hause des Philippus. Alle flehten den Apostel an, doch von Jerusalem wegzubleiben. Paulus aber entgegnete:<\/p>\n<p>\u201eWarum weint ihr und warum macht ihr mir das Herz so schwer? Ich bin bereit, f\u00fcr den Namen des Herrn Jesus Christus mich in Jerusalem nicht nur binden zu lassen, sondern selbst den Tod zu leiden&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte21%2C13\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 21, 13<\/a>).<\/p>\n<p>Den Tod freilich brauchte er in Jerusalem nicht zu leiden; aber was er da leiden mu\u00dfte, war immerhin noch Leids genug.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt mit Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5446\">Der H\u00f6hepunkt im Kampf der Juden gegen die Erl\u00f6sung der Heiden<\/a>&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Kapitel \u201cBedeutung und Geschichte der Apostel\u201d gibt es heute das 10. 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