{"id":5446,"date":"2018-05-21T17:34:54","date_gmt":"2018-05-21T15:34:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5446"},"modified":"2020-05-08T18:50:51","modified_gmt":"2020-05-08T16:50:51","slug":"kirchengeschichte-der-hoehepunkt-im-kampf-der-juden-gegen-die-erloesung-der-heiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5446","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Der H\u00f6hepunkt im Kampf der Juden gegen die Erl\u00f6sung der Heiden"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Der H\u00f6hepunkt im Kampf der Juden gegen die Erl\u00f6sung der Heiden\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5446\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5440\">Die dritte Missionsreise des Apostel Paulus<\/a>\u201d gibt es heute das 11. Kapitel aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<!--more--><\/p>\n<p>Der Seher Agabus behielt recht. Ob der heilige Paulus aber alles ahnte, was seiner in Jerusalem wartete?<\/p>\n<p>Eine Aufregung dr\u00e4ngte die andere, keinen Augenblick war er seines Lebens sicher. Hatte man ihm heute die Ketten abgenommen, z\u00fcckte man schon morgen den Dolch gegen ihn. \u00dcber diese Tage d\u00fcrfen wir nicht fl\u00fcchtig hinwegeilen: es waren H\u00f6hepunkte im Kampfe zwischen Judentum und Christentum und in dem Geschick dieses einen Mannes verdichteten sich die K\u00e4mpfe des ganzen Reiches Gottes. Es stand ja kein anderer Apostel so tief mitten in den gro\u00dfen Fragen der Urkirche wie der V\u00f6lkerapostel.<\/p>\n<p>Bei den Christen in Jerusalem l\u00f6ste die Ankunft des heiligen Paulus gro\u00dfe Freude aus. Am Tag nach seinem Eintreffen begab er sich zu dem Apostel Jakobus, wo sich die \u00c4ltesten der Gemeinde versammelt hatten. Zuerst berichtete er da \u00fcber die Erfolge seiner Mission unter den Heiden.\u00a0 Zwar herzlich froh dar\u00fcber, konnten die Judenchristen in Jerusalem doch nicht die Besorgnis verbergen, es k\u00f6nnte zu einem Aufruhr gegen Paulus kommen, weil die Juden geh\u00f6rt hatten, da\u00df Paulus die bekehrten Juden von dem mosaischen Gesetz freigehalten habe. Ja, sie wiesen darauf hin, da\u00df in Jerusalem tausend Christen noch treu nach ihren alten j\u00fcdischen Gebr\u00e4uchen lebten, und sie legten ihm nahe, in einem bestimmten damals gerade vorliegenden Fall sich \u00f6ffentlich den j\u00fcdischen Gebr\u00e4uchen zu unterwerfen. Paulus ging auf den Vorschlag ein, konnte aber damit die Gefahr nicht bannen; denn als ihn die Juden, die ihn von seinen Missionsreisen her kannten, erblickten, schlugen sie einen H\u00f6llenl\u00e4rm, weil sie glaubten, er habe auch einen Heidenchristen in den Tempel gef\u00fchrt. Es entstand ein f\u00f6rmlicher Aufruhr; Paulus wurde ergriffen und sollte kurzerhand get\u00f6tet werden.<\/p>\n<p>Zum Gl\u00fcck erfuhr der Befehlshaber der r\u00f6mischen Besagung auf der Burg Antonia von den Unruhen; er kam mit einem Zug Soldaten gerade noch recht, um den schon mi\u00dfhandelten Apostel den H\u00e4nden der Juden zu entrei\u00dfen. Freilich nahm er ihn gefangen, weil er nicht wu\u00dfte, wen er vor sich hatte. Paulus konnte sich auch nicht verst\u00e4ndlich machen; denn die Juden tobten und dr\u00e4ngten so, da\u00df die Soldaten, um den Apostel nicht in St\u00fccke rei\u00dfen zu lassen, ihn tragen mu\u00dften. Schon waren sie am Burgtor,\u00a0 als Paulus dem Obersten zurief: \u201eIst es mir erlaubt, mit dir zu reden?&#8221;\u00a0 Erstaunt fragte der Oberst, ob er denn griechisch verstehe, ob er nicht der \u00c4gypter sei, der k\u00fcrzlich den gro\u00dfen Aufruhr erregt habe. Paulus gab ihm Bescheid und erhielt auf seine Bitten hin sogar die Erlaubnis, zu den Juden zu sprechen.<\/p>\n<p>Nun trat der Apostel vor, winkte mit der Hand und alles schwieg. Er begann in hebr\u00e4ischer Sprache zu reden; da wurde es noch stiller. Er berichtete, wie er aus dem Verfolger Christi, als den sie in Jerusalem ihn gekannt hatten, ein J\u00fcnger Christi geworden war. Bis zu dem Augenblick lie\u00dfen sie ihn reden, da er sagte, Christus habe ihn zu den Heiden gesandt. Das Wort \u201eHeiden&#8221; h\u00f6ren \u2014 und mit ihrer Ruhe war es vorbei; sie rasten f\u00f6rmlich und machten sich bereit, ihn zu steinigen. Der Oberst, der sich das Toben der Juden immer noch nicht erkl\u00e4ren konnte und glaubte, den Apostel doch f\u00fcr einen Misset\u00e4ter halten zu m\u00fcssen, lie\u00df ihn rasch in die Burg f\u00fchren; dort wollte er, um ein Gest\u00e4ndnis von ihm zu erzwingen, ihn gei\u00dfeln und foltern lassen. Schon hatten die Soldaten ihn zur Gei\u00dfelung angebunden, da fragte der Apostel den dabei stehenden Hauptmann, ob das denn erlaubt sei, einen r\u00f6mischen B\u00fcrger zu gei\u00dfeln und dazu noch ohne Richterspruch. Daraufhin eilte der Hauptmann zum Obersten, der Oberst kam rasch herbei und fragte hastig den Apostel, ob er denn ein R\u00f6mer sei. Paulus bejahte es. Erstaunt sagte der Oberst:<\/p>\n<p>\u201eDas r\u00f6mische B\u00fcrgerrecht? \u2014 Ich habe es mit viel Geld erworben.&#8221;<\/p>\n<p>\u201eIch aber habe es schon von Geburt an&#8221;, erwiderte Paulus. Schnell wurde er losgebunden, von Gei\u00dfeln keine Rede mehr; dem Oberst wurde es sogar bang, weil er ihn hatte binden lassen.<\/p>\n<p>Er mu\u00dfte aber immerhin wissen, was die Juden gegen ihn hatten und so lie\u00df er ihn am folgenden Tag vor den Hohen Rat und die j\u00fcdischen Priester f\u00fchren. Festen Blickes schaute Paulus sie an und sprach zu ihnen: \u201eM\u00e4nner, Br\u00fcder, ich bin mit gutem Gewissen vor Gott gewandelt bis auf den heutigen Tag.&#8221; Der Hohepriester aber konnte gar nicht warten; er wollte nichts mehr h\u00f6ren und befahl, dem Apostel auf den Mund zu schlagen.<\/p>\n<p>\u201eGott wird dich schlagen&#8221;, erwiderte der Apostel, \u201edu get\u00fcnchte Wand! Du sollst mich nach dem Gesetz richten und l\u00e4sst mich schlagen entgegen dem Gesetz.&#8221;<\/p>\n<p>Damit spielte er auf die Gesetzesvorschrift an, da\u00df ein Angeklagter vor seiner Bestrafung verh\u00f6rt werden mu\u00dfte. Freilich wu\u00dfte Paulus nicht, da\u00df es der Hohepriester war und als man auf ihn einschrie, er l\u00e4stere den Hohenpriester, sagte er, er habe es nicht gewu\u00dft, da\u00df er der Hohepriester sei, er wisse wohl, da\u00df im Gesetz des Moses hei\u00dfe, den Obersten seines Volkes solle man nicht l\u00e4stern. Aber richtig vorausgesagt hatte der Apostel dennoch; dieser Hohepriester wurde sp\u00e4ter ermordet.<\/p>\n<p>Was aber sollte Paulus jetzt tun? \u2014 Doch er kannte seine Gegner. Ein Teil von ihnen geh\u00f6rte zu den Pharis\u00e4ern, der andere zu der Sekte der Sadduz\u00e4er. Beide Richtungen unterschieden sich durch ihre Meinung \u00fcber die Auferstehung der Toten. Die Sadduz\u00e4er glaubten nicht an die Auferstehung, die Pharis\u00e4er hielten daran fest. Paulus erfa\u00dfte die Lage und rief: \u201eM\u00e4nner, Br\u00fcder! Ich bin ein Pharis\u00e4er, ein Sohn der Pharis\u00e4er, und wegen der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten werde ich gerichtet (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte23%2C6\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 23, 6<\/a>). Und schon war der Zeitpunkt da! Die Pharis\u00e4er f\u00fcr ihn, die Sadduz\u00e4er gegen ihn \u2014 ein Tumult, da\u00df der Oberst f\u00fcrchtete, Paulus werde noch zerrissen, und ihn rasch zur\u00fcck auf die Burg f\u00fchren lie\u00df.<\/p>\n<p>Damit war jedoch die Gefahr noch nicht \u00fcberwunden. \u201eDa es Tag geworden&#8221;, so berichtet die Apostelgeschichte, \u201erotteten sich einige Juden zusammen, verschworen sich unter Verw\u00fcnschungen und erkl\u00e4rten, weder essen noch trinken zu wollen, bis sie Paulus get\u00f6tet h\u00e4tten. Sie gingen zu den Hohenpriestern und \u00c4ltesten und sprachen: \u201eLasst dem Obersten zu wissen tun, da\u00df er ihn euch vorf\u00fchre, als wollt ihr \u00fcber ihn Genaueres in Erfahrung bringen; wir aber sind bereit, ehe er herbeikommt, ihn zu t\u00f6ten&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte23%2C12\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 23, 12<\/a>\u201415).<\/p>\n<p>Von dieser Verschw\u00f6rung gegen den Apostel erfuhr jedoch wir wissen nicht auf welchem Weg \u2014 der Sohn seiner Schwester, die, wie wir schon fr\u00fcher h\u00f6rten, in Jerusalem wohnte. Der junge Mensch eilte auf die Burg und \u00fcberbrachte dem Onkel, was er erlauscht hatte. Paulus rief einen Hauptmann an und ersuchte ihn, seinen Neffen zum Obersten zu f\u00fchren. Der Oberst nahm den jungen Menschen beiseite, fragte ihn aus und erfuhr nun alles. Sofort rief er zwei Hauptleute und gab ihnen den Befehl: \u201eHaltet zweihundert Soldaten bereit, da\u00df sie nach C\u00e4sarea ziehen, und siebzig Reiter und zweihundert Lanzentr\u00e4ger auf die dritte Stunde der Nacht. Haltet auch Lasttiere bereit, da\u00df man den Paulus darauf setze\u00a0 und ihn wohlbewahrt zum Landpfleger Felix bringe&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte23%2C23-24\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 23, 23f)<\/a>. Der Grund, warum er Paulus fortschaffen lie\u00df, war die Furcht, die Juden m\u00f6chten sich schlie\u00dflich doch des Apostels mit Gewalt bem\u00e4chtigen und ihn t\u00f6ten, wodurch er, der Oberst, leicht in den Verdacht kommen k\u00f6nne, als habe er sich von den Juden bestechen lassen und f\u00fcr Geld den Paulus seinen Feinden in die H\u00e4nde gespielt. W\u00e4hrend die Vorbereitungen zur Abreise getroffen wurden, schrieb der Oberst noch schnell einen Brief, der den Landpfleger Felix dar\u00fcber unterrichten sollte, weswegen Paulus in Haft genommen wurde und jetzt ihm zur Aburteilung gebracht werde. Der Brief ist uns erhalten. Er lautete: \u201eClaudius Lysias w\u00fcnscht dem besten Landpfleger Felix Heil! Diesen Mann haben die Juden ergriffen und es war daran, da\u00df sie ihn t\u00f6teten; da kam ich mit Kriegsvolk herbei und rettete ihn, nachdem ich erfahren, da\u00df er ein R\u00f6mer ist. Und da ich die Ursache wissen wollte, weswegen sie ihn beschuldigten, f\u00fchrte ich ihn vor den Hohen Rat. Da fand ich, da\u00df er wegen Streitfragen ihres Gesetzes angeklagt, aber keines Verbrechens schuldig sei, welches Tod oder Fesseln verdiente. Als mir nun angezeigt wurde, da\u00df sie ihm heimlich nachstellen, habe ich ihn zu dir gesendet und die Ankl\u00e4ger beschieden, die Klage vor dir anzubringen. Lebe wohl!&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte23%2C26\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 23, 26<\/a>\u201430).<\/p>\n<p>Wie hatte doch der Herr damals in Damaskus gesagt? Ich werde dem Saulus zeigen, wieviel er um meines Namens willen leiden mu\u00df. Was wird nun in C\u00e4sarea mit ihm geschehen?<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt mit Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5508\">Die Untersuchungshaft des heiligen Paulus und seine Berufung an den Kaiser<\/a>&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Kapitel \u201cDie dritte Missionsreise des Apostel Paulus\u201d gibt es heute das 11. 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