{"id":5705,"date":"2018-07-29T16:25:10","date_gmt":"2018-07-29T14:25:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5705"},"modified":"2020-05-08T20:36:52","modified_gmt":"2020-05-08T18:36:52","slug":"kirchengeschichte-der-aufenthalt-und-der-tod-der-apostelfuersten-in-rom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5705","title":{"rendered":"Kirchengeschichte: Der Aufenthalt und der Tod der Apostelf\u00fcrsten in Rom"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"Kirchengeschichte: Der Aufenthalt und der Tod der Apostelf\u00fcrsten in Rom\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5705\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Nach dem Kapitel \u201c<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5661\">Die sittlichen Sch\u00e4den des r\u00f6mischen Reiches zur Zeit Christi<\/a>\u201d folgt heute das vierte Kapitel aus dem Abschnitt \u201eDie Kirche und die r\u00f6mische Staatsgewalt\u201c aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<!--more--><\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 61 kam der heilige Paulus von S\u00fcden her nach Rom. Er kam als Gefangener. Der Hauptmann Julius, der den Apostel und andere Gefangene von dem Landpfleger Festus in C\u00e4sarea \u00fcbernommen hatte, um sie nach Rom zu bringen, \u00fcbergab ihn nach seiner Ankunft in der Hauptstadt dem Vertreter des Kaisers in Strafsachen, dem Befehlshaber der kaiserlichen Leibgarde Afranus Burrus. Jedenfalls auf Grund des von Festus \u00fcbersandten Berichtes und auf Grund der Angaben des dem Apostel wohlgesinnten Hauptmanns wurde Paulus nicht in das Strafgef\u00e4ngnis \u00fcberf\u00fchrt; es wurde ihm gestattet, unter Aufsicht eines Soldaten irgendwo in der Stadt zu wohnen. Die Aufsicht beschr\u00e4nkte ihn nur wenig. Ungehindert konnte er das Evangelium predigen und die Bekehrten um sich sammeln, auch seinen lieben Christengemeinden und Bekannten in Mazedonien und Kleinasien schreiben, nach Philippi und Ephesus, nach Koloss\u00e4 und an Philemon. Diese Gefangenschaft, wenn sie \u00fcberhaupt noch eine Gefangenschaft genannt werden kann, dauerte zwei Jahre und endete im Sommer 63 mit der Freisprechung, auf die der Apostel mit Sicherheit gerechnet hatte. Wieder frei blieb der Apostel noch den Winter 63\/64 in Rom und schrieb gegen Ende des Winters den Brief an die Hebr\u00e4er.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 64 erwachte aber in ihm mit aller Gewalt der Missionar, dem auch eine Gro\u00dfstadt zu klein ist; er verlie\u00df die Stadt und reiste \u201ebis an die Grenzen der Erde&#8221;, wie Klemens von Rom berichtet, d. h. bis nach Spanien. Von dieser Reise nach dem \u00e4u\u00dfersten Westen des Reiches zur\u00fcck, wandte er sich in heiliger Unruhe um seine Christen nach Osten und besuchte mit einigen Gef\u00e4hrten die Insel Kreta, wo er seinen Begleiter Titus als Bischof zur\u00fccklie\u00df, die Stadt Ephesus, wo er Timotheus als Bischof aufstellte, und dann die in Mazedonien gegr\u00fcndeten Christengemeinden. Dar\u00fcber verging der Winter. Jetzt rasch noch an die neuen Bisch\u00f6fe von Kreta und Ephesus schreiben und dann \u2014 im Sommer 66 \u2014 nach Troas, Milet, Korinth und zur\u00fcck nach Rom. Da war der Lauf vollendet. Die Tore Roms schlossen sich hinter ihm und lie\u00dfen ihn nur noch einmal hinaus \u2014 zum letzten Gang auf die Appische Stra\u00dfe und in die Ewigkeit.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Paulus sich seine Wege durch die Heidenwelt bahnte, waltete Petrus in Rom seines Hirtenamtes. Zum ersten Mal war Petrus wohl das Jahr 42 oder 43 in die r\u00f6mische Hauptstadt gekommen. Sieben oder acht Jahre sp\u00e4ter war er zum Apostelkonzil nach Jerusalem zur\u00fcckgekehrt, um dann \u00fcber Antiochia, Kleinasien und Griechenland wieder den Weg nach Rom zu nehmen. Sein Aufenthalt in Rom ist im Aufbau der Kirche wie ein Eck- und Grundstein. In dieser Erkenntnis versuchten Gegner der Kirche zu bestreiten, da\u00df Petrus in Rom war.<\/p>\n<p>Zeugnis f\u00fcr den Aufenthalt des heiligen Petrus in Rom gibt die ganze altchristliche Welt; von der Zeit an, wo wir nach der Entwicklung des kirchlichen Schrifttums Nachrichten \u00fcber diese Tatsache, die ja den Zeitgenossen bekannt und niemals strittig war, mit einigem Recht erwarten d\u00fcrfen. Aus Griechenland kommt die Stimme des Bischofs Dionysius; er schrieb zwischen den Jahren 165 und 174 an den Papst Soter einen Brief, darin er die F\u00fcrsorge der Christen Roms f\u00fcr die Gl\u00e4ubigen in Korinth r\u00fchmt und sagt: \u201eDurch eure gro\u00dfe Sorgfalt habt ihr die von Petrus und Paulus in Rom und Korinth angelegte Pflanzung miteinander verbunden; denn beide haben in unserer Stadt Korinth die Pflanzung begonnen und uns in gleicher Weise in Italien gelehrt und zu gleicher Zeit den Martertod erlitten&#8221; (Eusebius, Kirchengeschichte 2, 25; 4, 23). Kleinasien gibt Zeugnis durch den Bischof Papias, einen Sch\u00fcler des Evangelisten Johannes, \u00c4gypten gibt Zeugnis durch den Bischof Klemens von Alexandrien, der gegen Ende des zweiten Jahrhunderts lebte, Afrika durch den um 160 geborenen Tertullian; Gallien, das heutige Frankreich, durch den Bischof Iren\u00e4us, der ein Sch\u00fcler des Apostelj\u00fcngers Polykarp war, lange Zeit in Rom gelebt und sich dort \u00fcber die kirchlichen \u00dcberlieferungen der Stadt und \u00fcber die Reihenfolge der r\u00f6mischen Bisch\u00f6fe genau unterrichtet hatte. Nat\u00fcrlich gibt auch Rom selber Zeugnis und zwar durch den Priester Gajus, der um das Jahr 200 lebte. Nur weil Petrus wirklich in Rom wirkte und starb, k\u00f6nnen wir verstehen, wie der bald nach dem Jahr 100 gemarterte Bischof Ignatius von Antiochien an die R\u00f6mer schreiben konnte, er befehle ihnen nicht wie Petrus und Paulus; nur daraus k\u00f6nnen wir verstehen, da\u00df Klemens von Rom, der dritte Papst nach dem Tode des heiligen Petrus, die Apostelf\u00fcrsten bei jenen M\u00e4rtyrern aufz\u00e4hlt, von denen wir sicher wissen, da\u00df sie in Rom starben.Der Versuch mi\u00dflang. Heute zweifelt wohl niemand mehr daran, da\u00df Petrus in Rom sein Oberhirtenamt aus\u00fcbte und dort auch den M\u00e4rtyrertod erlitt. Wenn hier dennoch ausf\u00fchrlicher dar\u00fcber geredet wird, so geschieht es nicht, um Zweifel zu bannen, sondern deswegen, weil diese Tatsache die Vorzugsstellung des r\u00f6mischen Bischofs als Stellvertreters Christi und Oberhauptes seiner Kirche begr\u00fcndet und weil das Wissen um die unumst\u00f6\u00dfliche geschichtliche Bezeugung dieser Tatsache den katholischen Christen seines Glaubens nur froh machen kann.<\/p>\n<p>Ja, wir wissen sogar, wo die Apostelf\u00fcrsten begraben wurden. Als man in der Peterskirche auf dem vatikanischen H\u00fcgel einen Baldachin \u00fcber dem Grab errichtete, das von jeher als Ruhest\u00e4tte des Apostels Petrus galt, fand man \u00dcberreste heidnischer Grabanlagen und beim Neubau der Basilika des heiligen Paulus, die schon immer als Begr\u00e4bnisst\u00e4tte des V\u00f6lkerapostels betrachtet wurde, machte man ebenfalls die Entdeckung, da\u00df an dem Ort urspr\u00fcnglich heidnische Gr\u00e4ber waren. W\u00e4ren die Leiber der heiligen Apostel erst sp\u00e4ter und von sonstwoher nach Rom gebracht worden, dann h\u00e4tte man sie an einer anderen Stelle beigesetzt, in den Katakomben oder an einem christlichen Begr\u00e4bnisplatz, aber nicht inmitten heidnischer Grabst\u00e4tten. Ihre Beisetzung mitten unter den Heiden ist nur damit zu erkl\u00e4ren, da\u00df sie eben dort begraben wurden, wo sie gestorben sind, also in Rom und es gibt kaum ein Zeugnis, das so laut f\u00fcr den Tod der Apostelf\u00fcrsten in Rom spricht wie diese stummen Gr\u00e4ber. Mit ihrem Zeugnis stimmt das Wort des oben erw\u00e4hnten Priesters Gajus \u00fcberein, also eines Mannes, der sich in Rom auskannte. Um das Jahr 200 schrieb er an einen gewissen Proklus: \u201eIch kann dir die Siegeszeichen der Apostel zeigen. Du magst auf den Vatikan gehen, oder auf die Stra\u00dfe nach Ostia, du findest die Siegeszeichen der Apostel, welche diese Kirche gegr\u00fcndet haben&#8221; (Euseb. Kg. 2, 25).<\/p>\n<p>Das \u201eSiegeszeichen&#8221; des heiligen Petrus war an der Nordseite einer Stra\u00dfe, die Via Cornelia hie\u00df, am Fu\u00dfe des vatikanischen H\u00fcgels, gegen\u00fcber dem Zirkus des Kaisers Nero; das \u201eSiegeszeichen&#8221; des Apostels Paulus war in der Ebene zwischen der Stra\u00dfe nach Ostia und dem Tiberflu\u00df. Paulus wurde, weil er ein r\u00f6mischer B\u00fcrger war, enthauptet; Petrus wurde gekreuzigt und zwar nach seinem eigenen dem\u00fctigen Wunsche, mit dem Haupt zur Erde hin. Gewichtige Gr\u00fcnde sprechen daf\u00fcr, da\u00df es im Jahr 67 geschah. Eine schon im zweiten Jahrhundert einsetzende \u00dcberlieferung l\u00e4\u00dft beide Apostel um dieselbe Zeit hingerichtet werden und die Kirche feiert ihren Tod sogar an dem gleichen Tag. Diesen Tag nennt sie einen \u201egoldenen, mit strahlendem Glanz erf\u00fcllten Tag&#8221;.<\/p>\n<p>Im Jahre 1595 wurde unweit des Petrusgrabes ein Sarg aus der Erde gehoben, in dem die Leiche des am 25. August 365 verstorbenen erst zweiundvierzig Jahre alten r\u00f6mischen Stadtpr\u00e4fekten Junius Bassus lag. Der 2,41 Meter lange und 1,17 Meter breite Sarg ist aus wei\u00dfem Marmor und ein Meisterwerk. In einer der zehn Nischen ist dargestellt, wie ein Apostel \u2014 Petrus oder Paulus \u2014 gefangen genommen und zum Tode gef\u00fchrt wird. Die Henker haben keine M\u00fche mit ihm. Keine Nachzeichnung vermag den Eindruck wiederzugeben, den die Apostelgestalt auf dem Sarg hervorruft. Aufrecht, ernst und siegesbewu\u00dft, mit einem weiten Blick in die Ewigkeit, so steht der Apostel da; majest\u00e4tischer konnte kein Kaiser auf seinem Triumphwagen stehen. Die Christenheit hat recht, wenn sie von Apostel<em>f\u00fcrsten<\/em> spricht und der Priester Gajus hatte recht, wenn er ihre Gr\u00e4ber Sieges<em>zeichen<\/em> nannte.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt mit dem Kap. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=5723\">Die r\u00f6mischen Verfolgungen im ersten Jahrhundert&#8221;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Kapitel \u201cDie sittlichen Sch\u00e4den des r\u00f6mischen Reiches zur Zeit Christi\u201d folgt heute das vierte Kapitel aus dem Abschnitt \u201eDie Kirche und die r\u00f6mische Staatsgewalt\u201c aus dem Buch \u201cGeschichte der Kirche Christi\u201d von DDr. Johannes Schuck aus dem Jahr 1938 (Echter Verlag):<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-5705","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4Sdv6-1u1","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5705"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5705\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6250,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5705\/revisions\/6250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}