{"id":6951,"date":"2019-06-03T07:59:13","date_gmt":"2019-06-03T05:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=6951"},"modified":"2020-05-08T17:59:09","modified_gmt":"2020-05-08T15:59:09","slug":"ueber-die-vergebung-und-versoehnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=6951","title":{"rendered":"\u00dcber die Vergebung und Vers\u00f6hnung"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"\u00dcber die Vergebung und Vers\u00f6hnung\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=6951\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Vergebung ist schwer. Vor allem, da man sich ja im Recht sieht. Noch dazu f\u00fchlt man sich h\u00e4ufig tief verletzt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dennoch gibt es keine wirkliche Alternative zur Vers\u00f6hnung.<\/p>\n<p>Papst Johannes Paul II. (1920-2005) hat folgende, sehr wahre Gedanken dazu:<\/p>\n<blockquote><p>Die Familien, die Gruppen, die Staaten, die V\u00f6lkergemeinschaft selbst m\u00fcssen sich der Vergebung \u00f6ffnen, um unterbrochene Verbindungen wieder aufzunehmen, um Situationen einer fruchtlosen gegenseitigen Verurteilung zu \u00fcberwinden, um \u00fcber die Versuchung zu siegen, die anderen auszuschlie\u00dfen, indem man ihnen die Berufungsm\u00f6glichkeit verwehrt. Die F\u00e4higkeit zur Vergebung liegt jedem Plan f\u00fcr eine gerechtere und solidarischere Gesellschaft in der Zukunft zugrunde. Umgekehrt kommt die vers\u00e4umte Vergebung, besonders wenn dadurch die Fortdauer von Konflikten gesch\u00fcrt wird, der Entwicklung der V\u00f6lker sehr teuer zu stehen. Die Ressourcen werden verwendet, um den R\u00fcstungswettlauf, die Kriegskosten und die Folgen wirtschaftlicher Repressalien zu tragen. Damit fehlen die notwendigen Geldmittel, um Entwicklung, Frieden und Gerechtigkeit voranzubringen. Unter wie vielen Schmerzen leidet die Menschheit, weil sie sich nicht zu vers\u00f6hnen wei\u00df, wie oft wird sie zur\u00fcckgeworfen, weil sie nicht zu vergeben wei\u00df! Der Friede ist die Voraussetzung f\u00fcr die Entwicklung, aber ein wirklicher Friede wird nur durch die Vergebung erm\u00f6glicht. Das Angebot der Vergebung ist weder unmittelbar zu verstehen, noch m\u00fchelos anzunehmen; es ist eine in gewisser Hinsicht paradoxe Botschaft. Tats\u00e4chlich schlie\u00dft die Vergebung immer kurzfristig einen scheinbaren Verlust ein, w\u00e4hrend sie langfristig einen tats\u00e4chlichen Gewinn sicherstellt. Die Gewalt ist das genaue Gegenteil; sie entscheidet sich f\u00fcr einen kurzfristigen Gewinn, bereitet aber auf lange Sicht einen tats\u00e4chlichen, anhaltenden Verlust vor. Die Vergebung k\u00f6nnte als eine Schw\u00e4che erscheinen; in Wirklichkeit setzt sie, sowohl um gew\u00e4hrt wie um angenommen zu werden, eine gro\u00dfe geistige Kraft und einen bew\u00e4hrten moralischen Mut voraus. Weit davon entfernt, die Person herabzusetzen, f\u00fchrt die Vergebung sie zu einem erf\u00fcllten und reicheren Menschsein, das f\u00e4hig ist, in sich einen Strahl des Glanzes des Sch\u00f6pfers widerzuspiegeln. (Botschaft zum Weltfriedenstag 2002, \u00a7\u00a7 9-10, \u00a9 Copyright &#8211; Libreria Editrice Vaticana, zitiert aus <a href=\"http:\/\/evangeliumtagfuertag.org\">Evangelium Tag f\u00fcr Tag<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergebung ist schwer. Vor allem, da man sich ja im Recht sieht. 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