{"id":985,"date":"2009-05-30T12:04:32","date_gmt":"2009-05-30T10:04:32","guid":{"rendered":"http:\/\/sschweizer.wordpress.com\/?p=985"},"modified":"2020-05-08T15:04:39","modified_gmt":"2020-05-08T13:04:39","slug":"ueber-die-kindertaufe-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=985","title":{"rendered":"\u00dcber die Kindertaufe (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<div class=\"shariff\" data-title=\"\u00dcber die Kindertaufe (Teil 2)\" data-info-url=\"http:\/\/ct.de\/-2467514\" data-backend-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/wp-content\/plugins\/shariff-sharing\/backend\/index.php\" data-temp=\"\/tmp\" data-ttl=\"60\" data-service=\"gftr\" data-services='[\"googleplus\",\"facebook\",\"twitter\",\"reddit\",\"info\"]' data-image=\"\" data-url=\"https:\/\/www.projekt-kirche.de\/?p=985\" data-lang=\"de\" data-theme=\"colored\" data-orientation=\"horizontal\"><\/div><p>Im <a title=\"\u00dcber die Kindertaufe (Teil 1)\" href=\"http:\/\/sschweizer.wordpress.com\/2009\/05\/28\/ueber-die-kindertaufe-teil1\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Teil 1<\/a> habe ich die Kapitel 1+2 des <a title=\"&quot;Die Entstehung der Kindertaufe&quot; von Ernst G. Maier\" href=\"http:\/\/www.efg-hohenstaufenstr.de\/downloads\/bibel\/T02%20Die%20Entstehung%20der%20Kindertaufe.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikels &#8220;Die Entstehung der Kindertaufe&#8221; von Ernst G. Maier<\/a> kommentiert.<\/p>\n<p>In diesem Teil 2 werde ich das Kapitel 3 &#8220;Die Voraussetzungen zur Ver\u00e4nderungen der Taufpraxis&#8221; beleuchten.<\/p>\n<p>Wie auch im letzten Teil werde ich so vorgehen, dass ich zun\u00e4chst einen Abschnitt aus dem oben genannten Artikel zitiere, um ihn dann anschlie\u00dfend zu kommentieren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Lehre von der Erbs<\/em><\/strong><strong><em>\u00fc<\/em><\/strong><strong><em>nde<\/em><\/strong><\/p>\n<p>1. Die biblische Lehre von der \u201eErbs\u00fcnde\u201c bezeugt, da\u00df der Mensch von der Zeugung an s\u00fcndig ist. Das hei\u00dft nicht, da\u00df ein ungeborenes Kind schon pers\u00f6nlich ges\u00fcndigt hat. Als Adam s\u00fcndigte, hat er als nat\u00fcrlicher Stellvertreter aller Menschen ges\u00fcndigt, so da\u00df alle seine Nachkommen \u201ein S\u00fcnde\u201c geboren sind. Psa. 51,7; 58,4; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/R%C3%B6mer5%2C12-14\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R\u00f6. 5,12-14<\/a>.<\/p>\n<p>3. Obwohl das Neue Testament die Lehre von der \u201eErbs\u00fcnde\u201c kennt, berichtet das Neue Testament nur von der Taufe gl\u00e4ubiggewordener Menschen. Die Apostel und die erste Gemeinde hielten es nicht f\u00fcr n\u00f6tig, S\u00e4uglinge oder Kleinkinder zu taufen, trotz der Lehre von der Erbs\u00fcnde.<\/p><\/blockquote>\n<p>Punkt 1 ist soweit richtig (auch wenn ich vielleicht hier noch kurz erkl\u00e4ren m\u00f6chte, warum bzw. wie Adams S\u00fcnde bzw. S\u00fcndhaftigkeit auf seine Nachkommen \u00fcbergehen kann: die Menschen sind nicht nur einzeln voneinander getrennte Individuen, sondern sind geistlich miteinander \u201everbunden\u201c. Durch die S\u00fcnde Adams wurde nicht nur er selbst von der S\u00fcnde \u201einfiziert\u201c, sondern mit ihm auch das ganze (von ihm und Eva abstammende) Menschengeschlecht. Deshalb wurde ja auch nicht nur Adam sterblich, sondern sind wir es alle als seine Nachkommen auch)<\/p>\n<p>Punkt 2 ist jedoch wie bereits in <a title=\"\u00dcber die Kindertaufe (Teil 1)\" href=\"http:\/\/sschweizer.wordpress.com\/2009\/05\/28\/ueber-die-kindertaufe-teil1\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">Teil 1<\/a> erl\u00e4utert falsch.<\/p>\n<p>Es ist richtig, dass im Neuen Testament nicht <em>explizit<\/em> von einer S\u00e4uglingstaufe berichtet wird, aber sie wird auch in den Berichten \u00fcber die Taufe \u201eganzer H\u00e4user\u201c nicht ausgeschlossen. Damit kann man hier keine ganz eindeutige Aussage machen.<\/p>\n<p>Dass es die \u201eApostel und die erste Gemeinde\u201c es nicht f\u00fcr n\u00f6tig hielten \u201eS\u00e4uglinge oder Kleinkinder zu taufen\u201c, ist damit eine nicht nachgewiesene Behauptung. Wenn man zudem die fr\u00fchen Schriften der Kirche ansieht, dann muss man eher vom Gegenteil ausgehen. Denn diese berichten von S\u00e4uglingstaufen (z.B. Iren\u00e4us) und dass\u00a0 diese auch von den Aposteln angeordnet wurden (Origenes).<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p>3. Die Einf\u00fchrung der Kindertaufe geschah auf Grund einer Ver\u00e4nderung der Lehre. In der nachapostolischen Zeit f\u00fchrte die \u201eLehre von der Erbs\u00fcnde\u201c zu einer \u201eBe\u00adsorgnis um das Heil der Kinder\u201c.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist nachweislich falsch (zumindest nicht beweisbar).<\/p>\n<p>Die Lehre der \u201eErbs\u00fcnde\u201c ver\u00e4nderte nicht die urspr\u00fcngliche Lehre, sondern <em>erkl\u00e4rte<\/em> den damaligen (apostolischen) Glauben und die damit verbundene Taufpraxis (n\u00e4mlich neben Erwachsene auch S\u00e4uglinge zu taufen).<\/p>\n<p>Genauso wenig ver\u00e4nderte die Lehre der Dreieinigkeit die urspr\u00fcngliche Lehre, sondern <em>erkl\u00e4rte<\/em> den Glauben, den die Christen von Anfang an hatten.<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p>6. Abschlie\u00dfend k\u00f6nnen wir feststellen, da\u00df die Lehre von der angeborenen S\u00fcndhaftigkeit (vgl. Psa. 51,7; 58,4; <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/R%C3%B6mer5%2C12-14\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">R\u00f6m. 5,12-14<\/a>), in Verbindung mit der falschen Taufwiedergeburtslehre, zur allgemeinen Praxis der Kindertaufe gef\u00fchrt hat.<sup>36<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Hier wird vorausgesetzt, dass die Taufwiedergeburtslehre falsch ist. Dass dem nicht so ist werde ich in einem sp\u00e4teren Teil dieser Serie erl\u00e4utern, wo ich die katholische Tauflehre vorstellen werde. Die obige Schlussfolgerung ist auf jeden Fall nicht zwingend und auch historisch nicht eindeutig belegbar.<\/p>\n<p>Ernst Maier geht davon aus \u2013 wie viele andere Freikirchen \u00fcbrigens auch &#8211; , dass die Kindertaufe irgendwann nach Ableben der Apostel von irgendwelchen Bisch\u00f6fen eigenm\u00e4chtig und entgegen der apostolischen Lehre <em>eingef\u00fchrt<\/em> wurde (was er m.E. aber nicht wirklich belegen kann).<\/p>\n<p>Ich behaupte, dass es die S\u00e4uglingstaufe <em>von Anfang an<\/em> gab, nur in der Bibel eben nicht explizit erw\u00e4hnt wurde (was ich m.E. besser nachweisen kann, da wie gesagt bereits Iren\u00e4us vor 200 n.Chr. die S\u00e4uglingstaufe erw\u00e4hnt, Origenes um 200 n.Chr. den apostolischen Ursprung dieser Lehre belegt und es zudem m.E. sehr, sehr unwahrscheinlich ist, dass zu jener Zeit bereits die ganze Kirche mit all ihren so standhaften M\u00e4rtyrern nichts gegen eine so gravierende und fundamentalen \u201eIrrlehre\u201c getan h\u00e4tte).<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Taufwiedergeburtslehre<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong>1. Ver\u00e4nderung der Praxis ist nur m\u00f6glich, wo die Lehre schon vorher ver\u00e4ndert worden ist. Die Entstehung und Annahme der Taufwiedergeburtslehre ist Voraussetzung, damit die Kindertaufe entstehen und sich durchsetzen konnte. (Beachte: Das Handeln eines Menschen ist immer im Einklang mit seinem Denken).<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei Punkt 1 widerspricht sich der Autor selbst.<\/p>\n<p>Erst wird behauptet, dass <em>zuerst<\/em> die Praxis der Kindertaufe da war und<em> dann<\/em> die (Formulierung der) Theologie durch Augustinus folgte (was \u00fcbrigens historisch richtig ist):<\/p>\n<blockquote><p>5. Zur Zeit Augustins war die Lehre der S\u00fcndhaftigkeit der Kinder und der daraus folgenden Notwendigkeit der Kindertaufe zur Abwaschung dieser S\u00fcndhaftigkeit, so weit durchgedrungen, da\u00df Augustin die Lehre der Kindertaufe zum Beweis der S\u00fcndhaftigkeit der Kinder verwenden konnte. Kurt Aland schrieb: \u201eJedoch schon Augustin kann der Proklamation der S\u00fcndenfreiheit der Neugeborenen durch die Pelagianer . . . unter Berufung auf eine allgemeine \u00dcbung der Kindertaufe entgegen\u00adtreten, die doch die angeborene S\u00fcndhaftigkeit des T\u00e4uflings voraussetze.\u201c<sup>35<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Dann wird oben in Punkt 1 erkl\u00e4rt, dass <em>zuerst<\/em> die Theologie ver\u00e4nderte wurde, n\u00e4mlich durch die &#8220;Taufwiedergeburtslehre\u201c, und <em>daraufhin<\/em> die ge\u00e4nderte Praxis folgte (und auch zwingende Voraussetzung hierzu w\u00e4re). Dies ist m.E. historisch einfach (nachweisbar) falsch.<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p>2. Historisch gesehen f\u00fchrte die Taufwiedergeburtslehre zur \u201eNotwendigkeit der Taufe\u201c (Heilsnotwendigkeit der Taufe). Augustin und die r\u00f6mische Kirche leiteten dann von der \u201eNotwendigkeit der Taufe\u201c die \u201eNotwendigkeit der Kindertaufe\u201c ab. Wenn, nach der Lehre der damaligen Kirche, die Wiedergeburt durch die Taufe geschieht, dann m\u00fcssen alle Kinder getauft werden, und dann sind alle nichtgetauften Kinder verloren.<sup>37<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Dies ist wiederum vollkommen korrekt.<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Das Vorbild der heidnischen Mysterienkulte<\/em><\/strong><\/p>\n<p>1.\u00a0\u00a0 Die Gemeinde war umgeben von einer Vielzahl heidnischer Kulte. F\u00fcr die<br \/>\nwichtigen \u00dcbergangspunkte des Lebens (Geburt, Geschlechtsreife und Tod) hatten<br \/>\ndiese heidnischen Kulte viele eindrucksvolle Rituale und Zeremonien. Diese Ritualien<br \/>\nwurden auch \u201eMysterien\u201c (Geheimnisse, Sakramente) genannt. Durch diese<br \/>\n\u201eMysterien\u201c wurden Kontakte zur G\u00f6tterwelt hergestellt, und Bewahrung des<br \/>\nmenschlichen Lebens durch die G\u00f6tter wurde dadurch gesichert.<sup>38<\/sup><\/p>\n<p>2. Die patristische Literatur zeigt, da\u00df die Taufe immer mehr in solch eine<br \/>\n\u201eMysterienfeier\u201c umgewandelt wurde. Die Taufe glich mehr einem heidnischen<br \/>\nZauberritual als einer neutestamentlichen Taufe. \u201eDas Entstehen der S\u00e4uglingstaufe<br \/>\nging Hand in Hand mit einem Eindringen heidnisch-magischen Denkens in die<br \/>\nchristliche Gemeinde.\u201c<sup>39<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Punkt 1 ist historisch sicherlich richtig.<\/p>\n<p>Punkt 2 jedoch ist eine reine Behauptung bzw. pers\u00f6nliche Meinung von Ernst Maier bzw. der Autoren seiner zitierten Quellen.<\/p>\n<p>Diese Theorie (!), dass sich die Kirche schon sehr fr\u00fch von heidnischen Mysterien beeinflussen lie\u00df und dann von der wahren apostolischen Lehre und Praxis abirrte ist im protestantischen Bereich sehr weit verbreitet und wird oft als historische Tatsache ausgegeben.<\/p>\n<p>Es bleibt aber eine Theorie, die sich m.E. nicht historisch nachweisen l\u00e4sst. Ganz im Gegenteil die patristische Literatur zeigt m.E. ganz deutlich, dass sich die fr\u00fchen Christen eben <em>nicht<\/em> von den heidnischen Kulten beeinflussen lie\u00dfen, sondern sogar nachdr\u00fccklich dagegen vorgingen und die heidnischen Br\u00e4uche bek\u00e4mpften.<\/p>\n<p>Man darf eben nicht nur die f\u00fcr uns heute manchmal etwas eigenartig anmutenden \u201eTaufrituale\u201c betrachten (die m.E. \u00fcbrigens jedoch vollkommen im Einklang mit der apostolischen Lehre und der Bibel stehen), sondern muss auch den Rest der patristischen Schriften ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Diese einseitige und \u201eunwissenschaftliche\u201c Argumentation (meist mit Quellen aus zweiter Hand) finde ich ehrlich gesagt unehrlich und auch unfair (vor allem gegen\u00fcber unseren Br\u00fcdern und Schwestern, die in den ersten Jahrhunderten nach Christus lebten und i.d.R. ein um Vielfaches vorbildlicheres Leben gef\u00fchrt haben als wir heute und sich sogar f\u00fcr ihren Glauben qualvoll foltern und ermorden lie\u00dfen)<\/p>\n<p>Punkt 2 ist also \u2013 nachdem was ich heute \u00fcber die Alte Kirche gelesen und studiert habe absurd und zeugt m.E. entweder von mangelnden Kenntnissen der patristischen Schriften bzw. der Kirchengeschichte oder von der Absicht, die fr\u00fche katholischen Kirche mit allen Mitteln zu diskreditieren (was sicher sehr schwer gelingen wird, da damals die kath. Kirche im Gesamten &#8211; im Gegensatz zu sp\u00e4teren Zeiten &#8211; wirklich noch sehr, sehr vorbildlich war).<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p>Heussi beschreibt den Zeremonienkult der damaligen Kirche: \u201eIm Katechumenat trat der Unterricht immer mehr hinter umst\u00e4ndlichem Zeremoniell zur\u00fcck (Darreichung von geweihtem Salz; Exorzismen, Bekreuzigung, Anblasen usw.). Auch die Taufe war mit reichen Zeremonien umgeben (feierliche abrenuntiatio an den Satan und Zusage an Christus; Wasserweihe; interrogatio de fide und dreimaliges Untertauchen; Salbung mit \u00d6l; Aufsagen des Vaterunsers durch den Getauften; Bekleidung mit wei\u00dfen Linnengew\u00e4ndern, \u00dcberreichung von brennenden Kerzen, von Milch und Honig usw.). Die auf das Untertauchen folgende Salbung mit geweihtem \u00d6l (<span style=\"text-decoration:underline\">chrisma<\/span>) galt schon im 3.Jh. als ein selbst\u00e4ndiges Sakrament (<span style=\"text-decoration:underline\">confirmatio<\/span>, Firmung); sie wurde im Abendlande dem Bischof vorbehalten und daher von der Taufhandlung gel\u00f6st.<sup>40<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Soweit noch richtig.<\/p>\n<p>Was ist aber am &#8220;Zeremonienkult der damaligen Kirche&#8221; falsch?<\/p>\n<p>Man sollte vielleicht mal das Alte Testament lesen und sich fragen, ob es hier nicht ganz \u00e4hnliche \u201eZeremonien\u201c gab. Wenn man das Taufritual der Alten Kirche mit seinen vielen bildhaften Elementen nicht versteht, dann ist nat\u00fcrlich klar, dass man das seltsam findet. Es ist aber wie oben bereits gesagt in keinster Weise \u201eheidnisch\u201c noch \u201eunbiblisch\u201c. Ganz im Gegenteil. Es bezeugt ganz eindeutig den wahren christlichen Glauben.<\/p>\n<p>Oder gibt es denn z.B. keinen Teufel?<\/p>\n<p>Oder sind Exorzismen &#8220;unbiblisch&#8221;?<\/p>\n<p>Dann sollte man mal das Neue Testament genauer lesen\u2026<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p>3. Tertullian bezeugt, da\u00df durch die Tradition die Taufpraxis und andere Sitten<br \/>\n<span style=\"text-decoration:underline\">ver<\/span><span style=\"text-decoration:underline\">\u00e4<\/span><span style=\"text-decoration:underline\">ndert<\/span> worden sind:<sup>41<\/sup><\/p>\n<p>a. Bevor der T\u00e4ufling ins Wasser geht, sagt er dem Teufel, seinen Werken und<br \/>\nseinen Engeln in der Gegenwart der ganzen Gemeinde ab.<\/p>\n<p>b. Der T\u00e4ufling wird dreimal untergetaucht und macht dabei ein \u201eetwas volleres<br \/>\nVersprechen, als der Herr in den Evangelien vorgeschrieben hat.\u201c<\/p>\n<p>c. Nach der Taufe erh\u00e4lt der T\u00e4ufling f\u00fcr eine Woche lang eine Mischung aus<br \/>\nMilch und Honig.<\/p>\n<p>d. F\u00fcr eine Woche lang verzichtet der T\u00e4ufling auf sein t\u00e4gliches Bad.<\/p>\n<p>e. Das Mahl des Herrn, das der Herr beim letzten Abendmahl eingesetzt hat,<br \/>\nwird in der Morgenversammlung empfangen.<\/p>\n<p>f. Am Jahrestag des Todes von Gl\u00e4ubigen wird der \u201egeistliche Geburtstag\u201c (Eingang in das ewige Leben) gefeiert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Was ist denn daran falsch? Warum darf man denn nicht Gebr\u00e4uche \u00e4ndern, <em>solange<\/em> sie der apostolischen Lehre und der Bibel nicht widersprechen?<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte jetzt genauso fragen, warum man denn die w\u00f6chentliche Eucharistiefeier (\u201eAbendmahlsfeier\u201c) in vielen Freikirchen abgeschafft hat und sie durch eine z.B. monatliche ersetzt hat (obwohl in <a href=\"https:\/\/www.bibleserver.com\/NLB\/Apostelgeschichte2\" class=\"bibleserver extern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Apg 2<\/a> sogar berichtet wird, dass das \u201eBrotbrechen\u201c t\u00e4glich ge\u00fcbt wurde; aus diesem Grund gibt es in der kath. Kirche \u00fcbrigens bis heute noch t\u00e4gliche Messen).<\/p>\n<p>Ich glaube kaum, dass sich die meisten protestantischen Kirchen oder Freikirchen nicht frei f\u00fchlen, kirchliche &#8220;Rituale&#8221; abzu\u00e4ndern oder &#8220;anzureichern&#8221; (ich denke hier z.B. auch an die vielen Hochzeitsrituale, die ja noch dazu der Bibel in keinster Weise erw\u00e4hnt werden)<\/p>\n<p>Also f\u00fcr mich wird mit obigen Abschnitt einfach nur versucht zu suggerieren, dass die fr\u00fche Kirche in UNZUL\u00c4SSIGER WEISE die Taufpraxis ge\u00e4ndert hat (was m.E. nicht richtig ist).<\/p>\n<p>Nochmals meine Frage: was ist an dieser Taufpraxis unzul\u00e4ssig oder \u201eunbliblisch\u201c?<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p>4. Weber spricht in diesem Zusammenhang von dem Bazillus der \u201eSakralmagie\u201c und<br \/>\nvom \u201eTaufzauber\u201c.<sup>42<\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Ich glaube, dass ich das nicht mehr kommentieren muss. Das ist eben eine Meinung Webers, damit w\u00e4re aber nichts \u201ebewiesen\u201c.<\/p>\n<p>Ich finde das ehrlich gesagt auch schon ziemlich verleumderisch, den fr\u00fchen Christen \u201eMagie\u201c und \u201eZauberei\u201c zu unterstellen (was eben historisch m.E. nicht bewiesen werden kann).<\/p>\n<p>Zu:<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Die Entstehung des Staatskirchentums<\/em><\/strong><\/p>\n<p>1. Konstantin hat die Kirche nicht nur anerkannt, sondern auch bevorzugt. \u201eDas Uni\u00adversalreich dr\u00e4ngte zu einer Universalreligion; zu einer solchen bot aber das Heidentum nur schwache und ungen\u00fcgende Ans\u00e4tze.\u201c<sup>43<\/sup> Er wollte eine starke Kirche, denn in einer starken Kirche sah er die Grundlage f\u00fcr ein starkes r\u00f6misches Reich.<sup>44<\/sup><\/p>\n<ol>\n<li>Kirchenmitgliedschaft wurde im Laufe der Jahre zur Staatspflicht. \u201eNichtchrist\u201c sein wurde zum Staatsverbrechen und wurde strafbar.<sup>45<\/sup><\/li>\n<li>Zur Kirchenmitgliedschaft war jedoch die Taufe notwendig. Deshalb wurde die Kindertaufe gesetzlich geboten. \u201eDie S\u00e4uglingstaufe wurde zum Fundament der Staatskirche.\u201c<sup>46<\/sup><\/li>\n<\/ol>\n<p>\u00a0<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist sicher richtig. Nat\u00fcrlich kann man jetzt dar\u00fcber streiten, ob das richtig und gut war. Andererseits w\u00e4re die Alternative eines vollkommen heidnischen Staates wohl auch nicht viel besser gewesen.<\/p>\n<p>Aufgrund seines Glaubens hat Kaiser Konstantin zumindest auch einige wirklich guten Dinge getan (die ohne \u201echristlichen Staat\u201c sicherlich nicht m\u00f6glich gewesen w\u00e4ren) wie z.B.<\/p>\n<ul>\n<li>Abschaffung der menschenverachtenden Kreuzigung als Todesstrafe<\/li>\n<li>Abschaffung der Gladiatork\u00e4mpfe als Verbrecherstrafe<\/li>\n<li>Erschwerung der Ehescheidung<\/li>\n<li>Verbot des Haltens von Konkubinen (was damals offensichtlich \u00fcblich war)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das letzte Kapitel 4 &#8220;Einw\u00e4nde gegen die Taufwiedergeburtslehre&#8221; werde ich aufgrund des Umfangs imn den n\u00e4chsten Teilen behandeln (<a title=\"\u00dcber die Kindertaufe (Teil 3)\" href=\"http:\/\/sschweizer.wordpress.com\/2009\/05\/30\/ueber-die-kindertaufe-teil-3\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\">siehe Teil 3<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Teil 1 habe ich die Kapitel 1+2 des Artikels &#8220;Die Entstehung der Kindertaufe&#8221; von Ernst G. 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