Fortsetzung vom 4. Teil des Basics Bibelkurses (Sünde).

Jesus betet in Gethsemane

32 Sie kamen zu einem Olivenhain, der Gethsemane heißt, und Jesus sagte: »Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe.« 33 Petrus, Jakobus und Johannes aber nahm er mit. Schreckliche Furcht und Angst ergriff ihn und 34 er sagte zu ihnen: »Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht mit mir.« 35 Er ging ein Stück weiter und warf sich zu Boden. Dann betete er darum, dass das Schreckliche, das ihn erwartete, wenn es möglich wäre, an ihm vorübergehe. 36 »Abba*, Vater«, sagte er, »dir ist alles möglich. Lass diesen Leidenskelch an mir vorübergehen. Doch dein Wille geschehe, nicht meiner.« 37 Als er zurückging, fand er die Jünger schlafend. »Simon!«, sagte er zu Petrus. »Schläfst du etwa? Konntest du nicht eine einzige Stunde mit mir wachen? 38 Seid wachsam und betet, sonst wird euch die Versuchung überwältigen. Denn der Geist ist zwar willig, aber der Körper ist schwach.« 39 Danach ging er wieder weg und betete noch einmal und wiederholte seine Bitte. 40 Als er wieder zu ihnen zurückkehrte, waren die Jünger wieder eingeschlafen, denn sie konnten ihre Augen nicht mehr offen halten. Und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten. 41 Als er das dritte Mal zu ihnen zurückkam, sagte er: »Schlaft ihr noch immer? Ruht ihr euch immer noch aus?* Genug damit! Es ist so weit. Der Menschensohn wird in die Hände der Sünder ausgeliefert. 42 Kommt, lasst uns gehen. Der Verräter ist da!«

Markus 14,32-42 (NLB)

Jesus wird verraten und verhaftet

43 Kaum hatte er das gesagt, da kam Judas, einer von den zwölf Jüngern, mit vielen Männern, die mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet waren. Sie waren von den obersten Priestern, den Schriftgelehrten und führenden Männern des Volkes geschickt worden. 44 Judas hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart: »Ihr werdet wissen, wer es ist, wenn ich auf ihn zugehe und ihn mit einem Kuss begrüße. Den könnt ihr festnehmen und abführen.« 45 Sobald sie angekommen waren, ging Judas auf Jesus zu. »Rabbi!«, rief er und küsste ihn. 46 Da packten die anderen Jesus und verhafteten ihn. 47 Aber einer von den Männern, die bei Jesus waren, zog ein Schwert und schlug dem Knecht des Hohen Priesters ein Ohr ab. 48 Jesus fragte sie: »Bin ich ein Schwerverbrecher, dass ihr mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet kommt, um mich zu verhaften? 49 Warum habt ihr mich nicht im Tempel festgenommen? Ich war doch jeden Tag dort und habe gelehrt. Aber dies alles geschieht, damit erfüllt wird, was die Schrift über mich sagt.« 50 Da ließen ihn alle seine Jünger im Stich und flohen. 51 Ein junger Mann, nur mit einem Leinenhemd bekleidet, schlich hinterher. Als die Männer auch ihn zu fassen versuchten, 52 rissen sie ihm das Hemd vom Leib, doch er entkam ihnen und lief nackt davon.

MARKUS 14,43-51 (NLB)

Jesus vor dem Hohen Rat

53 Jesus wurde zum Haus des Hohen Priesters gebracht, wo die obersten Priester, die anderen führenden Männer des Volkes und die Schriftgelehrten sich versammelt hatten. 54 Petrus folgte ihnen in weitem Abstand und schlich sich durch das Tor in den Hof des hohepriesterlichen Palastes. Eine Weile saß er bei den Wachen und wärmte sich am Feuer. 55 Währenddessen versuchten die obersten Priester und der gesamte Hohe Rat* Zeugen zu finden, die gegen Jesus aussagten, damit sie ihn zum Tod verurteilen konnten. Doch alle ihre Bemühungen waren vergebens. 56 Zwar sagten viele falsche Zeugen gegen ihn aus, aber sie widersprachen einander. 57 Schließlich standen ein paar Männer auf und behaupteten: 58 »Wir haben gehört, wie er sagte: `Ich werde diesen Tempel, der von Menschen errichtet wurde, zerstören und in drei Tagen einen neuen bauen, der nicht von Menschen erbaut ist.´« 59 Doch auch ihre Aussagen stimmten nicht überein. 60 Da stellte sich der Hohe Priester vor die anderen hin und fragte Jesus: »Willst du denn überhaupt nicht reden? Was hast du zu diesen Anklagen zu sagen?« 61 Jesus gab keine Antwort. Der Hohe Priester fragte ihn: »Bist du der Christus, der Sohn Gottes, des Hochgelobten?« 62 Jesus antwortete: »Ich bin es. Ihr werdet den Menschensohn zur Rechten Gottes, des Allmächtigen, sitzen und auf den Wolken des Himmels wiederkommen sehen.«* 63 Da zerriss der Hohe Priester sein Gewand und sagte: »Wozu brauchen wir noch weitere Zeugen? 64 Ihr habt alle seine Gotteslästerung gehört. Wie lautet euer Urteil?« Und sie verurteilten ihn zum Tod. 65 Einige begannen, Jesus anzuspucken; sie verbanden ihm die Augen und schlugen ihm mit den Fäusten ins Gesicht. »Du Prophet, sag uns, wer hat dich gerade geschlagen?«, höhnten sie. Und selbst die Wachen prügelten auf ihn ein, als sie ihn abführten.

MARKUS 14,52-65 (NLB)

Jesus wird von Pilatus verhört

1 Früh am nächsten Morgen traten die obersten Priester, führende Männer des Volkes und Schriftgelehrte – der gesamte Hohe Rat* – zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Sie fesselten Jesus und brachten ihn zu Pilatus, dem römischen Statthalter. 2 Pilatus fragte Jesus: »Bist du der König der Juden?« Jesus erwiderte: »Ja, es ist, wie du sagst.« 3 Daraufhin legten die obersten Priester Jesus zahlreiche Verbrechen zur Last. 4 Pilatus fragte ihn: »Hast du nichts dazu zu sagen? Siehst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?« 5 Doch zum großen Erstaunen von Pilatus schwieg Jesus. 6 Nun war es Brauch, dass der Statthalter jedes Jahr zum Passahfest einen Gefangenen freiließ, den das Volk selbst bestimmen durfte. 7 Einer der Gefangenen zu dieser Zeit war Barabbas, der bei einem Aufstand zusammen mit anderen des Mordes überführt worden war. 8 Eine große Menschenmenge bedrängte nun Pilatus und bat ihn, wie üblich einen Gefangenen freizulassen. 9 »Soll ich euch den König der Juden freilassen?«, fragte Pilatus. 10 Denn Pilatus erkannte, dass die obersten Priester Jesus nur aus Neid verhaftet hatten. 11 Doch nun hetzten die obersten Priester das Volk dazu auf, die Freilassung von Barabbas statt von Jesus zu fordern. 12 »Wenn ich Barabbas freilasse«, fragte Pilatus sie, »was soll ich dann mit diesem Mann tun, den ihr den König der Juden nennt?« 13 Sie schrien: »Kreuzige ihn!« 14 »Warum?«, fragte Pilatus. »Was hat er denn verbrochen?« Aber die Menge schrie nur noch lauter: »Kreuzige ihn!« 15 Da ließ Pilatus, weil er dem Volk gefallen wollte, Barabbas frei. Er ließ Jesus auspeitschen und übergab ihn dann den römischen Soldaten zur Kreuzigung.

Markus 15,1-15 (NLB)

Die Soldaten verspotten Jesus

16 Die Soldaten brachten Jesus in das Prätorium, den Palast* des römischen Statthalters, und riefen alle anderen Soldaten zusammen. 17 Sie zogen ihm ein purpurfarbenes Gewand an und setzten ihm eine geflochtene Dornenkrone auf den Kopf. 18 Dann salutierten sie und riefen: »Sei gegrüßt, König der Juden!« 19 Und sie schlugen ihn mit einem Stock auf den Kopf, spuckten ihn an und knieten nieder und huldigten ihm. 20 Als sie genug davon hatten, ihn zu verspotten, zogen sie ihm das Purpurgewand wieder aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an. Dann führten sie ihn ab, um ihn zu kreuzigen.

MARKUS 15,16-20 (NLB)

Die Kreuzigung

21 Ein Mann – er hieß Simon und stammte aus Kyrene* -, kam gerade von den Feldern zurück. Ihn zwangen sie, für Jesus das Kreuz zu tragen. (Simon ist der Vater von Alexander und Rufus.) 22 Sie brachten Jesus an einen Ort, der Golgatha heißt, das bedeutet »Schädelstätte«. 23 Dort wollten sie ihm Wein geben, der mit Myrrhe vermischt war*, aber er nahm ihn nicht. 24 Dann nagelten sie ihn ans Kreuz. Sie verlosten seine Kleider, indem sie darum würfelten*, was jeder bekommen sollte. 25 Es war neun Uhr morgens, als sie ihn kreuzigten. 26 Über seinem Kopf wurde ein Schild am Kreuz befestigt, auf dem stand, wofür er angeklagt worden war. Die Aufschrift lautete: »König der Juden«. 27-28 Zusammen mit ihm wurden zwei Verbrecher gekreuzigt; ihre Kreuze standen rechts und links von ihm.* 29 Die Leute, die vorbeigingen, schüttelten den Kopf und verspotteten ihn: »Ha! Du kannst doch den Tempel zerstören und in drei Tagen wieder aufbauen, oder? 30 Nun, dann rette dich doch selbst und steig vom Kreuz herab!« 31 Auch die obersten Priester und Schriftgelehrten machten sich über Jesus lustig. »Andere hat er gerettet«, lästerten sie, »aber sich selbst kann er nicht helfen! 32 Dieser Christus, dieser König Israels, soll er doch vom Kreuz heruntersteigen, sodass wir es sehen und ihm glauben können!« Selbst die beiden Verbrecher, die mit Jesus zusammen gekreuzigt wurden, verhöhnten ihn.

MARKUS 15,21-32 (NLB)

Jesus stirbt

33 Gegen Mittag legte sich eine Finsternis über das ganze Land, die drei Stunden anhielt. 34 Dann, um drei Uhr, rief Jesus mit lauter Stimme: »Eli, Eli, lama asabtani?«, das bedeutet: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«* 35 Einige von den Leuten, die dabeistanden, verstanden ihn falsch und dachten, er rufe den Propheten Elia. 36 Einer von ihnen aber lief, tränkte einen Schwamm mit Weinessig, steckte ihn auf einen Stab und hielt ihn Jesus hin, damit er davon trinken konnte. »Wartet. Wir wollen sehen, ob Elia wirklich kommt und ihn herunterholt!«, sagte er. 37 Da schrie Jesus laut auf und starb*.

MARKUS 15,33-37 (NLB)

Warum hat Jesus all das Leiden auf sich genommen und ist am Kreuz grausam gestorben? – Weil er uns, dich und mich, so sehr liebt, dass er lieber stirbt als das du dein ewiges Leben verlierst!

Für eine vertiefte Betrachtung der Leiden Jesu Christi, siehe

22 Hört zu, ihr Menschen aus Israel! Ihr alle wisst, dass Gott durch Jesus von Nazareth große Taten, Wunder und Zeichen wirkte und ihn dadurch vor euch allen bestätigte. 23 Ihr aber habt ihn mit der Hilfe von Menschen, die das Gesetz Gottes nicht kennen, ans Kreuz nageln und ermorden lassen. Damit erfüllte sich, was bei Gott lang zuvor beschlossen war.

Apostelgeschichte 2,22-23 (NLB)

So soll nun jedermann in Israel sicher wissen, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat!«

APOSTELGESCHICHTE 2,36 (NLB)

Unsere Sünde hat dazu geführt, dass Jesus sich aus Liebe zu uns (freiwillig!) für uns kreuzigen ließ, damit unsere Sünden durch sein (stellvertretendes) Opfer vergeben werden können.
Jesus (der Mensch und Gott) war sogar bereit, sich (als Mensch) von Gott, seinem Vater wegen unserer Sünde zu trennen.

Theologischer Hinweis: Jesus als Gott blieb natürlich weiterhin in Einheit mit Gott dem Vater.

37 Was sie von Petrus hörten, traf sie ins Herz, und sie fragten ihn und die anderen Apostel: »Brüder, was sollen wir tun?« 38 Petrus antwortete ihnen: »Kehrt euch ab von euren Sünden und wendet euch Gott zu. Lasst euch alle taufen im* Namen von Jesus Christus zur Vergebung eurer Sünden. Dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. 39 Diese Zusage Gottes gilt euch und euren Kindern und auch denen, die fern von Gott sind – allen, die vom Herrn, unserem Gott, berufen werden.« 40 Und Petrus predigte noch lange weiter und forderte seine Zuhörer immer wieder auf: »Rettet euch vor dieser Generation, die auf einem verkehrten Weg ist!« 41 Diejenigen, die glaubten, was Petrus gesagt hatte, wurden getauft und gehörten von da an zur Gemeinde – insgesamt etwa dreitausend Menschen.

Apostelgeschichte 2,37-41 (NLB)
  • „traf sie ins Herz“: als die Leute Petrus hörten, waren sie betroffen über ihre Sünde. Wie fühlst du dich über deine Sünden?
  • „was sollen wir tun?“: die Zuhörer fühlten sich für ihre Sünde(n) verantwortlich und waren bereit zu tun, was Gott erwartete, um es „wieder gut zu machen“ (was natürlich für die Kreuzigung Jesu nicht wirklich möglich war)
  • Wie kannst du Gott zeigen, dass du es wieder gut machen willst (soweit das menschlich möglich ist)? Was bist du bereit zu tun? Gott verspricht uns die Vergebung unserer Sünde und seinen Geist, der uns die Kraft dazu geben wird.
  • „Lasst euch alle taufen auf den Namen Jesus Christus zur Vergebung eurer Sünden“:
    ⇨ das ist der praktische Teil des Evangeliums, d.h. der guten Nachricht von Jesus Christus (und dem Reich Gottes, siehe folgende Lektion). Durch die Taufe werden wir (aus reiner Gnade und Barmherzigkeit Gottes!) von unserer Sünde und Schuld befreit.

Hinweis:
In der katholischen und auch evangelischen Kirche gibt es die Beichte, in der die Sünden im Namen Jesus vergeben werden können (siehe Beichte in der katholischen Kirche und Beichte in der EKD)

42 Sie nahmen stetig an der Lehre der Apostel teil, an der Gemeinschaft, an den Mahlfeiern und an den Gebeten. 43 Eine tiefe Ehrfurcht erfasste alle, und die Apostel vollbrachten viele Zeichen und Wunder. 44 Alle Gläubigen kamen regelmäßig zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen. 45 Sie verkauften ihren Besitz und teilten den Erlös mit allen, die bedürftig waren. 46 Gemeinsam beteten sie täglich im Tempel zu Gott, trafen sich zur Mahlfeier in den Häusern und nahmen gemeinsam die Mahlzeiten ein, bei denen es fröhlich zuging und großzügig geteilt wurde. 47 Sie hörten nicht auf, Gott zu loben, und waren bei den Leuten angesehen. Und jeden Tag fügte der Herr neue Menschen hinzu, die gerettet wurden.

Apostelgeschichte 2,42-47 (NLB)

Menschen, die das große Geschenk des Kreuzes, der Erlösung von Sünde und Schuld erfahren haben, können in tiefer Dankbarkeit und voller Hingabe an Gott, Jesus, seinem Wort, den Brüdern und Schwestern im Glauben (d.h. der christliche Gemeinschaft der Kirche) und der Liebe zu allen Menschen (auch den schwierigen!) leben.

21 Dieses Leiden gehört zu dem Leben, zu dem Gott euch berufen hat. Christus, der für euch litt, ist euer Vorbild, dem ihr nacheifert. 22 Er hat nie gesündigt und nie jemanden mit seinen Worten getäuscht. 23 Er hat sich nicht gewehrt, wenn er beschimpft wurde. Als er litt, drohte er nicht mit Vergeltung. Er überließ seine Sache Gott, der gerecht richtet. 24 An seinem eigenen Körper hat er unsere Sünden an das Kreuz hinaufgetragen, damit wir für die Sünde tot sind und für die Gerechtigkeit leben können. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden! 25 Früher seid ihr umhergeirrt wie verlorene Schafe. Aber nun seid ihr zu eurem Hirten zurückgekehrt, dem Beschützer eurer Seelen.

1.Petrus 2,21-25 (NLB)

Tot für die Sünde, aber lebendig für Gott: weil Jesus wegen unserer Sünde für uns gelitten hat, sollen auch wir der Sünde sterben und für Gott leben.

Empfehlung für eine persönliche Entscheidung:

  • Ich glaube, dass Jesus für meine Sünde gestorben ist und mich durch sein Opfer am Kreuz vom ewigen Tod erlöst hat.
  • Ich werde mich taufen lassen (sofern ich noch nicht getauft bin), um mich von meiner persönlichen Sünde und auch der Sünde des gesamten Menschengeschlechts (weitergegeben seit der ersten Menschen) befreien zu lassen.
  • Ich werde Sünde vor Gott weiterhin Ernst nehmen, sie nach besten Kräften zu meiden versuchen und Jesus aus Dankbarkeit und tiefem Vertrauen hingegeben sein.

Zum 6. Teil des Bibelkurses (Das Reich Gottes).

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