Die Fastenzeit ist eine Zeit der inneren Umkehr. Die Kirche lädt uns ein, nicht nur unser äußeres Leben zu ordnen, sondern auch unser Herz vor Gott zu prüfen. Eine alte christliche Praxis dabei ist die tägliche Gewissenserforschung am Abend: ein kurzer Moment der Ehrlichkeit vor Gott, in dem wir unser Leben betrachten, Schuld erkennen und seine Barmherzigkeit neu annehmen.
Die Fastenzeit ist mehr als Verzicht. Sie ist eine Schule der Liebe.
Der heilige Fulgentius von Ruspe erinnert uns daran, was im Herzen der Eucharistie (das Mahl des Herrn) geschieht:
Wir verkünden den Tod des Herrn – den Tod aus Liebe.
Doch damit bleibt es nicht bei einem bloßen Gedenken.
Oder: Ein Gebet gegen geistliche Trägheit
Der armenische Kirchenvater Hl. Nerses Schnorhali (1102–1173) formuliert in diesem Text eine schonungslose Ehrlichkeit vor Gott. Er bekennt, dass er weder im Verborgenen treu gebetet noch im Öffentlichen standhaft Zeugnis gegeben hat. Weder der „Schein“ noch die „Wirklichkeit“ seines Glaubens waren stark – seine Faulheit war größer als seine Hoffnung.
Und doch endet das Gebet nicht in Selbstanklage, sondern in Vertrauen.
Die Worte aus der “Nachfolge Christi” treffen uns ohne Abschwächung. Sie beschönigen nichts. Sie versprechen keinen bequemen Weg. Und doch sprechen sie von Heil, von Leben, von innerem Frieden – alles gegründet im Kreuz.
Heute beginnt die Fastenzeit. Und ehrlich gesagt: Mein erster Gedanke war ziemlich schlicht.
Ich faste heute eben. Vielleicht verzichte ich bewusst auf etwas. Vielleicht spende ich etwas Geld. Und am Abend gehe ich in den Gottesdienst und lasse mir das Aschekreuz auf die Stirn zeichnen.
Ansonsten hätte ich den Tag wahrscheinlich ganz normal verbracht.
Vor über zwei Jahren habe ich einen Artikel mit dem Titel Warum es nicht verrückt ist, an die biblische Schöpfungsgeschichte zu glauben geschrieben.
Darin hatte ich im Kern behauptet, dass es keine zwingenden naturwissenschaftlichen Belege gibt, die einen Glauben an ein wörtliches Verständnis der biblischen Schöpfungsgeschichte als unvernünftig erscheinen lassen.
Den heutigen Evangeliumstext finde ich ausgesprochen herausfordernd.
Jesus erklärt den Menschen, was es wirklich bedeutet, Christ zu sein – also ihm nachzufolgen und ihm sein Leben anzuvertrauen.
Heute möchte ich euch einen kurzen Text aus den Psalmen vorstellen, der gerade genau mein inneres Bedürfnis trifft.
Geht es dir momentan vielleicht genauso?