Und hier folgt der Teil 2 aus der Serie „Von der Erschaffung der Welt bis zur Französischen Revolution“ (aus „Kurzer Abriß der Religionsgeschichte von Anbeginn der Welt bis auf unsere Zeit“ 1850/1914; Teil 1 „Von Erschaffung der Welt bis Abraham“):

Von Abraham bis Moses
(ungefähr 2000-1500 v.Chr.)

6. Doch es sollte der wahre Glaube und die Hoffnung auf den künftigen Erlöser nicht vollends von der Erde verschwinden. Zu diesem Ende wählte Gott den Abraham (2000 v. Chr.), schloss mit ihm einen eigenen Bund, und verhieß ihm , daß aus seinen Nachkommen der Messias hervorgehen werde, „in dem alle Völker der Erde sollten gesegnet werden.“ (1 Mos. 12, 3). Deshalb zeichnete auch Gott die Nachkommen Abraham’s, welche Hebräer, später auch Juden oder Israeliten hießen, vor allen Völkern aus, und offenbarte sich ihnen im Verlaufe der Zeiten oft und wunderbar.1

7. Um den Abraham zu prüfen, befahl ihm Gott, auf dem Berge Moria seinen einzigen Sohn Isaak zu opfern. Abraham machte sich sogleich auf den Weg. Er selbst lud seinem Sohne das Holz zum Brandopfer auf, und ging mit ihm den Berg hinan. Oben angelangt legte sich Isaak willig auf das Holz zum Opfer hin. Gott aber rettete den frommen Isaak durch einen Engel, segnete den Abraham, und erneuerte ihm die früheren Verheißungen.

Isaak war hier ein Vorbild des künftigen Welterlösers, der aus Gehorsam das Kreuzholz auf seine Schultern nahm, und es den Kalvarienberg hinauf trug, um sich am Kreuze für uns zu opfern.2

8. Der Patriarch Jakob, Isaak’s Sohn, lebte mit seiner Familie im Lande Kanaan, wohin Gott den Abraham berufen hatte. Er hatte zwölf Söhne, welche die Stammväter des Volkes Israel wurden. Einer von ihnen, Joseph, welchen Gott ausersehen hatte, durch seine Schicksale ein Vorbild Jesu Christi zu sein, kam, von seinen Brüdern verkauft, nach Ägypten, wo er erst falsch angeklagt und ins Gefängnis geworfen, dann vom Könige zum Ersten im Reiche erhoben wurde, und den Namen „Heiland der Welt“ bekam, als Retter in den Jahren schrecklicher Hungersnot. Auf seine Einladung zog auch Jakob nach Ägypten, und ließ sich dort mit seiner ganzen Familie häuslich nieder. Vor seinem Hinscheiden sprach er die merkwürdige Weissagung aus, dass das Zepter (die Herrschergewalt) nicht weichen werde von dem Stamm seines Sohnes Juda, bis derjenige komme, der gesandt werden solle, auf den die Völker harren (1. Mos. 49, 10). Und wirklich wurde auch Christus , der Gottgesandte, nicht eher geboren, als bis ein Ausländer (Herodes) auf dem Thron der Könige von Juda saß.3

1Sollte der wahre Glaube und die Hoffnung auf den Erlöser ganz verschwinden? Was tat Gott, um dies zu verhüten? Wie hießen die Nachkommen des Abraham? Was tat Gott ihnen zu Liebe?

2Wie prüfte Gott den Abraham? Wie vollzog er Gottes Befehl? Wie benahm sich Isaak? Ließ Gott zu, dass er getötet wurde? Wie belohnte Gott den Abraham? Welche geheimnisvolle Bedeutung liegt in dem Opfer Isaak’s?

3Wer war Jakob, und wo lebte er? Wie viele Söhne hatte er, und was wurden sie in der Folge? Wozu war Joseph von Gott ausersehen? Welches waren seine Schicksale? Blieb Jakob immer in Kanaan? Welche merkwürdige Weissagung haben wir von Jakob? Wie ging dieselbe in Erfüllung?

Fortsetzung folgt mit Teil 3 („Von Moses bis Saul“)

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