Projekt Kirche

Gedanken und Projekte für eine erneuerte Kirche

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Klartext von Weihbischof Laun

Auf KATH.NET bzw. kathTube gibt es wöchentlich „Klartext“ von Weihbischof Laun (Erzdiözese Salzburg). Diese Artikel bzw. Videos sind m.E. sehr lesens- bzw. sehenswert.

Weihbischof Laun ist m.E. einer der wenigen (deutschsprachigen) Bischöfe, der tatsächlich Klartext redet, d.h. in einer erfrischend direkten und leicht verständlichen Art und Weise über den katholischen Glauben spricht.

Beim neuesten Klartext „Das hat das II. Vaticanum nicht gelehrt!“ geht es u.a. um die Gewissens- bzw. Religionsfreiheit, das 2. Vatikanische Konzil  und die Piusbrüder.

Der Papst über Erneuerung und Evangelisation

Hier nur kurz ein Hinweis auf die – wie ich finde – interessante und lehrreiche Katechese des Papstes zur Generalaudienz auf ZENIT: Die Bettelorden: Wiege der Erneuerung und der neuen Evangelisierung.

Veranstaltungstipps (Hauskirche, Glaubenskurs)

Auf folgende Veranstaltungen in München, an denen ich übrigens auch teilnehmen werde, möchte ich hiermit kurz hinweisen:

  • „Projekt starke Ehen“am Sonntag, 17. Januar 2010 um 14-17Uhr im Pfarrheim Allerheiligen, München
    mit Vortrag „Lebendige Kirche – auch in unseren vier Wänden? Hauskirche – Kultur in Familie und Gesellschaft.“
    von Maria Prügl, Referat für Ehe und Familie, Erzdiözese Salzburg, Gründungsmitglied der Initiative Hauskirche.
    Eintritt frei
    Nähere Informationen siehe www.projekt-starke-ehen.de bzw. www.pfarrei-allerheiligen.de
  • Schnupperabend Glaubenskurs „Das Feuer neu entfachen“
    am 22. Februar 2010 um 19:30-21:30Uhr im Pfarrheim Allerheiligen, München

    10-wöchiger Glaubenskurs (22.02.-03.05.2010)
    Eintritt frei (Kursgebühr ab 2. Veranstaltungstag 15€)
    Nähere Informationen unter www.pfarrei-allerheiligen.de bzw. www.weg-vallendar.de

Weitere Termine siehe Projekt Kirche Veranstaltungshinweise.

Beliebte Irrtümer über die kath. Kirche (Teil 3)

Hier folgt nun die Fortsetzung meines Artikels „Beliebte Irrtümer über die kath. Kirche (Teil 2)“ (Zitate aus: „Die römisch-katholische Lehre im Lichte der Heiligen Schrift“ von K.L. Brooks).

Zu:

Der Katholizismus lehrt:
Die römische Kirche ist die Hüterin des göttlichen Wortes, und sie ist es, der man die Heilige Schrift zu verdanken hat.

Woher stammt die Bibel?

Die Schriften des Neuen Testamentes stammen aus der Zeit der Apostel und genossen schon in den damaligen Versammlungen höchstes Ansehen. (Der Katholizismus existierte nicht vor dem 6. Jahrhundert.) Der Vatikan kam in den Besitz eines der ältesten Manuskripte, jedoch gibt es noch viele andere alte wertvolle Handschriften.

Dem ersten Teil des Zitats kann ich voll und ganz zustimmen. Die Hl. Schrift setzt sich bekanntlich aus dem Alten und Neuen Testament zusammen. Das AT wurde von der damaligen Kirche von den Juden übernommen (auch wenn der christliche Kanon nicht genau dem jüdischen entspricht, siehe hierzu auch Teil 1 dieser Reihe bzw. den Eintrag „Canon of the Old Testament“ in der Catholic Encyclopedia). Das NT ist ein Produkt der frühen Kirche und besteht aus einer Sammlung von Schriften der Apostel und ihrer Mitarbeiter (siehe „Canon of the New Testament“ in der Catholic Encyclopedia). Beide Teile der Hl. Schrift wurden von der (kath.) Kirche zusammengestellt und über die folgenden Jahrhunderte bis heute aufbewahrt, kopiert und weitergegeben.

Damit sieht sich die kath. Kirche m.E. zu Recht als „Hüterin des göttlichen Wortes“ (übrigens nicht nur des geschriebenen, sondern auch des mündlich weiter gegebenen), der „man die Heilige Schrift zu verdanken hat“. Erst nach Aufkommen des Buchdrucks im 15Jh. und der Reformation wurde die Bibel auch außerhalb der kath. Kirche in signifikanten Stückzahlen verbreitet. Luther bzw. den protestantischen Kirchen hat man es andererseits zu verdanken, dass das persönliche Lesen und Studieren der Bibel wieder mehr in den Vordergrund getreten ist und auch einige Missstände, die es früher in der kath. Kirche gab (wie z.B. der Missbrauch des Ablasses) abgestellt wurden.

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Warum sich Protestanten und Katholiken oft nicht verstehen…

Nach der letzten teilweise recht hitzigen Diskussion über das katholische Dogma der „unbefleckte Empfängnis Marias“ auf Storchs Blog (siehe den Artikel „Die unbefleckte Empfängnis Marias“) habe ich mich (mal wieder) gefragt, warum sich eigentlich Protestanten und Katholiken oft so schwer tun, theologische Dinge sachlich zu erörtern. Ich hatte zudem den Eindruck, dass die Bereitschaft, gemeinsam nach der Wahrheit zu suchen teilweise fehlte. Warum lassen wir uns nicht mehr auf den anderen und seine Sichtweise ein? Gibt es tatsächlich kaum etwas, was wir vom Anderen lernen könnten?

Ich glaube, dass das Problem nicht einfach nur an unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten liegt, sondern vor allem an Vorurteilen dem anderen Gegenüber und damit letztendlich am mangelnden gegenseitigen Vertrauen. Ich kann das meine ich so sagen, da ich beider Konfessionen mittlerweile recht gut kenne. Denn ich war 28 Jahre Katholik (aufgrund der Entscheidung meiner Eltern), dann 13 Jahre Protestant (aufgrund meiner eigenen Entscheidung) und seit April 2009 wieder Katholik (nach gründlicher Prüfung unter Berücksichtigung aller mir bekannten Gegenargumente aus protestantischer/freikirchlicher Sicht). Ich denke also, dass ich die Ansichten, Denkweisen und Argumente beider Seiten recht gut kenne.

Gute Argumente zu haben, ist in den zwischenkonfessionellen Diskussionen meist nicht das Problem. M.E. sind es eher „eingefleischte“ Vorurteile und emotionsgetriebene Polemik. Sind wir Christen denn eigentlich nicht zur gegenseitiger Liebe aufgerufen (Joh 13,34ff)? Dieses Gebot scheint zwischen Protestanten und Katholiken häufig nicht mehr zu gelten bzw. wichtig genommen zu werden.

Warum ist es also oft so schwer, eine sachliche Diskussion über theologische Differenzen zu führen? Ich würde sagen in erster Linie, weil wir (sündige) Menschen sind! Und weil wir wie gesagt so viele Vorurteile dem anderen gegenüber haben. Diese Vorurteile haben natürlich meist einen wahren Kern bzw. sind aufgrund tatsächlicher Fehler und Fehlverhalten in der Vergangenheit entstanden. Die Frage ist nur, ob man jetzt die nächsten Jahrhunderte daran weiter festhalten muss bzw. ob sie immer noch „berechtigt“ sind. Eine ganze Reihe von Vorurteilen sind m.E. sogar böswillig aus Gründen der konfessionellen Polemik durch Verdrehung und Verfälschung der Wahrheit verbreitet worden. Es ist schon erschreckend wie viel Unsinn teilweise über die Katholiken und auch Protestanten erzählt wird.

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Werde ich durch das Beichten ein besserer Mensch?

So lautete die Frage in der „Barbara Karlich Show“ vom 21.12.2009 im ORF zum Thema „Beichten und Besinnen“ (siehe Video auf kathTube).

Ich fand die Sendung wirklich gut und viel tiefgehender als man das von einer Unterhaltungsshow erwarten durfte. Und m.E. eigentlich auch ein gutes Thema zur Weihnachtszeit (und Jahreswechsel).

Hier noch ein paar weiterführende Literaturhinweise zum Thema „Beichten“:

Und natürlich wünsche ich allen noch Frohe Weihnachten! 😉

Weihnachten

Theologie und Demut

Was hat Theologie mit Demut zu tun?

In der Praxis leider oft viel zu wenig. Die Beschäftigung mit der Theologie, also der Lehre über Gott, soll eigentlich zu einem besseren Gottesverständnis bzw. Gotteserkenntnis führen. All zu oft führt jedoch die akademische Theologie, vor allem der letzten beiden Jahrhunderte, eher zu einem bloßen Sammeln von „wissenschaftlichen“ Daten und „Formanalysen“ ohne wirklichen Mehrwert für den (gelebten) Glauben.

Manch moderner Theologe bildet sich ein, mithilfe der heutigen theologischen Wissenschaft (Stichwort: historisch-kritische Methode) alles besser und genauer wissen zu können als die alten Kirchenväter und Kirchenlehrer. Mit einer fast unglaublichen Arroganz werden Dinge als quasi Gewissheit gelehrt, die mehr oder weniger Spekulation sind und teilweise sogar dem überlieferten Glauben der Kirche widersprechen. So ähnlich (bzw. noch viel besser) hat der Papst das Problem der modernen Theologie bei einem Gottesdienst mit den Mitgliedern der Internationalen Theologenkommission des Vatikans Anfang Dezember beschrieben (siehe den Artikel „Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz“ von Guido Horst in der Tagespost, der vom katholischen Nachrichtendienst KATH.NET zur Verfügung gestellt wurde).

Beliebte Irrtümer über die kath. Kirche (Teil 2)

Hier folgt nun die Fortsetzung meines Artikels „Beliebte Irrtümer über die kath. Kirche (Teil 1)“.

Ich gehe zunächst nochmal auf das im Teil 1 zuletzt angeführte Zitat aus dem Artikel „Die römisch-katholische Lehre im Lichte der Heiligen Schrift“ von K.L. Brooks ein und gebe es hier in erweiterter Form wieder:

Sind die Überlieferungen (z. B. der „Kirchenväter“) inspiriert?

Sie wurden erst im Mittelalter von Mönchen herausgebracht. Davor hat man nichts von ihnen gehört. In der Heiligen Schrift sind sie nie enthalten gewesen. Sie widersprechen der Heiligen Schrift. Die hauptsächlichsten Lehren des Katholizismus gründen sich auf Überlieferungen.

Matthäus 15,3: „Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?“

V. 6: „Und ihr habt so das Gebot Gottes ungültig gemacht um eurer Oberlieferung willen.“

V. 9: „Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren.“

Der Katholizismus lehrt:
Die Heilige Schrift darf nur so verstanden werden, wie sie von der Kirche ausgelegt wird. Sie enthält Stellen, die vom Laien missverstanden werden können und ihm zum Schaden gereichen.

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Über Kindertaufe und Erbsünde

Über Kindertaufe und Erbsünde

„Über Kindertaufe und Erbsünde“ lautet der Titel des ersten von mir herausgegebenen E-Books.

  1. Schon lange hatte ich geplant (und auch öfters angekündigt), etwas zu diesem Thema zu schreiben (siehe auch „Warum ich mich mit dem katholischen Glauben beschäftige (Teil 2)“ bzw. meine vierteilige Blogserie „Über die Kindertaufe“). Leider ist das Thema nicht ganz so einfach und bedarf einer  etwas ausführlicheren Erläuterung.

Bei meinen Recherchen bin ich dann vor einigen Monaten auf die (kath.) Website Bible Christian Society und den Vortrag „Infant Baptism and Original Sin“ von John S. Martignoni  gestoßen. Der Vortrag hat mir so gut gefallen und schien mir für meine Zwecke so gut geeignet, dass ich ihn mit Erlaubnis des Autors ins Deutsche übersetzt (oder vielmehr übertragen) und daraus ein E-Book gemacht habe.

Um das Ganze noch etwas zu vertiefen und abzurunden, habe ich im Anhang des E-Books die m.E. wichtigsten Bibelstellen und Kirchenväterzitate über Erbsünde und Kindertaufe inkl. Literatur- und Weblink-Empfehlungen für das weitergehende Studium des Themas hinzugefügt.

Ich hoffe, dass ich damit in einigermaßen umfassenden Art und Weise die katholische Sicht (und damit auch meine eigene) über die Kindertaufe darlegen konnte.

Wie dem auch sei, ich bin gespannt auf die Reaktionen der Leserschaft und freue mich auf jede konstruktive Kritik 😉

Update 07.01.2015:
Und hier gibt es jetzt (endlich) die EPUB-Version (zum Lesen auf dem Smartphone z.B.). Genauso wie die PDF-Version habe ich die eBook-Version 2.2 vom 20.11.2009 verlinkt, die übrigens immer noch darauf wartet, weiter überarbeitet zu werden… 😉

Über die Zungenrede

Nachdem ich mir vor einigen Tagen einen Lehrvortrag eines sehr engagierten katholischen Theologen aus der charismatischen Erneuerung über das „Sprachengebet“ angehört habe (siehe auch seinen interessanten BASIC Podcast), möchte ich in diesem Beitrag auf ein paar – nach einem Verständnis – weit verbreitete falsche Vorstellungen bzgl. der Gabe der „Zungenrede“ eingehen.

Gleich vorweg gesagt: ich bin weder ein vorbehaltloser Befürworter, noch ein ausgesprochener Gegner der charismatischen Bewegung. Ganz im Gegenteil. Viele meiner Ansichten könnte man grundsätzlich als charismatisch bezeichnen. So halte ich es für sehr wichtig, dass jeder Christ eine lebendige (Liebes-) Beziehung zu Gott pflegt und seine von Gott geschenkten Gaben zu Gottes Verherrlichung und zum Aufbau der Kirche Gottes einsetzt. Und natürlich glaube ich, das der Heilige Geist auch heute noch Wunder bewirken kann (und dies auch tut).

An den charismatischen Gemeinden schätze ich übrigens den meist sehr ausgeprägten Eifer für Gott, ihre Hingabe, ihre bewusst leidenschaftliche Beziehung zu Gott und ihren praktischen Sinn. So wird z.B. in den mir bekannten charismatischen Gemeinden nicht nur einfach „herumtheologisiert“ (das zwar auch, da die Glaubenslehre natürlich wichtig ist), sondern vor allem ganz praktisch im Glauben gehandelt (hier bei uns z.B. durch einen christlichen Kindergarten, in dem übrigens auch meine Frau Connie arbeitet und unsere Kinder Paul und Lennart betreut werden, und durch ein sehr ansprechend gestaltetes Generationenzentrum für alt und jung). Ein solches Engagement würde ich mir in der ganzen Kirche wünschen.

Andererseits kritisiere ich an der charismatischen Bewegung manche Einseitigkeit in der Lehre und der Praxis, z.B. was die Charismen, also die Gaben des Heiligen Geistes angeht oder auch den mir persönlich etwas überbetonten bzw. einseitigen Lobpreis (so wichtig und gut auch das Loben und Preisen von Gott und Seiner Güte ist). Andererseits hat natürlich jede christliche Bewegung so ihre Schwerpunkte und der Segen, der von der charismatischen Bewegung im Allgemeinen ausgeht und auch die positive Korrektur, die sie so manch verkrusteter Gemeinde entgegenstellt ist m.E. sehr zu begrüßen.

Zurück zur Gabe der Zungenrede: Zungenrede wird in der Bibel als das vom Heiligen Geist (spontan) gewirkte Reden in fremden Sprachen bezeichnet (vgl.  Apg 2,4-11; Apg 10,44-47; Apg 19,5-6). Das Wunder der Zungenrede bestand darin, dass Menschen, die vom Heiligen Geist erfüllt wurden auf einmal anfingen, Gott zu loben und zu preisen (ggf. auch zu weissagen, d.h. prophetisch zu reden) und dabei zudem auch noch von Menschen aus anderen Ländern verstanden zu werden.

Es gibt nun m.E. einige weit verbreitete falsche Vorstellungen über die Gabe der Zungenrede (sowohl bei den Charismatikern wie auch bei den Nicht-Charismatikern), die ich im Folgenden aufzählen möchte (warum ich sie für falsch halte, werde ich weiter unten zu begründen versuchen):

  1. Die Gabe der Zungenrede stirbt biblisch gesehen irgendwann zwangsläufig aus (und zwar mit dem Ableben der Apostel bzw. der Menschen, denen sie die Hände zur Vermittlung der Geistesgaben auflegten oder spätestens mit Vollendung der Bibel bzw. des Neuen Testaments).
  2. Die Zungenrede wie sie in der Bibel beschrieben ist umfasst auch eine Art Gesang in völlig unverständlichen (d.h. unbekannten) Sprachen und legitimiert damit die heute in charismatischen Gemeinden zumeist praktizierte Form der Zungenrede.
  3. Paulus hält die Praxis der Zungenrede grundsätzlich nicht für gut und wichtig.
  4. Jeder Christ kann die Zungenrede „erlernen“ (wenn er nur will und darum bittet)

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