Fragst du dich auch oft, wo Gott im Leben eigentlich ist – wo er wirkt, wo er eingreift?
Jean-Pierre de Caussade (1675-1751), Jesuit, erklärt uns wie wir Gottes Wirken in unserem Leben verstehen und wahrnehmen können.
Das Leben aller Geschöpfe liegt in Gottes Hand. Die Sinne nehmen nur das Handeln der Geschöpfe wahr, der Glaube aber vertraut darauf, dass sich in allem das göttliche Handeln vollzieht. Der Glaube erkennt, dass Jesus Christus in allem lebt und durch alle Jahrhunderte hindurch wirkt, dass der kleinste Augenblick und das winzigste Atom einen Teil dieses verborgenen Lebens und dieses geheimnisvollen Wirkens enthalten. Das Handeln der Geschöpfe ist wie ein Schleier, der die tiefen Geheimnisse des göttlichen Wirkens verhüllt.
Nach seiner Auferstehung überraschte Jesus Christus die Jünger mit seinen Erscheinungen; er zeigte sich ihnen in einer anderen Gestalt, die ihn verhüllte, und sobald er sich zu erkennen gab, entschwand er auch schon. Derselbe Jesus, der allezeit lebt und am Werk ist, überrascht noch immer Seelen, deren Glaube nicht rein und tief genug ist. Es gibt keinen Moment, in dem Gott nicht gegenwärtig ist in der Gestalt irgendeiner Mühe, einer Aufgabe oder Pflicht. Alles was in uns, um uns und durch uns geschieht, enthält und verhüllt sein göttliches Wirken, wenn auch unsichtbar. Daher sind wir immer wieder überrascht und erkennen sein Wirken erst im Nachhinein.
Wenn wir durch den Schleier hindurchsehen könnten und wachsam und aufmerksam wären, würde Gott sich uns ständig offenbaren; wir würden uns an seinem Wirken in allem erfreuen, was uns widerfährt. In allem würden wir sagen: „Es ist der Herr!“ Und wir würden in allen Umständen unseres Lebens erkennen, dass wir eine Gabe Gottes empfangen, dass die Geschöpfe nur armselige Werkzeuge in der Hand eines allmächtigen Meisters sind, dass uns nichts fehlen wird und dass Gottes beständige Fürsorge ihn dazu bewegt, uns jeden Augenblich das Richtige zu geben.
Jean-Pierre de Caussade (1675-1751), Jesuit,
Hingabe an die göttliche Vorsehung (ins Dt. übers. © evangelizo)
Vielleicht liegt genau darin der Schlüssel: nicht darauf zu warten, dass Gott spektakulär eingreift – sondern ihn im Alltäglichen zu entdecken. Im Kleinen. Im Verborgenen. Im Jetzt.
Hinweis: Das Titelbild und der Text wurden mit KI-Unterstützung bearbeitet.
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