Die Worte aus der “Nachfolge Christi” treffen uns ohne Abschwächung. Sie beschönigen nichts. Sie versprechen keinen bequemen Weg. Und doch sprechen sie von Heil, von Leben, von innerem Frieden – alles gegründet im Kreuz.

Gerade in der Fastenzeit klingen diese Sätze neu und zugleich zeitlos: „Verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich und folge Jesus nach.“ Was wie eine Zumutung wirkt, erweist sich als Einladung – nicht zur Selbstzerstörung, sondern zur Hingabe. Nicht zur Resignation, sondern zur Hoffnung.

Dieser Text erinnert uns daran, dass es keinen Umweg an der Wirklichkeit unseres Lebens vorbei gibt. Schmerz, Prüfungen, innere Kämpfe – sie gehören dazu. Doch im Licht Christi verlieren sie ihren bloß dunklen Charakter. Im Kreuz liegt nicht nur Last, sondern Verheißung. Nicht nur Tod, sondern Leben.

Vielleicht ist die Fastenzeit genau die Zeit, in der wir neu lernen dürfen: Das Kreuz ist nicht das Ende des Weges – es ist der Weg.

Für viele Ohren ist es ein hartes Wort: „Verleugne dich selbst, nimm dein Kreuz auf dich und folge Jesus nach.“ […] Warum fürchtest du dich, das Kreuz auf dich zu nehmen, wenn man dadurch doch ins Reich Gottes gelangt? Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Schutz vor dem Feind, Eingießungen von himmlischer Süße, Freude des Geistes, höchste Tugend, vollendete Heiligkeit. Es gibt weder Heil für die Seele noch Hoffnung auf ewiges Leben außer im Kreuz. Nimm also dein Kreuz und folge Jesus; so wirst du ins ewige Leben eingehen. […] Wenn du mit ihm stirbst, wirst du auch mit ihm leben. Bist du sein Gefährte im Leiden, dann wirst du es auch in der Herrlichkeit sein.

Im Kreuz ist alles begründet. […] Es gibt keinen anderen Weg zum Leben und zum wahren inneren Frieden. […] Geh deinen Weg, wo du willst, suche, was du magst: Du wirst keinen höheren und keinen sichereren Weg finden als den Weg des heiligen Kreuzes.

Ordne und füge alles nach deinem Willen und deiner Erkenntnis: Du wirst immer etwas finden, das du ertragen musst, ob du willst oder nicht; und so wirst du immer wieder auf das Kreuz stoßen. Entweder wirst du körperliche Schmerzen empfinden oder geistliche Prüfungen durchmachen. Manchmal fühlst du dich von Gott verlassen, manchmal von deinem Nächsten geplagt, und, was das Schlimmste ist, oft bist du dir selbst zur Last, ohne dass irgendein Heilmittel oder Trost dich befreien oder dir Linderung verschaffen könnte. […]  Gott will, dass du lernst, Prüfungen auch ohne Trost zu erdulden, dich ihm ganz zu unterwerfen und demütiger zu werden. […] Es ist notwendig, immer Geduld zu bewahren, wenn du inneren Frieden haben und die ewige Krone erlangen willst.

Nachfolge Christi, geistliche Schrift aus dem 15. Jh., Buch 2, Kapitel 12 (ins Dt. übers. © Evangelizo)
Hinweis: Der Text zu meinen Gedanken und das Titelbild wurden mit Unterstützung einer KI erstellt.