Die Fastenzeit ist eine Zeit der inneren Umkehr. Die Kirche lädt uns ein, nicht nur unser äußeres Leben zu ordnen, sondern auch unser Herz vor Gott zu prüfen. Eine alte christliche Praxis dabei ist die tägliche Gewissenserforschung am Abend: ein kurzer Moment der Ehrlichkeit vor Gott, in dem wir unser Leben betrachten, Schuld erkennen und seine Barmherzigkeit neu annehmen.

Die heilige Mutter Teresa erinnert daran, dass diese Gewissenserforschung keine bedrückende Pflicht ist, sondern ein Weg zur Freiheit. Wer seine Fehler erkennt, bereut und – soweit möglich – wieder gutmacht, erfährt die befreiende Liebe Gottes. Reue öffnet unser Herz für die Liebe und macht uns fähig, auch anderen zu vergeben.

Ihr Rat ist einfach und zugleich tief: Gehe nicht mit einem verhärteten Herzen schlafen. Vertraue alles Gott an, der barmherzig ist und immer bereit zu vergeben.

Jeden Abend, vor dem Einschlafen, ist es wichtig, dass Sie Ihr Gewissen erforschen. Sie wissen nämlich nicht, ob Sie am nächsten Morgen noch auf dieser Welt sein werden! Was auch immer Sie an Bösem angestellt haben, Sie müssen bereit sein, es nach Möglichkeit wieder gutzumachen. Wenn Sie zum Beispiel etwas gestohlen haben, versuchen Sie es zurückzugeben. Haben Sie jemanden gekränkt, versuchen Sie unverzüglich, sich zu entschuldigen. Wenn Wiedergutmachung nicht möglich ist, dann drücken Sie Gott gegenüber Ihr Bedauern und Ihre Reue aus. Das ist sehr wichtig, denn um liebesfähig zu werden, müssen wir zur Reue fähig sein. Sie könnten zum Beispiel sagen: „Herr, es tut mir sehr leid, dass ich dich beleidigt habe. Ich verspreche dir, mein Bestes zu tun, damit es nicht wieder geschieht.“ Und plötzliche spüren Sie, dass Ihr Herz wieder rein ist, und Sie fühlen sich so wohl, so befreit. Denken Sie daran: Gott ist barmherzig. Er ist unser zuvorkommender Vater, der bereit ist, alles zu verzeihen und zu vergessen, wenn wir versuchen, uns ebenso denen gegenüber zu verhalten, die uns Unrecht getan haben.

Prüfen Sie also, ob nicht tief in Ihrem Herzen noch Groll gegen Ihren Nächsten verborgen ist. Wie könnten wir denn Gott um Vergebung bitten, wenn wir selbst anderen nicht vergeben wollen? Und denken Sie daran, dass Ihre Fehler in Gottes Augen vergessen sein werden, wenn Sie wirklich aus ganzem Herzen bereuen. Er vergibt Ihnen immer, wenn Sie ehrlich bereuen. Beten Sie also, dass Sie denen vergeben können, die Sie verletzt haben, und die lieben können, die Sie nicht lieben, und dann vergeben zu können, wie Gott Ihnen vergeben hat.

Hl. Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe in Ein einfacher Weg (A Simple Path, ins Dt. übers. © evangelizo)
Das Titelbild und der Text wurden mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.