Die Fastenzeit ist mehr als Verzicht. Sie ist eine Schule der Liebe.
Der heilige Fulgentius von Ruspe erinnert uns daran, was im Herzen der Eucharistie (das Mahl des Herrn) geschieht:
Wir verkünden den Tod des Herrn – den Tod aus Liebe.
Doch damit bleibt es nicht bei einem bloßen Gedenken.
Wenn du weißt, worin die Darbringung des Opfers besteht, wirst du verstehen, warum wir dabei den Heiligen Geist herabrufen.
Nach dem Zeugnis des Apostels Paulus wird das Opfer dargebracht, damit der Tod des Herrn verkündet wird und das Gedächtnis an den, der sein Leben für uns hingegeben hat, wieder lebendig wird. Der Herr selbst hat gesagt: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13). Da Christus aus Liebe für uns gestorben ist, bitten wir, wenn wir beim Opfer seines Todes gedenken, dass uns durch das Kommen des Heiligen Geistes die Liebe geschenkt werde. Wir bitten inständig, dass wir durch dieselbe Liebe, die Christus dazu bewegt hat, sich für uns kreuzigen zu lassen, auch wir, nachdem wir die Gnade des Heiligen Geistes empfangen haben, der Welt gekreuzigt werden und den Tod unseres Herrn nachahmen können, um in einem neuen Leben zu wandeln.
So trinken alle Gläubigen, die Gott und ihren Nächsten lieben, auch wenn sie nicht den Kelch der leiblichen Passion trinken, doch den Kelch der Liebe des Herrn. Denn man trinkt den Kelch des Herrn, solange man seine heilige Liebe bewahrt, ohne die es nichts nützt, seinen Leib den Flammen zu übergeben. Die Gabe der Liebe macht uns zu dem, was wir im Opfer geheimnisvoll feiern. […] Deshalb bitten wir den Heiligen Geist, uns die Liebe zu schenken.
Hl. Fulgentius von Ruspe (467-532)
Bischof in Nordafrika
Gegen Fabian, 28,16-21 (Contre Fabien, in Lectures chrétiennes pour notre temps, fiche L44 ; © 1971 Abbaye d’Orval; ins Dt. übers. © evangelizo)
Warum rufen wir den Heiligen Geist herab?
Fulgentius erklärt:
Wenn wir das Opfer Christi feiern, bitten wir um den Heiligen Geist, damit uns dieselbe Liebe geschenkt wird, die Christus ans Kreuz geführt hat.
Das ist gewaltig.
Wir bitten nicht nur um Trost.
Nicht nur um Kraft.
Nicht nur um Vergebung.
Wir bitten um die Liebe selbst – die göttliche Liebe, die stärker ist als Leid, stärker als Tod.
Den „Kelch der Liebe“ trinken
Nicht jeder ist zum Martyrium berufen.
Aber jeder Christ ist zur Liebe berufen.
Fulgentius schreibt sinngemäß: Auch wer nicht den Kelch der leiblichen Passion trinkt, trinkt doch den Kelch des Herrn, wenn er seine heilige Liebe bewahrt.
Das heißt konkret:
- Geduld statt Rechthaberei
- Vergebung statt Bitterkeit
- Treue statt Bequemlichkeit
- Hingabe statt Selbstbehauptung
Die Fastenzeit lädt uns ein, der Welt gekreuzigt zu werden – nicht weltfremd, sondern frei. Frei von Stolz. Frei von Egoismus. Frei von der ständigen Sorge um uns selbst.
Ohne Liebe nützt alles nichts
Der Apostel Paulus sagt (1 Kor 13,3):
Selbst wenn ich meinen Leib den Flammen übergebe – ohne Liebe bin ich nichts.
Fasten ohne Liebe ist Diät.
Gebet ohne Liebe ist Pflichtübung.
Opfer ohne Liebe ist Selbstinszenierung.
Darum bitten wir inständig:
Komm, Heiliger Geist. Schenke uns Deine Liebe.
Ein Impuls für diese Woche
Wenn du zur Heiligen Messe gehst, achte bewusst auf den Moment, in dem der Priester den Heiligen Geist herabruft (Epiklese).
Bete innerlich mit:
„Herr, schenke mir Deine Liebe. Mach mein Herz Deinem ähnlich.“
Denn was wir im Opfer geheimnisvoll feiern, sollen wir im Alltag sichtbar leben.
Über den Autor
Fulgentius von Ruspe (467–532) war Bischof im heutigen Tunesien. In bewegten Zeiten verteidigte er den katholischen Glauben gegen arianische Irrlehren und betonte besonders die Gnade Gottes und die Liebe, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen ist. Seine geistliche Tiefe macht ihn bis heute zu einem wertvollen Begleiter für die Fastenzeit.
Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
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